Foto: Felix Noak / stW BERLIN
Besucher*innen in einer Ausstellung im KUNSTRAUM Potsdamer Straße

Video: KUNSTRAUM Potsdamer Straße

Studentische Kunst mitten im Galeriekiez. Wir haben uns im KUNSTRAUM Potsdamer Straße umgeschaut.

27.10.2021

von Jennifer Berning


Die nächste Ausstellung mit dem Titel "Inside Plattenbau – Abgründe und Höhenflüge" eröffnet übrigens am 5. November. Kommt vorbei!

Hallo, ich bin Jakob Urban. Ich bin studentische Hilfskraft im studierendenWERK im Büro für Kultur und Internationales und bin hauptsächlich für den Bereich Bildende Kunst zuständig.

Kannst du uns mehr über den KUNSTRAUM erzählen?

Und wir betreiben in diesem Bereich eben Kunsträume, unter anderem unseren größten Kunstraum, den Kunstraum Potsdamer Straße, wo ich jetzt gerade hier stehe. Der Kunstraum befindet sich in einem alten Parkhaus, das in den 70er Jahren in so einer brutalistischen Architektur gemacht wurde, und seit 2017 bespielen wir sozusagen die Räume hier, also dieser Galerieraum war vorher auch ein Internetcafé, war ein griechischer Supermarkt, hatte sehr multiple Funktionen und ist jetzt eben eine Art Galerie und Kunstprojektraum für Studierende.

Wer kann hier ausstellen?

Wenn man hier ausstellen will, dafür sind wir natürlich immer offen. Für studentische Ausstellungen, also nur Studierende an Berliner Hochschulen können hier ausstellen, und das Ganze funktioniert so, dass man sich eben bei uns meldet mit einem Ausstellungskonzept, Portfolios der teilnehmenden Künstler*innen und einfach so ein paar Infos: Wer sind diese Künstler*innen, was machen die und was eben soll in der Ausstellung herausgearbeitet werden? Dass man eben einen Einblick bekommt. Das Ganze muss natürlich nicht fertig von A bis Z durchorganisiert sein. Wir sind hauptsächlich offen für Gruppen, das bedeutet, also entweder jemand kommt mit einem kuratorischen Konzept und hat Leute, die eben kuratiert werden oder eine Gruppe hat sich gefunden und entscheidet zusammen, wie das Ganze aufgebaut werden soll. Das ist eben nicht wirklich ein Raum für große Einzelausstellungen, sondern es geht um die Gruppe, um das Kollektiv und um die Gemeinsamkeit.

Wie unterstützt ihr die Studierenden?

Und unsere Unterstützung ist multipel. Also einerseits natürlich alles was Organisation und Logistik angeht. Wir haben auch Material, mit dem aufgebaut werden kann. Wir stellen Aufbautechniker*innen ein, die beim Aufbau helfen, bei der Hängung von Malerei, bei dem Aufbau von Beamern für Videos. Wir organisieren die Transporte vom Atelier in den Kunstraum, vom Kunstraum ins Atelier und dann gibt es natürlich auch, wenn zum Beispiel installative Arbeiten im Raum entstehen, ein gewisses Materialbudget, das eben geschaut wird, dass eben die Künstler*innen nicht selbst alle Kosten tragen. Was wir auch übernehmen, ist Pressearbeit und den Druck von Postkarten von Postern und allem drum und dran.

Wer besucht den Kunstraum?

Wir haben hier ein sehr diverses Publikum. Das Tolle ist natürlich, dass wir direkt an der Potsdamer Straße sind, also einer der großen Galeriestraßen in Berlin, das heißt, neben Freunden und Verwandten der Künstler*innen kommen natürlich auch Laufpublikum, also Menschen, die wirklich interessiert an Kunst sind, in die anderen Galerien gehen und eben auch interessiert daran sind, junge Kunst, die gerade entsteht in Berlin, zu entdecken.

Wie geht’s jetzt weiter?

Was ich am besten finde, ist natürlich, dass wir jetzt wieder aufmachen können, nachdem wir eine ziemlich volle Saison mit digitalen Ausstellungen hatten. Was natürlich aber jetzt schön ist, ist die Menschen wiederzusehen, und wieder zu sehen, wie die Menschen wieder einen direkten Bezug zu Kunst live haben, zu der physischen Manifestation von Kunst, vor den Gemälden stehen, so wie ich das jetzt hier tue. Die Pinselstriche wirklich sehen, und auch die Interaktionen, das eben hier Künstler*innen sind, Menschen sagen, „ach das gefällt mir“ und sie ins Gespräch kommen und eben so auch ein Kollektivgedanke, ein Community-Gedanke, der ja wirklich im Herzen dieses Raums auch ist, wieder richtig durchkommt.

Und die nächste Ausstellung, die wir haben werden, ist im November. Und die wird nochmal ganz anders und da haben wir Menschen, die hauptsächlich einen architektonischen Fokus haben, und den eben in die Bildende Kunst reinbringen. Und was passt da besser, als ein früheres Parkhaus mit multipler Nutzung. Das heißt, auch da seid ihr natürlich herzlich eingeladen.

#Hintergründe  #Kultur & Freizeit