Foto: SANDRA NEUMANN
Stuhlkreis mit Therapeutin und Studierenden

Trauer ist keine Krankheit

Michael Zeschky, Psychologischer Psychotherapeut, stellt die Trauergruppe des studierendenWERKs vor.

14.04.2020

Gastbeitrag von Michael Zeschky

Es handelt sich hierbei um ein einzigartiges Angebot für Studierende, die den Tod eines Elternteils, Geschwisters oder einer anderen wichtigen Bezugsperson zu beklagen haben.

Nicht gut verarbeitete Trauer kann zu psychosomatischen Beschwerden führen, die Lebensqualität drastisch einschränken, das Studium gefährden und einen erheblichen Stressfaktor darstellen.

In der Beschreibung von Trauerprozessen hat sich folgendes Phasenmodell etabliert, an dem sich das Gruppenkonzept orientiert:

Unmittelbar nach einem schweren Verlust reagieren die meisten Menschen mit Ungläubigkeit, Schock oder Verleugnung. Diesem Zustand folgt eine Phase der aufbrechenden Gefühle, in denen sich Ängste, Wut und depressive Zustände abwechseln können. Im späteren Verlauf der Trauer kann es schließlich zu einer Integration des Verlustes in das eigene Leben kommen. Darunter sollte jedoch nicht verstanden werden, den Tod einer wichtigen Person jemals „in Ordnung“ zu finden. Es geht vielmehr darum, zu akzeptieren, dass die Person physisch nicht mehr anwesend ist, dieser Zustand von Dauer sein wird und mit dieser Tatsache weiterleben zu können.

Das Gruppenangebot der Psychologisch-Psychotherapeutischen Beratungsstelle will Studierende im Trauerprozess darin unterstützen

  • Gedanken und Gefühle mit Anderen zu teilen.
  • Veränderte Rollenbilder zu reflektieren.
  • Stress zu identifizieren und Bewältigungsstrategien zu erproben.
  • Wissen über Trauer zu erhalten.
  • Über die verstorbene Person zu sprechen.
  • Durch Schreibübungen und anderer Methoden der Selbstbeobachtung mehr Bewusstheit zu erlangen und Veränderungen im Erleben wahrzunehmen.
  • Einsamkeit zu reduzieren und Netzwerke aufzubauen.

Unsere therapeutische Grundhaltung ist hierbei stets, dass Trauer ein Ausdruck der Liebe zur verstorbenen Person ist, Zeit benötigt und einzigartig ist.

 

Die Psychologisch-Psychotherapeutische Beratungsstelle des studierendenWERKs BERLIN ist aktuell von Montag bis Freitag zwischen 10 und 12 Uhr in der Notfallsprechstunde unter 030 93939 8401 / 8438 erreichbar. Auch ein Kontakt per E-Mail an pbs@stw.berlin ist möglich.

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