Foto: PEXELS/PIXABAY.COM
Blick auf Paris mit Wasserspeier im Vordergrund

Spielend in die Ferne schweifen

Das Fernweh im Lockdown kann quälend sein. Lasst euch durch ein paar Brettspielideen, die uns thematisch zu Touri-Hotspots führen, ablenken und von besseren Zeiten und schönen Zielen träumen.

02.03.2021

Gastbeitrag von Rolf Götze

Wie wäre es mit „PARIS-Die Stadt der Lichter“? In dem gleichnamigen Legespiel ist nicht nur Kontaktreduzierung angesagt (für 2 Spieler*innen) sondern auch hintergründiges Vorgehen, um dem*der Gegner*in sprichwörtlich das Licht auszublasen. Zeitlich versetzt uns das Spiel in das Paris von 1889 mit der neuesten Errungenschaft: der elektrischen Straßenbeleuchtung.

Als konkurrierende Baumeister*innen lassen wir in den zwei Spielphasen neue Stadtviertel mit engen Gassen und Laternen entstehen. Ziel ist die Errichtung möglichst großer eigener Gebäudekomplexe, die möglichst viele Straßenfelder abdecken. Dazu sollte man möglichst viele Gebäude entstehen lassen, die im Glanze der Lichter (Laternen) erstrahlen Der*die Spieler*in mit den meisten Punkten gewinnt diesen kleinen Wettstreit im charmanten Ambiente.

Das Verlegen und Bauen findet im Schachtelboden statt, sodass nichts verrutschen kann. In Phase 1 entstehen die Gassen von Paris und die später zu verlegenden Gebäudeteile werden ausgewählt. Die Straßenplättchen zeigen vier Felder. Auf diesen sind Laternenfelder und Pflasterflächen mit unterschiedlichen Farben aufgedruckt. Es gibt die eigene Farbe, die des*der Gegner*in und violett als neutrale Farbe. Die Plättchen gilt es so auszulegen, dass man später auch die passenden Gebäudeplättchen auf die Gassen der eigenen und/oder der neutralen Farbe platzieren kann und möglichst viele Laternen daran angrenzen lässt. Neutrale Farben kann jeder nutzen.

In Phase 2 versuchen wir die ergatterten Gebäudeplättchen unterzubringen. Hier gilt es, sich in Phase 1 auch genügend Baumaterial gesichert zu haben. Schafft man es nicht, alle Gebäude zu verbauen, drohen sogar Minuspunkte. Gut, dass noch Sonderaktionen zur Verfügung stehen. Mit diesen kann man die Pläne des*der Konkurrent*in durchkreuzen. So lassen sich zum Beispiel ein Gebäudeteil mit dem Vorrat tauschen, eine zusätzliche Laterne platzieren oder sogar eine Laterne des*der Gegner*in abdecken. Das kann wehtun. Haben beide Spieler*innen alle Ihre Gebäudeplättchen platziert und alle Aktionen genutzt, findet die Schlusswertung statt.
 
Fazit:
„Paris - Die Stadt der Lichter“ ist ein absolut empfehlenswertes und wunderschön gestaltetes 2-Personenspiel. Die Regeln sind schnell verinnerlicht und das ganze Kunstwerk lässt sich in knapp 30 Minuten vollenden. Strategisches Planen, geschicktes Taktieren und eine Affinität zu Legespielen sind jedoch von Vorteil, um Paris zu seinem Eigen zu machen.

Für 2 Spieler*innen, ca. 30 Minuten, ab 10 Jahren, ca. 20 €, Verlag: KOSMOS, Autor: Jose‘ Antonio Abascal

Foto: KOSMOS

Erkunden wir weiter südlich die Landkarte, landen wir zwangsläufig in einer der spektakulärsten Kulturlandschaften Europas, der Toskana! International angehaucht eröffnet uns „The Castles of Tuscany“ ein kurzweiliges Strategiespiel. Optisch vielleicht nicht ganz so urlaubsstimmig findet jede der 2 bis 4 Spieler*innen seine*ihre eigene, modulierbare Spiellandschaft vor. Als Landesfürst*innen in der Toskana des 17. Jh. setzen wir alles daran, ausgehend von unserem Castello, die angrenzenden Regionen zu entwickeln und aufblühen zu lassen. Erfolgreichste Landesfürst*in wird nach drei Wertungsrunden, wie so oft, wer am Ende die meisten Siegpunkte besitzt.


Und so funktioniert es: Jede*r Spieler*in verfügt neben ihrem Landschaftsplan mit farblich unterschiedlichen Sechseckfeldern und dem Startkastell über ein eigenes Tableau. Dies hält die Entwicklungsmöglichkeiten fest und nimmt Landschaftsplättchen auf. Dazu gibt es noch fünf Handkarten und einen Startbonus. Acht Landschaftsplättchen werden als offene Auslage ausgelegt. Die Plättchen zeigen u. a. Kastelle, Städte, Klöster, Gutshöfe, oder Steinbrüche in den Farben der Landschaftsfelder. Beim Zug hat nun jede*r Spieler*in die Wahl zwischen drei Aktionen. Entweder ein Plättchen aus der Auslage nehmen und im eigenen Depot zwischenlagern, ein Plättchen vom Depot aus farblich passend in die eigene Landschaft legen oder Karten ziehen. Das Auslegen verlangt eine farblich passende Kartenhand. Nimmt man sich ein Plättchen aus der Auslage, muss diese sofort mit einem Plättchen vom Tableau aufgefüllt werden. Sobald man ein Plättchen ausgelegt hat, kann man die entsprechende Zusatzaktion dafür für die weitere Planung nutzen. So ermöglicht beispielhaft ein weiteres Kastell die sofortige Aufnahme eines weiteren Plättchens. Baut man ein Dorf, so helfen die Arbeiter, eine Spielkarte zu ersetzen. Die Entwicklung der Landschaft verschafft die ersehnten Siegpunkte. Dazu tragen die Plättchen selbst aber auch abgeschlossene Farbgebiete bei. Der Clou: Punkte aus der ersten und zweiten Runde zählen bei weiteren Wertungen erneut. Da heißt es von Anfang an, Tempo zu machen und nicht den Anschluss zu verlieren. Sind die 3 Durchgänge gespielt und gewertet, steht der*die Sieger*in fest.

Fazit:
„The Castles of Tuscany“ ist ein knackiges Strategiespiel, das ohne dramatischen Regelaufwand schnell in das Geschehen eintauchen lässt. Man tüftelt und plant an seinen Optionen, um möglichst schnell Punkte zu erwirtschaften, die in anschließenden Runden noch einmal zählen. Man fiebert mit und hofft auf „den“ genialen Spielzug oder das „eine“ Plättchen“. Tuscany entwickelt sich immer unterschiedlich und hält so den Spielreiz hoch.

Für 2 4 Spieler*innen, ca. 45 60 Minuten, ab 10 Jahren, ca. 45 €, Verlag: Ravensburger/alea, Autor: Stefan Feld

Beide Spiele werden natürlich auch auf diversen Videokanälen erklärt. Die mediale Unterstützung hilft dabei, noch schneller in das Regelwerk einzutauchen.

Foto: Ravensburger/alea

Wir danken den Verlagen für ihre Unterstützung.

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