Foto: Jana Judisch

Wenn die Bleibe vorerst ausbleibt

Für rund 175.000 Studierende ist das STW zuständig. Die Plätze im Wohnheim sind jedoch begrenzt. Das IC studi@home zeigt Alternativen auf.

09.09.2019

von Mandy Krause

Wohin, wenn der Platz im Wohnheim noch auf sich warten lässt? Ellen Krüger von der Abteilung studentisches Wohnen zeigt Alternativen auf.

Frau Krüger, seit September 2018 gibt es im studierendenWERK BERLIN eine spezielle Anlaufstelle für Wohnangelegenheiten: das InfoCenter IC studi@home. Welchen Service bieten Sie den Studierenden?

Mit unserem InfoCenter haben wir eine Einrichtung geschaffen, die alle Belange rund um das Thema Wohnen zentralisiert und gebündelt bearbeiten kann. Zwischen 10 und 17 Uhr haben wir für die Studierenden geöffnet. Uns erreicht man auf telefonischem, schriftlichem und persönlichem Weg. Unser Hauptaugenmerk liegt in der Betreuung der wohnungssuchenden Studierenden, beispielsweise beim Bewerbungsprozess. Wir informieren jedoch auch über alternative Wohnmöglichkeiten und geben Hinweise zur Wohnungssuche auf dem freien Markt.

Welche Alternativen können Sie empfehlen?

Ich rate dazu, vor allem die Wohnungsangebote der städtischen Wohnungsbaugesellschaften zu prüfen. Diese haben häufig ein extra Kontingent an Wohnungen, die ausschließlich an Studierende vermietet werden. Auf der Webseite www.inberlinwohnen.de lässt sich nach den Inseraten aller sechs Gesellschaften suchen.

Darüber hinaus sollten Studierende einen Wohnberechtigungsschein (WBS) beantragen. Dieser richtet sich nach dem Jahreseinkommen. Auch BAföG-Empfänger*innen können deshalb einen WBS beantragen. Studierende aus dem Ausland außerhalb der EU haben mit einer gültigen Aufenthaltserlaubnis von mindestens einem Jahr auch die Chance auf einen WBS.

Auf der Website des studierendenWERKs gibt es zudem die Wohnraumbörse, durch die wir vor allem private Anbieter dazu aufrufen wollen, freien Wohnraum zugänglich zu machen. Die Inserate werden von unseren Mitarbeiter*innen vor Veröffentlichung geprüft. Die Chancen, hierüber ein Zimmer oder eine Wohnung zu finden, sind vergleichsweise hoch, da die Nachfrage geringer ist als bei den gängigen Wohnungsportalen. 

Welche Möglichkeiten bieten Sie für Familien an?

Für Familien gilt: beide Partner*innen müssen an einer unserer Kooperationshochschulen immatrikuliert sein. Leider haben wir aber nur sehr wenige Plätze für Familien, sodass häufig mit einer Wartezeit von drei Semestern zu rechnen ist. Ich empfehle also Familien auch an dieser Stelle, sich eher an die städtischen Wohnungsbaugesellschaften zu wenden. Diese bieten häufiger Wohnungen von entsprechender Größe an.

Wo sehen Sie noch Verbesserungsbedarf bei Ihrer täglichen Arbeit mit den Studierenden?

Leider kommt es in unseren Wohnheimen zudem oftmals zur illegalen Untervermietung. Es gibt Studierende, die ihre Wohnung oder ihr Zimmer auf diversen Onlineportalen ohne Zustimmung ihrer Wohnheimverwaltung zu hohen Preisen anbieten. Das ist ein großes Problem, da wir auf diesem Weg den Ansprüchen derjenigen auf der Warteliste nicht gerecht werden können.
Wer ein Semester ins Ausland geht oder ein Praktikum in einer anderen deutschen Stadt macht, kann sich die Erlaubnis der Wohnheimverwaltung einholen und sich dann eine*n Untermieter*in suchen. 

Welche abschließenden Tipps haben Sie am Ende noch für Studierende auf Wohnungssuche?

Ich kann Studierenden nur empfehlen, ihre Fühler in alle Richtungen auszustrecken. Das heißt, dass sie u. a. Randbezirke, vor allem im Osten Berlins, mit in Erwägung ziehen oder sich bei der Bewerbung um einen Wohnheimplatz vorrangig um ein Zimmer statt um ein ganzes Apartment bewerben. Es gibt darüber hinaus auch einige private Wohnheime, auf die sich zurückgreifen lässt.

Neben unserer Wohnraumbörse, die unter dem Stichwort FAIRmieten läuft, weisen wir Studierende auch auf die Initiative FAIRteilen hin: Wer schon jemandem im Wohnheim kennt und kein Problem damit hat, sich ein Zimmer zu teilen, kann für eine Dauer von maximal 6 Monaten dort mit einziehen.

 

 Warum die Warteliste für einen Wohnheimplatz so lang ist, könnt ihr hier nachlasen.

 

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