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Bunte Illustration mit verschiedenen Social-Media-Icons und einem Frauengesicht

Social Media: Die eigene Bubble erkennen

Warum sehen wir im Newsfeed genau diesen Post? Wenn wir uns bei der Nutzung Sozialer Medien diese Frage nicht mehr stellen, dann haben wir langfristig ein Problem.

25.11.2020

von Mandy Krause

Social Media ist omnipräsent und trotzdem, oder gerade deshalb, lohnt es sich darüber zu reden. Halil Gagam, Werkstudent des Büros Kultur und Internationales im studierendenWERK BERLIN hat eigens einen Workshop zum Thema „Strategic Use of Digital Media“ konzipiert.

Als ich mich dann am vergangenen Mittwoch zur Auftaktveranstaltung des Workshops zuschaltete, wusste ich noch nicht wirklich, was mich erwartet. Ich habe bis heute keinen Instagram-Account und über die Newsfeed-Seite von Facebook scrolle ich nur sporadisch.

Doch mit einer Blitzumfrage sorgt Halil bei uns Teilnehmer*innen direkt für ein Warm-Up. Welche Social-Media-Kanäle nutzen wir? Der Großteil der Teilnehmer*innen ist auf YouTube, Facebook, Twitter und Instagram unterwegs. Spätestens bei der Vorstellungsrunde wird klar, dass viele Studierende diese Medien bereits bewusst für Blogging oder im Rahmen eines Jobs benutzen. „Nahezu jede*r ist Nutzer*in von Sozialen Medien, ob auf aktive oder passive Weise“, betont Halil zu Beginn des Workshops. Während wir uns im Kopf überlegen, ob wir zur aktiven oder passiven Nutzersparte gehören, macht Halil deutlich, dass Media Literacy, also ein kompetenter und bewusster Umgang mit Medien, für alle Arten von Nutzer*innen relevant ist.

Deshalb hat Halil seinen Workshop auch eigens in zwei Teile gegliedert. An den ersten Terminen wird vor allem Media Literacy ein Thema sein, woraufhin im zweiten Workshopteil ein Projekt in gemeinsamer Arbeit entstehen soll. „Das kann ein Produkt oder eine Story sein“, so Halil, „wichtig ist, dass wir uns daran die zentralen Aspekte des Präsentierens, Veröffentlichens und Teilens in den Medien erarbeiten und verstehen.“ Denn je mehr sich ein*e passiv*r Nutzer*in bewusst darüber ist, wie Soziale Medien funktionieren, desto besser lässt es sich dann auch auf der aktiven Seite agieren, gibt Halil, Masterstudent in Kommunikationswissenschaften und Publizistik an der FU Berlin, zu verstehen.

Die große Herausforderung sei dabei, in der Masse an Informationen nicht den Blick für Fragen zu verlieren wie: Von wem kommt dieser Post? Welche kreativen Bearbeitungen stecken dahinter? Warum wurde der Post wohlmöglich veröffentlicht? Und welche Werte und Ansichten trägt er nach außen? Wir müssen uns diese Fragen jedes Mal wieder stellen, wenn wir mit dem Daumen über den Bildschirm wischen, sonst finden wir keinen bewussten und damit kritischen Umgang mit Sozialen Medien. Vor allem bei der Menge an Posts, Bildern, Videos und dem flüchtigen Draufblicken, und das jeden Tag, machen wir uns kaum mehr die Mühe, die Quelle der Informationen nachzuverfolgen und verharren in unserer eigenen Bubble. Genau das aber sollten wir ändern.

 

*Die Anmeldung für den Workshop ist bald wieder möglich.

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