Foto: Luise Wagener

Von Frau zu Frau: Ottilies Café

Einmal im Monat verwandelt sich das Kaminzimmer der Coffeebar „c.t.“ in Ottilies Café. Werkblatt war dabei und zeigt, was frau erwarten kann.

von Mandy Krause

„Knapp bei Kasse“ lautet das Thema im Ottilies Café an diesem Mittwoch.

Zwischen Seminar und Vorlesung, zwischen Mini- und Midi-Job und zwischen Kranken- und Rentenversicherung muss irgendwie auch noch ein Leben passen. Deshalb widmen sich die Teilnehmerinnen an diesem Tag Fragen wie Kann ich mich von der Rentenversicherung befreien lassen? Wie kann ich einen Job finden, wenn meine Deutschkenntnisse noch nicht so gut sind?  Kann ich mit meinem Aufenthaltstitel BAföG beantragen?

Kurzum: Studium und Arbeit, (wie) geht das? Hier kommt Ottilies Café ins Spiel. Frauen, vor allem Studentinnen aus dem Ausland, sind die Zielgruppe der Veranstaltungsreihe des studierendenWERKs BERLIN.

„Es geht darum, Mut zu machen“, erzählt Franziska Kildal. „Wenn Frauen acht von zehn Voraussetzungen für eine Stelle erfüllen, dann bewerben sie sich am Ende trotzdem nicht.“ Franziska Kildal arbeitet als Sozialberaterin im studierendenWERK. In ihrer Tätigkeit hilft sie Studierenden dabei, ihr Studium zu finanzieren. Dabei räumt sie auch mit Mythen aus der diffusen Sparte ‚Sozialversicherung‘ auf.

Woran liegt es, dass sich Frauen trotz persönlicher Eignung seltener bewerben? „Weibliche Studierende halten öfter an den zwei Voraussetzungen fest, die sie auf den ersten Blick nicht erfüllen, als an den acht, mit denen sie locker übereinstimmen. Ihnen fehlt der Mut zu sagen: Ich kann das trotzdem.“ Männer greifen also schneller zu den Produkten oben im Regal, für die sich Frauen von vorne herein nicht groß genug fühlen.

Ottilies Café setzt genau bei diesen Hürden an. Dort sollen Frauen die Chance erhalten, in einen zwanglosen Austausch zu kommen, von ihren Erfahrungen zu berichten und sich gegenseitig zu ermutigen. Internationale Studierende sollen sich angesprochen fühlen, denn sie finden noch viel schwieriger den Weg durch den Gesetzes-Dschungel in Deutschland als Muttersprachler. Deshalb bieten die Mitarbeiterinnen der Sozialberatung im Anschluss an die offizielle Austauschrunde immer noch die Möglichkeit für individuelle Fragen an.

Einmal im Monat, in der Regel an einem Mittwoch zwischen 15 und 17 Uhr, findet Ottilies Café statt. Eine Teilnahme ist ohne Anmeldung möglich. Daher wisse man auch nie, wie viele Studentinnen kommen, so die Sozialberaterin.

Wer aber war Ottilie von Hansemann, die Namensgeberin für diese Veranstaltungsreihe?
Ottilie von Hansemann, eine Frauenrechtlerin aus dem frühen 20. Jahrhundert, verfolgte das Ziel, insbesondere weibliche Studierende zu fördern. Aus ihrem Nachlass, den sie an das studierendenWERK Berlin richtete, wurde im Jahr 2016 Ottilies Café ins Leben gerufen.

"Was ist mit mir?", werden sich männliche Leser inzwischen fragen. Darauf reagieren die Organisatorinnen von Ottilies Café gelassen: „Männliche Studierende sind von Ottilies Café nicht per se ausgeschlossen. Solange es kein Veto seitens der Studentinnen gibt, ist auch eine gemischte Runde möglich.“

Nach der Sommerpause im Juli findet Ottilies Café das nächste Mal im August unter dem Titel „Rund um BAföG“ statt. Mehr Infos dazu findet ihr demnächst hier.


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