Foto: FELIX NOAK
Drei Studierende stehen an einer Kreuzung und schauen suchend in verschiedene Richtungen.

Wenn wir das damals schon gewusst hätten ...

Die Werkblatt-Redaktion verrät ihre persönlichen Tipps, wie ihr euch an der Uni zurechtfindet.

20.10.2020

Marc

Normalerweise hätte ich hier eine ganze Reihe von nützlichen Tipps zum Semesterstart aufreihen können. Aber da das nicht normale Zeiten sind, gibt es auch kein normales Semester. Nach mittlerweile elf Hochschulsemestern komme ich mir eigentlich wie ein alter Hase vor. Obwohl der Mensagang und die Bibliotheksnutzung (inklusive Platzsuche) ab einem bestimmten Zeitpunkt als automatisierte Abläufe gefühlt zu einem Teil meiner Selbst wurden, so hat mich die Umstellung auf ein Online-Studium doch ein Stück weit wieder wie ein Ersti fühlen lassen.

Einige Dinge habe ich tatsächlich aus dem letzten Digitalsemester mitnehmen können. Etwa, dass man in Seminaren die Kamera anmachen sollte. Niemand mag es, mit einem schwarzen Bild zu reden. Für die Lehrkräfte ist die aktuelle Situation mindestens genauso doof wie für uns. Kontrolliere allerdings vorher, ob du eine Hose trägst – spontanes und unbedachtes Aufstehen kann in hosenlosen Fällen zu einer ungewollten Auflockerung der Atmosphäre deinerseits beitragen. So angeschaltet wie die Kamera ist, so ausgeschaltet sollte dein Mikro sein, wenn du gerade nicht sprichst. Wie oft habe ich es im vergangenen Semester erlebt, dass Leute den „Mute“-Knopf nicht finden oder offensichtlich nicht damit vertraut sind, dass sich ein Tastaturtippen wie ein Kugelhagel anhören kann. Außerdem möchtest du zweifelsfrei unangenehme Situationen verhindern. Etwa wie eine meiner Kommilitoninnen, die – sich anscheinend der Aktivierung ihres Mikrofons unbewusst – mitten im Seminar auf einen Anruf reagierte mit „Rufe später durch, bin gerade in so ‘nem dummen Seminar“. Autsch. In solchen Fällen lässt sich lediglich auf den Humor der Dozentin hoffen.

Andererseits gibt es einige Tipps, die unabhängig vom Stand einer nebenbei grassierenden globalen Pandemie immer aktuell sind! Auf jeden Fall solltest du die Einführungswoche mitmachen. Klar, ein paar langweilige Kennenlernspiele werden dabei sein. Es gibt dir aber eine gute Chance, schon einmal ein paar neue Gesichter kennenzulernen; außerdem geben sich andere Studis Mühe, dir ein interessantes Programm zu bieten. Eine andere Empfehlung betrifft die Gruppenarbeiten. Meine Erfahrung ist eindeutig: Häng‘ dich an Leute, die es offensichtlich verstanden haben, dass es „Gruppenarbeit“ heißt und nicht „Einzelarbeit im Namen der Gruppe“. Es ist kein schönes Gefühl, auf dich allein gestellt zu sein. Klar, jede*r ist mal faul und man sollte Leute nie unterschätzen. Aber spätestens wenn dir jemand, den du noch nie im Seminar gesehen hast, sagt, dass er*sie „nicht viel beitragen, aber dafür Bier tragen“ kann, sollten bei dir die Alarmglocken klingeln.

Einige Dinge kann ich mir hier sparen … Bürokratie, überfüllte Kurse, lange Wartezeiten für Noten – willkommen an der Uni, der Welt des Wissens! Dennoch sollten wir uns trotz ungewohnter Lernumfelder jetzt erst recht nicht den Spaß am Studieren nehmen lassen. Übrigens: Das studierendenWERK BERLIN hilft dir bei (fast) allen Fragen zum Studierendenleben – sei es rund um Finanzierung, Wohnen oder Schreib-Skills. Viel Erfolg im ersten Semester!

(Foto: privat)

Evdokia

Starting a new chapter in your life as a first-semester student away from your home base is hard enough, in spite of the newfound excitement that accompanies the beginning of student life; if your new home is in a country that is foreign to you, this adds a layer of complexity to adjusting to your new environment, society, and culture.

But student life should be as smooth as possible, and studierendenWERK BERLIN offers counselling services that will help you establish a sustainable work-life balance, so that you have the freedom to discover and cultivate your own capabilities whilst enjoying your student years to their fullest.

