Foto: Jan Eric Euler/ DSW

Sich richtig trennen – vom eigenen Müll

In Sachen Mülltrennung, so behaupten wir gern, seien wir Expert*innen. Doch so einiges Halbwissen sorgt dafür, dass wir hier und da daneben liegen, wenn es ums Recycling geht. Werkblatt klärt die häufigsten Müll-Mythen auf.

02.12.2019

von Mandy Krause

462 Kilogramm Haushaltsabfälle haben wir laut Angaben des Statistischen Bundesamts durchschnittlich pro Kopf im Jahr 2017 angehäuft. Den größten Anteil nimmt dabei der Hausmüll mit 158 Kilogramm ein. Doch wohin gehören das Taschentuch, der Pizzakarton und die Glasscherbe? Und in welcher Tüte sammeln wir eigentlich den Bioabfall?

Mythos #1: Scherben gehören in den Glascontainer.
Richtig ist, dass sämtliche Glasflaschen und Gläser in die Glascontainer auf der Straße gehören. Doch zerbricht zu Hause mal ein Trinkglas, dann gehören die Scherben nicht in den Glascontainer, sondern in den Hausmüll. Genauso verhält es sich mit Porzellan, Spiegelglas und Keramik. Das hat mit den unterschiedlichen Schmelzpunkten zu tun, die den Recyclingprozess bei falscher Sortierung erschweren könnten.

Mythos #2: Joghurtbecher gehören ausgespült und gestapelt, um Mülltüten zu sparen.
Es gibt sehr unterschiedliche Plastikarten, weshalb bei der Müllverwertung ein Infrarotscanner zum Einsatz kommt. Deshalb sollten sämtliche Verpackungen möglichst lose und nicht zusammengeknüllt entsorgt werden. Das Ausspülen ist aus Sicht der Müllverwertung nicht notwendig und verschwendet lediglich Wasser. 

Mythos #3: Kassenbons gehören ins Altpapier.
Kassenbons bestehen aus einem beschichteten Papier, was den Recyclingprozess stört, und gehören deshalb nicht in den Altpapiercontainer, sondern in die schwarze Tonne: den Hausmüll. Genauso verhält es sich mit Fotos.

Mythos #4: Den Biomüll kann man in einem Bioplastikbeutel entsorgen.
Es gibt zwar spezielle Bioplastiktüten, aber selbst diese gehören nicht in bzw. um den Biomüll. Die Schwierigkeit liegt im Zersetzungsprozess. Bioplastiktüten zersetzen sich langsamer als Bioabfall und hindern somit die Zersetzung. Außerdem besteht die Gefahr, dass Plastikpartikel in die Landschaft, und damit in die Böden und Gewässer, gelangen. Deshalb den Biomüll am besten in altem Zeitungspapier entsorgen.

Mythos #5: Pizzakartons gehören ins Altpapier.
Schmutzige Pizzakartons gehören besser in den Hausmüll. Dahingegen ist es weniger problematisch, wenn ein Briefumschlag mit Fenster, oder ein getackerter Stapel Papier in der blauen Tonne landet. Denn das kann sehr leicht aussortiert werden.

Mythos #6: Papiertücher gehören in den Papiermüll.
Papiertücher, wie z. B. Taschentücher oder Küchenrolle bestehen zwar aus Papier, haben jedoch sehr kleine Fasern, die nicht recycelbar sind. Sie gehören in den Restmüll. Handelt es sich um Küchenpapier, das beispielsweise dazu verwendet wurde, Lebensmittelreste aufzuwischen, kann es auch in den Biomüll geworfen werden.

Mythos #7: Der Verschluss von Flaschen und Gläsern bleibt am Gefäß.
Deckel und Verschlüsse von Gläsern sowie Flaschen stören zwar den Recyclingprozess nicht in hohem Maße, sollten aber besser vom Gefäß getrennt entsorgt werden, und zwar in der Wertstofftonne.

 

Wer sich dennoch unsicher ist, was nun in die gelbe, blaue, schwarze oder braune Tonne gehört, der findet auf den Webseiten der städtischen Abfallentsorgung BSR weitere wertvolle Tipps und Hinweise.

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