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Staatsbibliothek Berlin

Virtuell im Bücherregal stöbern

Verschlossene Lesesäle und zeitlich begrenzte Zutritte in die Freihandbereiche – die Services der wissenschaftlichen Bibliotheken sind stark eingeschränkt worden. Wie könnt ihr euch dennoch einen Hauch Bib-Atmosphäre nach Hause holen?

09.03.2021

von Mandy Krause

Die Zeit zwischen den Semestern ist eigentlich die Zeit zwischen den Bücherregalen. Hausarbeiten, Klausuren, Abschlussarbeiten – für all das steht ein Besuch der Unibibliothek an. Doch bis auf einen eingeschränkten Leihbetrieb sind die Services der meisten Bibliotheken stillgelegt. Selbst drei Hausarbeiten auf der Soll-Seite, suche ich im Gespräch mit einzelnen Bibliotheken nach Möglichkeiten, den Zugang zu Fachliteratur auch von zu Hause aus zu meistern. Welche Services bieten die Bibliotheken während des Lockdowns?

Der Vor-Ort-Service der Staatsbibliothek Berlin am Standort Potsdamer Straße beschränkt sich ausschließlich auf einen Kurzaufenthalt, der nur nachweislich mit einem Termin möglich ist. „Wir haben uns von einer Bibliothek mit völlig normalem Betrieb hin zu einem Ort gewandelt, an dem die Benutzer*innen lediglich fünf vorbestellte Bücher in einem Zeitfenster von vier Stunden abholen können“, sagt eine Mitarbeiterin der Staatsbibliothek am Info-Telefon.

Maximal fünf Bücher dürfen also online vorbestellt und dann abgeholt werden. Ein Zugang zum Lesesaal ist nicht möglich. Obwohl sie ihr digitales Angebot erweitert hätten, sei nach wie vor nicht der ganze Bestand bestellbar, so die Mitarbeiterin. Darüber hinaus bietet die Staatsbibliothek einen Fernleihservice und die Möglichkeit, Scans von Büchern zu bestellen, die bis 1920 erschienen sind. Die Mitarbeiter*innen täten hinter den Kulissen ihr Bestes, um den Bedürfnissen der Benutzer*innen gerecht zu werden. Doch eine Erweiterung des Serviceangebots ist unter den aktuellen Bedingungen nicht möglich, da das letzte Wort die Senatskanzlei für Wissenschaft und Forschung hat, so die Mitarbeiterin.

Auch das Grimm-Zentrum, die Zentralbibliothek der Humboldt-Universität sowie die einzelnen Zweigstellen unterliegen den Senatsbestimmungen. Die Bibliotheken der HU ermöglichen jedoch weiterhin einen Zugang zum Freihandbereich. Mit einer Wegekarte, die im Eingangsbereich ausgegeben wird, ist der Zutritt für eine begrenzte Zeit von zwei Stunden gestattet. Ein kurzes Stöbern ist also zumindest in den Bibliotheken der HU möglich. Lediglich das Arbeiten in einer konzentrierten Atmosphäre entfällt bis mindesten 14. März gänzlich – zum Bedauern vieler Studierender.

Darüber hinaus bietet das Grimm-Zentrum seit Oktober virtuelle Coffee Lectures an. Mit Impulsvorträgen geben Mitarbeiter*innen Tipps und Tricks zum Umgang mit Literaturverwaltungsprogrammen, zur richtigen Online-Recherche oder zum berühmten Roten Faden. Eine Anmeldung ist nicht notwendig, die Zoom-Links werden auf der Webseite bereitgestellt.

Der typische lange Arbeitstag in der Bibliothek, von Platz suchen, über Laptop aufklappen, den Blick umherschweifen lassen und sich von der Konzentration anderer antreiben lassen – der bleibt erstmal aus. Doch mit den entsprechenden Recherchetechniken können Studierende auch online in den Bücherregalen stöbern und dabei sogar ein Heißgetränk zwischen die Regale mitnehmen.

 

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