Foto: JANA JUDISCH
Blick durch die Glaswand des InfoCenters

Wo du jetzt deine eigenen vier Wände finden kannst

Ellen Krüger, Leiterin des InfoCenters studi@home, erzählt über das Informations- und Unterstützungsangebot des studierendenWERKs und darüber, welche Alternativen es für die begrenzten Plätze in den Wohnheimen gibt.

29.10.2020

von Mandy Krause

Bereits im letzten Jahr habe ich mit Ellen Krüger über die Wohnsituation für Studierende in Berlin gesprochen. In dieser Woche haben wir uns erneut darüber ausgetauscht, was Studierende bei der Wohnungssuche in Berlin beachten sollten. Welchen Einfluss übt Covid-19 auf den Wohnungsmarkt aus? Wie arbeitet das InfoCenter derzeit? Und warum lohnt es sich gerade jetzt, einen Blick auf Hostels zu werfen?

Inhaltlich habe sich die Arbeit am InfoCenter studi@home nicht verändert, so Ellen Krüger. „Wir sind natürlich jetzt hauptsächlich über E-Mail und Telefon erreichbar. Persönliche Gespräche sind auf ein Minimum beschränkt und nicht mehr ohne Termin möglich.“ Wer doch das Bedürfnis hat, persönlich mit den Kolleg*innen des InfoCenters zu sprechen, der könne über das Kontaktformular auf der Webseite des studierendenWERKs einen Termin vereinbaren.

Mich selbst treibt die Frage umher, ob sich an der bekanntlich langen Warteliste der Wohnheime seit der Pandemie etwas geändert hat. „Kaum“, sagt Frau Krüger. „Fakt ist, dass die Zahl der Wartenden gesunken ist, aber lediglich um ein Viertel. Knapp 3.000 Personen konnten wir im Oktober nicht mit einem Platz versorgen.“ Einen Leerstand gibt es also nicht und Studierende müssen sich auf eine Wartezeit von zwei bis drei Semester einstellen.

Ausländische Studierende reisten nach wie vor an, so die Leiterin des InfoCenters. „Wir haben die Rückmeldung erhalten, dass die Wohnheime leerer schienen“, erzählt sie, „doch wir haben auch jetzt jeden Platz besetzt.“ Die verspürte Ruhe könne daher rühren, dass aktuell viele Studierende wieder öfter bei ihren Familien sind, da sowohl im Studium als auch in Nebenjobs weniger Präsenz gefordert sei.

Die altberechtigte Frage „Wohin dann?“ bleibt. „Ich empfehle allen Studierenden dringend, ihre Fühler in alle Ecken und Richtungen Berlins auszustrecken. Es lohnt sich, auch ein zweites, drittes und viertes Mal auf den üblichen Webseiten zu schauen und nachzufragen. Heute ist vielleicht keine passende Anzeige dabei, aber morgen kann das schon wieder anders aussehen.“

Wer am Ball bleibt, der wird auch fündig. Ellen Krüger möchte alle ermutigen, nicht aufzugeben und den Kopf trotz des schwierigen Berliner Wohnungsmarktes nicht in den Sand zu stecken. „Wir sind in Kontakt mit den städtischen Wohnungsbau-Gesellschaften. Die suchen auf alle Fälle Studierende, da bei ihnen die Nachfrage zurückgegangen ist.“ Ähnlich geht es auch privaten Wohnheimen in dieser Zeit. Die Chancen stünden dort, wenn auch für einen höheren Preis, relativ gut, meint sie.

Fazit: die Nachfrage bei städtischen Wohnungsbau-Gesellschaften und privaten Wohnheimen ist gesunken, die Chancen für Studierende gestiegen. Für einen Platz in einem der Wohnheime des studierendenWERKs heißt es jedoch weiterhin: warten. Am Ende frage ich Frau Krüger nach einem finalen Tipp für alle, die gerade eine neue Bleibe suchen. „Hostels in Betracht ziehen!“ Die ausbleibenden Tourist*innen habe auch Hostelanbieter umdenken lassen. Diese stellen sich nun auch auf eine langfristige Vermietung ein, und das für einen guten Preis. 

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