Foto: Felix Noak / stW BERLIN
Schreibtutor mit Schreibgruppe

Schreibtutor*in werden – kann ich das auch?

Ab Oktober 2021 bildet das studierendenWERK wieder Studierende zu Schreibtutor*innen aus. Das Werkblatt hat mit Constanze Keiderling, Leiterin des Schreibzentrums, gesprochen.

23.08.2021

von Viktoria Eckert

 

Welche Aufgaben umfasst die tägliche Arbeit eines*r Schreibtutor*in?

Schreib-Peer-Tutor*innen beraten Studierende aus verschiedenen Studiengängen, die z. B. gerade an ihrer Haus- oder Abschlussarbeit schreiben oder sich auf solch ein Schreibprojekt vorbereiten möchten. Die Beratungen werden je nach Wunsch persönlich, telefonisch oder online angeboten. Zudem bieten unsere Schreibtutor*innen auch regelmäßigig Online-Schreibzeiten an und unterstützen bei Schreibevents, wie der Langen Nacht der Hausarbeiten oder der Schreibwoche. Wenn Interesse besteht, können sie auch eigene Workshops rund um das akademische Schreiben anbieten.

Welche Fähigkeiten und Voraussetzungen sollte ich mitbringen?

Man benötigt auf jeden Fall eine grundlegende Offenheit und Neugierde gegenüber den Ratsuchenden. Die Arbeit besteht vor allem aus Gesprächen und aktivem Zuhören. Wir erwarten einen respektvollen und wertschätzenden Umgang mit Texten und Ratsuchenden, die immer im Fokus der Beratung stehen. Man sollte natürlich schon eine Affinität zum Schreiben haben und die Bereitschaft, etwas über Schreibdidaktik, Beratungsgrundlagen und generelle Anforderungen an das wissenschaftliche Arbeiten dazuzulernen. Eine formelle Voraussetzung für die Ausbildung ist, dass man noch mindestens vier Semester an einer Berliner Hochschule immatrikuliert ist.

Was lerne ich dabei, eventuell auch mit Blick auf mein eigenes Studium?

Zum einen lernt man natürlich die Grundlagen des wissenschaftlichen Schreibens. Das Wissen, was gute wissenschaftliche Texte ausmacht, hilft sicherlich auch bei der Erstellung von eigenen Haus- und Abschlussarbeiten. Neben dem Handwerkszeug rund um das wissenschaftliche Schreiben spielen aber auch die Auseinandersetzung mit Motivation und Zeitmanagement eine große Rolle. Als Schreib-Peer-Tutor*in birgt das die Chance, sich frühzeitig diesen Herausforderungen und damit verbundenen Lösungsmöglichkeiten bewusst zu werden. Aber auch Beratungskompetenzen, Gespräche zu moderieren, relevante Fragen zu stellen und Inhalte kompakt zusammenzufassen, sind alles Skills, die auch für das Berufsleben wichtig sind.

Ist diese Tätigkeit nur etwas für Einser-Studis?

Nein – viel wichtiger ist die Begeisterung für das Schreiben und die Bereitschaft, dazuzulernen. Dazu braucht man Spaß an der Interaktion mit anderen Studierenden. Wir sind immer auch offen für neue Formate, die die Schreibtutor*innen gerne aktiv mitgestalten können. Wir freuen uns zudem über Bewerbungen von Studierenden aus verschiedenen Fachbereichen und verschiedener Herkunft.

Bin ich für den Job ungeeignet, wenn Kommasetzung nicht gerade zu meinen Stärken zählt?

Wir lektorieren und korrigieren keine Texte, und auch sonst ist Kommasetzung nachranging. Das bedeutet, dass sie zwar nicht unwichtig ist, aber nicht vorrangig für das Textverständnis und kein Hauptmerkmal eines erfolgreichen Textes ist. Da sind z. B. eine gut fokussierte, klar benannte und beantwortete Fragestellung, korrekter Umgang mit Quellen und ein logischer Aufbau viel wichtiger. Dies sind die Themen, über die wir vorrangig mit Ratsuchenden sprechen. Bei uns sind übrigens auch Interessent*innen für die Ausbildung willkommen, deren Muttersprache nicht deutsch ist und die nicht aus einem akademischen Haushalt kommen.

Wie lange dauert die Ausbildung zur Schreibtutor*in und in welche Themenbereiche ist sie gegliedert?

Die Ausbildung verläuft parallel zum Studium von Oktober 2021 bis April 2022 und ist mit einem wöchentlichen Umfang von ca. 4 SWS angesetzt. In fünf Bausteinen lernen angehende Schreib-Peer-Tutor*innen, das eigene Schreibhandeln zu reflektieren und erfahren mehr über Schreibtypen, Schreibstrategien und Grundlagen von schreibdidaktischer Beratung, aber auch wichtige Informationen zum wissenschaftlichen Stil. Zu jedem Baustein gibt es Materialien zum Selbstlernen und wir treffen uns in der Ausbildungsgruppe zu Präsenz- bzw. Onlineseminaren. Am Ende jedes Bausteins bearbeiten die Teilnehmenden Reflexionsübungen, um das Gelernte zu vertiefen. Hospitationen und Übungsberatungen runden die Ausbildung praxisnah ab.

Besteht nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung die Möglichkeit, direkt im Schreibzentrum des studierendenWERKs BERLIN als Schreibtutor*in anzufangen?

Unbedingt! Wir freuen uns über engagierte, schreibbegeisterte Studierende, die Lust auf eine sinnstiftende Tätigkeit haben und ab April 2022 Teil unseres Teams werden möchten.

 

Du kannst dir vorstellen, auch Schreibtutor*in zu werden? Hier kannst du dich bis zum 19. September für die Ausbildung bewerben.

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