Video: Was ist das Creative Lab?

Claudia Brieske vom KUNSTRAUM berichtet im Interview zur Workshop-Reihe "Creative Lab" und erläutert, wie sich Kunst- und Kreativstudierende auf die Zeit nach dem Studium vorbereiten können.

24.06.2021


Transkript

Daniela: Ich spreche heute mit Claudia Brieske vom Kunstraum im studierendenWERK. Wir wollen heute über die Veranstaltungsreihe Creative Lab sprechen, wo es darum geht, dass sich Kunststudierende professionalisieren und auf die Zeit nach dem Studium vorbereiten. Hallo Claudia.

Claudia: Hallo

Daniela: Was genau verbirgt sich denn hinter dem Creative Lab und an wen richtet sich das?

Claudia: Das Creative Lab ist neben dem Ausstellungsprogramm ein neues Programm, dass wir aufgelegt haben. Ein Workshop- und Vertiefungsprogramm, das richtet sich vorwiegend an Studierende in den höheren Semestern, die kurz vor dem Abschluss des Studiums stehen. Und sich natürlich jetzt schon kümmern müssen und kümmern möchten um bestimmte Fragen, so wie läuft das eigentlich auf dem Kunstmarkt? Oder wenn ich mein Studium abgeschlossen habe, wie geht es jetzt professionell weiter? Welche ersten Schritte gehe ich? Kreativ Studierende  und Kunststudierende – wir richten uns ja nicht nur an Studierende der Kunsthochschulen sondern auch an Kommunikationsdesigner und auch andere kreativ arbeitende Studierende – die verlassen natürlich, wenn sie ihr Studium abgeschlossen haben erst mal eine ganz bestimmte Struktur, ganz bestimmten Raum und Netzwerke. Auch geschützte Räume.

Da ist auch ganz oft der Punkt, ich hab jetzt so viel für meine Prüfung und Abschlüsse arbeiten müssen, so dass ich dafür gar keine Zeit hatte mich irgendwie darum zu kümmern: Wie gehts jetzt weiter? Und stehe jetzt vor einem großen Nichts. Und da wollen wir natürlich schon jetzt, während sie studieren oder am Ende des Studiums sind, so ein paar Richtungen aufweisen. Oder ganz klar sagen: Ok also diese Netzwerkarbeit sollte jetzt getan werden. Wie bewerbe ich mich für Wettbewerbe, Galerien, Projekte? Und wie man z. B. ein Artist Statement setzt. Wie wir es jetzt in diesem Workshop mit Lotta Pick, einer Kuratorin von der Open White Gallery, gemacht haben. Wir beraten die Studierenden wie sie ihr Artist Statement im Portfolio bearbeiten, was Kurator*innen auch sehen wollen. Und da haben wir Leute als Leiter*innen des Workshop-Programms am Start, die wirklich aus der Szene kommen. Also junge Kurator*innen, wie Lotta Pick oder auch Dominique Hurth, eine Künstlerin.

Diese Akteure, das sind ja professionelle Akteure der Berliner und internationalen Kunstszene, die sind wiederum natürlich auch mit anderen Künstler*innen vernetzt, und so haben wir auch Gastkünstler*innen im Programm.

Daniela: Wie ist denn deine Sicht: die Vorbereitung auf die Zeit danach, kümmern sich da die Unis zu wenig? Gibt es da einen großen Bedarf?

Claudia: Ich glaube nicht, dass sich die Unis und Kunsthochschulen zu wenig darum kümmern. Ich sehe unser Creative-Lab-Programm eher als eine Ergänzung dazu. Unser Programm lebt natürlich von den speziellen Inhalten, die auch mit den Akteur*innen zu tun haben, den Leiter*innen, die wir finden. Es gibt kein Rezept "wie man es macht", erfolgreich nachher in der Kunstszene Fuß zu fassen und weil es das nicht gibt, laden wir verschiedenste Leute ein, die von sich berichten, sodass unsere Teilnehmer*innen sich ihren eigenen individuellen Weg auch erarbeiten und suchen können.

Daniela: Welche Fähigkeiten meinst du braucht man, insbesondere Kunsthochschulabsolventen, neben den künstlerischen Talenten natürlich, um langfristig nachhaltig erfolgreich zu sein?

Claudia: Um Erfolgreich zu sein kommt man nicht umhin: Disziplin ist alles. Dass ich das liebe, was ich tue, dass ich neugierig bin, aber auch selbstkritisch. Aber auch ein gesundes Selbstbewusstsein, also ein gewisser Mut, sich in Räume und Strukturen zu bewegen, die mir unbekannt sind.

Daniela: Wie ist dann denn jetzt in der aktuellen Situation, wo ja noch sehr viel digital stattfindet, wie wichtig ist da der persönliche Kontakt und wie kann man das auch in Corona-Zeiten aufbauen?

Claudia: Wie schon gesagt, Netzwerke sind total wichtig, um nicht nur in der kreativen Kunst zu bestehen, in der Musik etc. ist das alles genau das Gleiche. Und deswegen, dieses "Netzwerke aufbauen" das kann man natürlich am besten machen, wenn man sich wirklich trifft und sieht in der Präsenz. Aber nicht ausschließlich. Es gibt auch Möglichkeiten, das auch wirklich digital zu machen. Deswegen haben wir ja jetzt  in Corona-Zeiten Lotta Pick und auch jetzt nächste Woche fängt der Blender-Workshop mit Leonard Bertram an. Die laufen natürlich digital. Hier mit diesen Möglichkeiten sind die Studierenden das auch gewohnt diese Möglichkeiten zu nutzen. Auch wenn es nicht so ideal klappt, aber auch da lassen sich Netzwerke knüpfen. Wir hoffen, ab September, wenn der Workshop mit Dominique Hurth stattfindet, ein Artist Curator, dass wir ihn schon im Kunstraum Potsdamer Straße stattfinden lassen können.

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