The social counselling service provides assistance with diverse topics that are fundamental to a student’s frictionless everyday life: amongst others, financial resources (such as the KfW student loan), housing subsidies, health insurance, and child benefits. In cases of disability or long-term health impairments, counsellors can assist with organising and securing funds for necessary support on an individual basis in order to ensure barrier-free studies and daily life. International students can address queries regarding their social rights, request mediation in cases of conflict, and find out what their financial options are in emergency situations. Qualified social workers are happy to elucidate unfamiliar bureaucratic matters and ensure your uninterrupted course of studies.

The Writing Centre will walk you through the academic writing process: you can request feedback on your texts, have individual video or phone consultation sessions with a trained writing advisor, and attend online writing workshops.

If you feel the need to share anything that burdens you, feel free to reach out to the Psychological-Psychotherapeutic Counselling Centre. The coronavirus pandemic has created unforeseen social, financial, and personal obstacles, whilst exacerbating existing ones. Professionals are ready to listen to you and provide you with the support you need to get through emotional challenges and overcome any difficulties that may arise in your day-to-day life.

(Foto: Jana Judisch)

Mandy

Den Studienstart meistern ist kein Hexenwerk, und ein bisschen Aufregung gehört einfach dazu. Viele Fragen entfallen, sobald du deine Studien- und Prüfungsordnung einmal gründlich gelesen hast. Wie viele Punkte erhältst du für eine Klausur? Wie viele Seiten muss deine nächste Hausarbeit betragen und welche Veranstaltungen musst du besuchen, um ein Modul abzuschließen? Die Studien- und Prüfungsordnung hilft dir auch dabei, die kommenden Semester ein wenig im Voraus planen zu können.

Am Anfang ist nichts in Stein gemeißelt. Wenn du einen ersten Stundenplan hast und damit nicht auf Anhieb zufrieden bist, dann kannst du diesen in den ersten zwei Wochen des Semesters meistens noch korrigieren. Sprich dafür mit den Lehrenden. Ab zwei verpassten Veranstaltungen wird ein Wechsel aber schwierig und ist nicht mehr so gern gesehen. Belege in der ersten Woche möglichst viel und schmeiße dann ein paar Veranstaltungen wieder heraus. Somit erfährst du, welches der Seminare dich wirklich interessiert und mit welchen Dozierenden du sympathisierst.

Bleib geduldig, gelassen und trotzdem gewissenhaft. Viele Fragezeichen und Unsicherheiten lösen sich mit der Zeit auf. Dennoch muss nichts auf Dauer ungeklärt bleiben und Nachfragen lohnt sich. Auch Anträge auf bestimmte Finanzierungshilfen (z. B. auf eine Rückerstattung des Semesterbeitrags beim AStA) können sich lohnen, auch wenn du auf den ersten Blick glaubst, dafür nicht berechtigt zu sein.

Lerne wichtige Anlaufstellen kennen, ob am Institut, an der Universität oder darüber hinaus zum Beispiel im studierendenWERK BERLIN. Sie sind da, um dir zu helfen.

(Foto: Jana Judisch)

Viktoria

Zu Beginn eines jeden Wintersemesters strömen tausende Erstis an die Universitäten und Hochschulen. Der Start ins Studentenleben ist auch oft der Beginn eines neuen Lebensabschnitts, verbunden mit allerhand Unsicherheiten und Wünschen für die Zukunft.

Mein ganz persönlicher Tipp: Genießt die Zeit, probiert euch aus!

Ein Blick in die Studien- und Prüfungsordnung gewährt zwar einen guten Überblick, dennoch sollte man sich eine gewisse Gestaltungsfreiheit im eigenen Studienverlauf erlauben. Der Besuch fachfremder Lehrveranstaltungen bringt zwar keine Credit Points, wohl aber interessante Einblicke in andere Themen und Perspektiven – und evtl. ungeahnte Möglichkeiten für die Zukunft.

In Zeiten von Corona ist auch der Studienalltag weit entfernt von Normalität, Interaktionen mit Kommiliton*innen und Lehrenden finden auf digitaler Ebene oder im Rahmen weniger Präsenztermine statt. Bleibt trotzdem am Ball, knüpft so gut es geht Kontakte und nutzt bei Bedarf die zahlreichen Beratungs- und Unterstützungsangebote für Studierende in Berlin. Dann kann selbst ein Semesterstart unter erschwerten Bedingungen gelingen und den Auftakt in eine spannende Studienzeit darstellen.

(Foto: privat)

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