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Halloween-Kürbisse

Von der Tierhaut zum Vampirgebiss – Halloween im Laufe der Geschichte

Der 31. Oktober ist ein weithin bekannter Feiertag: der Reformationstag. – Oder hattest du gerade auch etwas anderes im Sinn?

28.10.2021

von Wendy Sexton

Etwas mit Kunstblut und Schauergeschichten? Klar, die Rede ist von Halloween. Tauchen wir in die Geschichte des gruseligen Brauches ein!

Feuer

Wo kommt Halloween eigentlich her?

Es ranken sich verschiedene Legenden um die genaue Entstehung des Festes. Die USA geben zwar heute Unsummen für ihr geliebtes Gruselfest aus, doch kommt der Brauch ursprünglich aus Irland. Die Kelten sollen am 31. Oktober mit dem Samhain-Fest den Jahreswechsel gefeiert haben. An diesem Tag soll das Tor zum Totenreich offenstehen und Geistern das Herumwandeln auf der Erde ermöglichen. Zu diesem Anlass wurden große Feuer entzündet und gefeiert.

Später wurde der heidnische Brauch christianisiert. Indem Papst Gregor IV. Allerheiligen  auf den 1. November legte, wurde der 31. Oktober zum „All Hallows Eve“ erklärt, was so viel bedeutet wie „Der Abend vor Allerheiligen“. Die umständliche Bezeichnung wandelte sich schließlich zu „Halloween“.

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Frau in Halloween-Verkleidung

Wie kam es zur Kostümierung?

Schon die Kelten bedeckten sich mit Tierhäuten, um sich vor den Geistern zu verbergen. Andere Quellen besagen, dass die späteren Iren gruselige Masken trugen, um die Geister abzuschrecken. Der Brauch wandelte sich sicherlich im Laufe der Zeit und hatte verschiedene Einflüsse.

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Süßigkeiten in Gläsern

Warum gibt es an Halloween Süßigkeiten? 

Hingegen einer naheliegenden Vermutung wurde dieser Brauch nicht von Mr. KitKat und der Süßigkeitenindustrie eingeführt. Tatsächlich gibt es auch hier verschiedene historische Bezüge: In Irland soll man schon früh Essen für übernatürliche Wesen vor die Tür gestellt haben. Außerdem gab es anscheinend am besagten Samhein-Fest verkleidete Kelten, die von Tür zu Tür gingen, um für Essen und Trinken kleine Albernheiten aufzuführen. Und auch die Christen stellten milde Gaben vor die Türen, um das Leiden der Toten im Fegefeuer zu lindern.

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Halloween-Kürbisse

Was sollen die vielen Kürbisse?

Nach einer irischen Sage soll ein Mann namens Jack am Halloween-Abend seine Seele an den Teufel verkauft haben. So war er nach seinem Tod im Himmel nicht willkommen. Da Jack den Teufel betrogen hatte, ließ dieser ihn auch nicht in die Hölle eintreten. Stattdessen gab er ihm ein Stück Kohle, das Jack in eine ausgeschnitzte Rübe steckte. Mit dieser Laterne geistert er bis heute zwischen Himmel und Erde umher.

Der Kürbis war also ursprünglich eine Rübe. Doch als Halloween mit den irischen Migrant*innen in die USA kam, waren dort Kürbisse leichter verfügbar und schlicht leichter auszuschnitzen als Rüben.

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Karnevalsdekoration

Wie kam es nach Deutschland? 

Die Gründe dafür, dass Halloween hier mehr und mehr Anklang fand und findet, sehen Expert*innen vor allem in dem Wunsch nach neuen Bräuchen, da christliche Feiertage zunehmend an Bedeutung verlieren. Einen entscheidenden Beitrag zur Übersiedlung von Halloween schreibt sich außerdem die "Fachgruppe Karneval im Deutschen Verband der Spielwarenindustrie (DVSI)" zu. Während des Golfkriegs musste der Karneval 1991 in Deutschland ausfallen. Um die Einbußen der Verkleidungsindustrie auszugleichen, fuhren sie eine breit angelegte Halloween-Kampagne und ebneten so unter Umständen den Weg für den Einzug des gruseligen Brauches nach Deutschland.

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