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Hand im Einweghandschuh hält Flasche mit Impfstoff.

Video: Impfzentrum im studierendenWERK

Mitte August geht das Impfzentrum im stW in die zweite Runde. Im Videointerview gibt Pressesprecherin Jana Judisch Einblick hinter die Kulissen.

26.07.2021

Also wir sind hier im Impfzentrum des studierendenWERKs BERLIN, was früher als Mensa bekannt war und hoffentlich bald wieder als Mensa bekannt ist, aber jetzt ist es gerade das Impfzentrum, wo wir in den letzten zwei Wochen über 2.000 Studierende gegen Covid-19 geimpft haben.

War der Andrang groß?

Wir waren, muss man schon sagen, ein bisschen überrascht. Wir hatten hier mit einem sehr großen Andrang gerechnet. Die Senatskanzlei hatte ja ganz bewusst so eine Kampagne für Studierende ins Leben gerufen, auch um den Campus dann in der Winterzeit auch wieder öffnen zu können. Da haben nicht nur wir Impfdosen erhalten, auch die Universitäten haben welche bekommen. Und wir gingen persönlich davon aus, dass eben nur sehr wenige Studierende überhaupt schon ein Impfangebot erhalten hatten, die sind ja sehr jung und waren häufig in keiner Prioritätsgruppe drin. Und waren dann doch sehr überrascht, dass wir nicht den Andrang hatten, den wir vermutet haben, sagen wir mal so. Zügig sind Termine weggegangen und trotzdem waren doch viele, viele Lücken und zwischendurch hatten wir Tage, wo wir also wirklich nur ein Drittel von den Terminen überhaupt belegen konnten, die wir gehabt hätten an dem Tag. Also da waren wir doch sehr überrascht, dass jetzt nicht so ein großer Andrang ist.

Wie stellt man so kurzfristig ein Impfzentrum auf die Beine?

Also die Meldung, dass wir jetzt Impfstoff bekommen, den wir bitte verimpfen mögen, die kam recht kurzfristig, sodass wir eigentlich knapp nur eine Woche Zeit hatten, überhaupt alles auf die Beine zu stellen, das ist schon eine ziemlich hohe logistische Herausforderung, man muss die Impfkabinen, also hier diese Möbel bestellen, man muss Wege kennzeichnen, man muss Helfer finden, man muss aber auch – und das ist das Wichtigste – Ärzte finden, die das überhaupt verimpfen können. Das war die größte Herausforderung, das ist gar nicht so einfach. Ärzte sind gerade sehr gefragt. Darüber hinaus brauchten wir noch eine Anmeldungssoftware. Wir hatten zu dem Zeitpunkt keine Terminsoftware oder so etwas, das hat also unsere Programmierbude, die uns ja sehr viel begleitet, hat die in drei Tagen mal eben so eine Terminbuchung dahin gezaubert.

Was waren die häufigsten Fragen der Studierenden?

Die Studis haben oft gefragt, warum kann ich nicht gleich den Zweittermin buchen. Wenn Sie eine Software in so kurzer Zeit machen, dann darf die nicht so kompliziert sein.

Was kann man noch verbessern?

Naja also man lernt schon bei Wege ganz ganz viel sozusagen. Man hat sich, also bis hin zur Personalplanung, wir haben uns ja ganz genau überlegt, so und so wollen wir das machen. Da sitzen zwei, da sitzen drei und dann wurde bei Wege immer wieder umgeplant, wenn man dann gemerkt hat, also die Flüsse, wie die kommen sind ganz anders, ach Mensch, wir brauchen gar nicht so viel von dem. Also wir haben viel bei Wege auch noch angepasst und waren dann auch in der zweiten Woche wirklich erst perfektioniert.

Und wie geht es weiter?

Auf alle Fälle kriegen natürlich alle Studierenden, die bei uns die Erstimpfung bekommen haben, ein Angebot für die Zweitimpfung, das ist natürlich Priorität, das ist ja auch ein stückweit eine Verpflichtung von uns. Wir gehen aber davon aus, da sich ja bei Wege jetzt die STIKO-Regeln geändert haben, und man jetzt die Zweitimpfung schon nach vier Wochen bekommen könnte, wir die aber erst nach sechs Wochen geplant haben, wir hatten noch nach den alten Regeln geplant, können auch jetzt nicht umstellen, die Ärzte sind nur in dem Zeitraum, wie wir sie gebucht haben, zur Verfügung, gehen wir davon aus, dass jedenfalls einige die Zweitimpfung woanders holen. Von daher gehen wir davon aus, dass Termine auch übrig bleiben und dann können sich eben auch andere Studierende melden, die vielleicht woanders die Erstimpfung bekommen haben, oder gar noch eine Erstimpfung überhaupt brauchen.

Gab es Überraschungen?

Wir waren schon erstaunt, wie viele Studierende zum Beispiel auch Genesene sind, die also schon Covid hatten und die auch schon in Erfahrung gebracht hatten, dass man dann nur eine Impfung Auffrischungsimpfung braucht und dann auch fertig ist mit dem vollen Impfschutz, das was nicht bekannt war, dass man dafür mindestens sechs Monate warten muss. Wir haben sehr, sehr viele Leute weggeschickt, weil sie erst vor zwei oder drei Monaten Covid hatten und jetzt noch gar nicht für die Impfung in Frage kommen. Auch, wie gesagt, Impfabstände waren nicht so bekannt. Es gab oft Leute, die irgendwie Pfizer als erstes bekommen hatten und dann bei uns, wir hatten ja mit Moderna geimpft, die Zweitimpfung haben wollten aber da haben unsere Ärzte gesagt, nein, das mischen sie nicht. Wir waren auch überrascht, wie wenig Leute das mitbekommen hatten, dass sie diese Unterlagen ausfüllen müssen, den Anamnesebogen, die Einwilligungserklärung, den Aufklärungsbogen. Da haben wir dann schnell so ein paar Tische aufgebaut, haben das Zeug ausgedruckt, hingelegt und haben das dann vor Ort ausfüllen lassen.

Man hört ja, dass immer mehr Leute ihre Zweitimpfung schwänzen …

Wir haben große Befürchtungen, dass die Leute die Zweitimpfung nicht wahrnehmen. Wir hören jetzt schon von Leuten, die sagen, „ja in dem Zeitraum, in dem Sie das jetzt anbieten, kann ich aber nicht, da bin ich im Urlaub“, da gibt es schon große Befürchtungen auch bei uns, dass die Leute das nicht wahrnehmen und wir können nur appellieren an die Studierenden, wenn Sie den Zeitraum, den wir anbieten, nicht wahrnehmen können, dann bitte, suchen Sie sich ein anderes Impfzentrum! Die Berliner Impfzentren haben Termine, die Hochschulen bieten immer wieder Termine an, auch weitaus länger als wir, die impfen ja jetzt noch. Bitte bitte gehen Sie zu ihrer Zweitimpfung, nur dann haben Sie den vollen Schutz, nur dann macht die Öffnung eines Campus auch Sinn.


Hier könnt ihr euch zur Impfung im studierendenWERK anmelden.

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