Foto: Felix Noak / stW BERLIN
Studierende mit Masken

Nicht geimpft?!

Wir haben Studis befragt, was sie davon halten und wie sie damit umgehen, wenn Menschen aus ihrem Umfeld sich nicht gegen Corona impfen lassen möchten.

15.09.2021

von Viktoria Eckert

Also prinzipiell finde ich, dass jede*r selbst entscheiden sollte, ob sie*er sich impfen lassen möchte oder nicht. Schwierig find ich eher die Maßnahmen, die ergriffen werden, damit sich Leute impfen lassen. Das führt dann auch zu Streit und Unmut. Wir hatten das in der Familie. Meine Tante wollte sich anfangs nicht impfen lassen. War total dagegen. Als dann die Rede davon war, dass Geimpfte Vorteile genießen sollen, hat sie alles daran gesetzt, möglichst schnell geimpft zu werden. Ihr Mann musste dann seinem Bruder die Impfpriorität abquatschen, damit sie sich schnell impfen lassen kann. Das war zu der Zeit als noch nicht alle geimpft werden konnten und die ganze Familie war entrüstet, dass sie da so egoistisch war, weil der Onkel bei den Großeltern im Haus wohnt und alle anderen der Meinung waren, dass es viel wichtiger ist, dass er dann auch geimpft ist.

Larissa (28 Jahre), studiert im Bachelor Soziale Arbeit an der Alice Salomon Hochschule Berlin

 

Ich habe einen sehr guten Freund, der mir sehr wichtig ist und deshalb ist mir auch seine Gesundheit sehr wichtig. Im Juni habe ich ihn gefragt, ob er sich auch gegen Corona impfen lässt. Dies verneinte er und meinte auch, dass er es auch in Zukunft nicht vorhat. Als Begründung nannte er Punkte wie "sehe keinen Sinn dahinter" oder "bleib auch so bisher gut gesund". Er meinte aber auch, dass er es verstehe, warum es andere machen, nur für sich selbst sehe er keinen Sinn darin. Ich bin zwar nach wie vor besorgt, aber ich möchte ihm auch nichts vorschreiben. Er ist alt genug, das selbst zu entscheiden (er ist jetzt 20 Jahre alt). In seinem Familien- und Bekanntenkreis ist auch noch kein Corona-Fall bekannt, weswegen er bisher keine direkten Erfahrungen damit hatte, wobei er und ich hoffen, dass es auch weiterhin so bleibt.

Alexander (26 Jahre), studiert IT-Systems Engineering am Hasso-Plattner-Institut der Universität Potsdam

 

Ich selbst konnte mich früh impfen lassen und sehe das als wichtigen Teil der Bekämpfung dieser Pandemie. Es geht dabei nicht nur um mich und meinen Schutz, sondern auch darum einen solidarischen Weg aus dieser Pandemie zu gehen. Denn letztlich schützen wir damit auch immer andere. Trotzdem begegnen mir leider immer wieder Menschen, die sich kritisch zu Impfungen äußern oder sich nicht sicher sind ob sie sich impfen lassen wollen. In jeder Diskussion fällt mir dabei auf, dass die Argumentationen stets auf gefährlichem Halbwissen beruhen oder vermeintliche Fakten aufgeschnappt aber nicht überprüft und somit unhinterfragt als Wahrheit erachtet werden. Liebe Leute, informiert euch, glaubt nicht jeden Mist, der von Coronaleugnern und Querdenkern gestreut wird und lasst euch impfen! Natürlich wird die Ungerechtigkeit in der Gesellschaft durch diese Pandemie wie durch ein Brennglas sichtbar, doch bietet jede Krise auch Potentiale, Missständen ganzheitlich zu begegnen.

Marie (25 Jahre), studiert im Master Praxisforschung in Sozialer Arbeit und Pädagogik an der Alice Salomon Hochschule Berlin

 

 

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