Welcher Hausarbeitstyp bist du?

Machen wir uns nichts vor, für die meisten Studierenden sind Hausarbeiten ein leidiges Thema.

15.02.2021

von Wendy Sexton

Um sich der gefürchteten Herausforderung anzunähern, hat sich im Laufe der Geschichte eine erstaunliche Bandbreite an Vorgehensweisen entwickelt. Denn wie sagt man so schön: Alle Wege führen nach Rom, wenn auch manche eher schlecht als recht. Aber am Ende zählt nur eins: Das Schwarze muss aufs Weiße.

 

Student rührt in einem Kochtopf.

Der Prokrastinateur

Wenn mein ehemaliger Mitbewohner mal wieder mit penibler Sorgfalt begann, die WG-Küche zu putzen, wussten alle, was los war: eine Klausur stand an. Gleiches lässt sich bei Studis, die gerade Hausarbeiten schreiben zuhauf beobachten. Die Abgabefrist steht fest und du weißt genau, was zu tun ist: Definitiv erst einmal das Zimmer aufräumen. Sich in Haushaltsarbeit zu vertiefen, ist ein erstaunlich weit verbreitetes Symptom der sogenannten „Aufschieberitis“. Auch andere Formen der Ablenkung sind herzlich willkommen. Das ist ja auch nicht schlimm. Schließlich kann man sich in einem ordentlichen Zimmer oder nach einer schönen Runde Sport viel besser konzentrieren, ist ja klar.

Foto: Felix Noak

Post-its und Stift auf einem Schreibtisch

Die Querbeet-Chaotin

Wer chaotisch arbeitet, sollte besser rechtzeitig beginnen. Denn die Querbeet-Chaotin versinkt schon bei der Vorarbeit in mehr oder minder „geordnetem“ Chaos. Stapelweise Bücher mit bunten Notiz-Zetteln und durchmischte Zitatlisten mit farbigen Krakeleien gehören definitiv in ihr Gefilde.

Wenn es dann an die Hausarbeit geht, folgt die Fortsetzung: Warum bitte schön mit Kapitel eins beginnen, nur weil eine Eins davorsteht? Der Einstieg geschieht nach Gefühl! Kommt zwischendurch ein Gedanke, kann durchaus quer durch die ganze Arbeit an anderer Stelle weitergeschrieben werden. So springt man von oben nach unten und wieder zurück. Der so entstandene Flickenteppich muss dann nur noch zusammengeflickt werden. Und fertig ist die Hausarbeit! Ach Moment, da waren ja noch die Fußnoten, die ich später machen wollte.

Foto: Daria Nepriakhina/pixabay.com

Student mit Laptop und Kaffee auf einer Bank

Der Adrenalin-Junkie

Der Adrenalin-Junkie unter den Hausarbeitschreiber*innen ist ein ambivalentes Geschöpf.

Während die Hausarbeit dem eben genannten Prokrastinateur ein permanent schlechtes Gewissen macht, ist sich der Adrenalin-Junkie keiner Schuld bewusst.

Er wartet in Tiefenentspannung, um kurz vor Abgabefrist den echten Nervenkitzel des Zeitdrucks zu erleben. Mit einem simplen „Ich kann unter Zeitdruck einfach besser arbeiten“ verkriecht er sich dann nächteweise mit seiner Kaffeekanne ins Zimmer. Getreu dem Motto „Quick and Dirty“ geht er ans Werk und schreibt einfach drauf los. Ein guter Freund von mir hat diese Vorgehensweise perfektioniert und sogar bei seiner Bachelorarbeit beibehalten. Zu riskant? Was soll ich sagen? Bestanden ist bestanden!

Foto: Comfreak/pixabay.com

Studentin sitzt auf einem Bett mit Laptop und Büchern.

Die strukturliebende Frühstarterin

Das Gegenteil zu all diesen Beispielen ist die strukturliebende Frühstarterin. Sie beginnt lange Zeit vor der Abgabefrist und weiß ihr Thema bevor die anderen auch nur darüber nachgedacht haben. Sie arbeitet strukturiert und nutzt ein Zitierprogramm, um stringente Fußnoten und eine perfekte Lithographie zu erstellen. Ihre Arbeit ist sowohl inhaltlich als auch formal einwandfrei. Ein doppeltes Leerzeichen ist für die strukturliebende Frühstarterin wie ein Stich ins Herz. Nach getaner Arbeit geht diese zum Korrekturlesen an Bekannte. Unter Umständen sendet sie zudem eine Leseprobe an den*die Dozierende*n und überarbeitet das Manuskript nach erhaltenem Feedback erneut.

Viele träumen davon, dieser Hausarbeitstyp zu sein. Und auch wenn es kaum möglich scheint, es gibt sie wirklich.

Foto: Felix Noak


Und? Welcher Hausarbeitstyp bist du? Prokrastinateur*in, Adrenalin-Junkie, Chaot*in oder eher Frühstarter*in? Oder hast du dich gar in mehreren wiedererkannt?

Mach dir keine Sorgen, falls du zu einer der aufschiebenden Sorten gehörst. Die Tatsache, dass ich das Wort „Prokrastination“ erst im Studium kennengelernt habe, weist deutlich auf die weite Verbreitung im Unikontext hin. Aber im akademischen Bereich will Aufschieberitis zumindest gewählt ausgedrückt sein!

Fest steht aber trotzdem, dass keiner dieser Typen in Stein gemeißelt ist. Mit ein bisschen Anstrengung und dem richtigen Mindset kannst du dem Ganzen entkommen. Und wer weiß, vielleicht wachst auch du eines Tages auf und bist ein*e strukturliebende*r Frühstarter*in.

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