Fotos: Tim Hill / pixabay.com und Felix Noak / stW BERLIN
Fotoverlauf: Grüne Wiese mit Bäumen und Studierende sprechen mit dem Mensaleiter

Mensa der Zukunft – mit Ansporn für Umwelt und Klima

Mit Blick auf seine Mensen verfolgt das studierendenWERK BERLIN seit Jahren ehrgeizige Ziele in puncto Nachhaltigkeit. Das Werkblatt hat mit Pressesprecherin Jana Judisch über bislang Erreichtes, coronabedingte Rückschläge und Visionen für die Zukunft gesprochen.

07.05.2021

von Viktoria Eckert

Wie sieht für das studierendenWERK BERLIN die Mensa der Zukunft aus, insbesondere mit Blick auf Ökologie und Nachhaltigkeit?

Wie die Mensa der Zukunft im Detail aussieht, wissen wir auch noch nicht. Ziel bleibt es auf alle Fälle, Studierende auch weiterhin gemäß unserem staatlichen Auftrag preiswert und gesund auf dem Campus mit Essen zu versorgen und ihnen in unseren Einrichtungen zudem auch Lern- und Begegnungsräume zu eröffnen – sobald das nach der Pandemie wieder möglich ist, versteht sich.

Die aktuellen Forderungen von Fridays for Future nach einem emissionsfreien Campus stellen uns vor große Herausforderungen. Inwieweit die gastronomische Versorgung auf dem Campus gänzlich emissionsfrei vonstattengehen kann, muss man prüfen. Aber in jedem Fall versuchen wir, unsere Umweltbilanz kontinuierlich zu verbessern, unsere Prozesse zu überdenken, zu überlegen wie wir Lebensmittel nachhaltiger beschaffen, Energie und Wasser sparen und Speisereste noch stärker vermeiden können als bislang.

Welche Schritte wurden in der Vergangenheit unternommen, um dieses Ziel zu erreichen?

Sechs unserer Mensen sind bereits seit 2015 nach EMAS validiert. Wir bauen unsere Einrichtungen um, stellen die Beleuchtung auf LED um, installieren Photovoltaik auf Mensadächern und haben hier in der Mensa Hardenbergstraße sogar ein Windrad auf dem Dach. Wir haben das Klimaessen eingeführt, das nicht nur vegan ist, sondern auch ausschließlich Lebensmittel mit geringem Co2-Fußabdruck enthält. Wir haben 2019 die Pappbecher gänzlich aus unseren Coffeebars verbannt und den vegetarisch bzw. veganen Anteil bei unseren Gerichten stetig erhöht. Dennoch gibt es Luft nach oben. Wir bleiben dran und versuchen auch verstärkt, Studierende bei diesen Bemühungen einzubeziehen.

Auf welches Feedback stoßen derartige Ambitionen unter den Studierenden?

Grundlegend kriegen wir positives Feedback, aber auch viel Ansporn. Vielen Studierenden gehen unsere Maßnahmen nicht weit oder auch schnell genug. Es ist nicht immer einfach zu erläutern, unter welchen speziellen Bedingungen Gemeinschaftsverpflegung funktioniert. Es ist ein Unterschied, ob ich für drei Leute in der WG koche oder für 30.000 pro Tag in der Mensa. Diesen Unterschied müssen wir erklären und deutlich transparenter machen, welchen Rahmenbedingungen unsere Arbeit unterliegt. Das ist uns in der Vergangenheit nicht immer im erwünschten Maß gelungen. Wir arbeiten aber dran.

Wie wirkt sich die Corona-Pandemie auf die Umsetzung eingangs erwähnter Ziele aus?

Die hat uns wirklich zurückgeworfen. Im März 2020, als der erste Lockdown begann, haben wir unsere Einrichtungen schließen müssen und sie seitdem nicht wirklich wieder öffnen können. Zwar gab es ab dem Juni 2020 ein Click&Collect-Angebot, dies hat aber aufgrund der strengen Hygienebestimmungen wenig mit unserem ökologischen Anspruch gemein gehabt. Zwar haben wir die Verpackungen für die Abholmahlzeiten in einer biologisch abbaubaren Variante herausgegeben, dennoch sind es Verpackungen.

Welche Maßnahmen wurden im vergangenen Jahr ergriffen, um den Betrieb der Mensen trotz aller Schwierigkeiten möglichst ökologisch zu gestalten?

Um die Bilanz wenigstens ein bisschen auszugleichen, war das Click&Collect-Essen ausschließlich vegan oder vegetarisch.

Verraten Sie mir zum Abschluss unseres Gesprächs, wie es mit Blick auf die Mensen weitergehen soll noch ökologischer und nachhaltiger in die Zukunft?

Der große Erfolg der vegetarischen Mensa an der FU bzw. der veganen Mensa an der TU und auch das veränderte Konsumverhalten der Studierenden zeigen uns, wohin die Reise geht: Zukünftig wird es sicherlich noch weniger tierische Produkte im Speiseplan geben als bislang.

 

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