Bild: L. BERTRAM/STW BERLIN
Blender-Skizze der ehemaligen Tiefgarage im KUNSTRAUM Potsdamer Straße

Kunst und Software: Ausstellungen planen mit Blender

Der KUNSTRAUM Potsdamer Straße bietet Fläche für Ausstellungen, Installationen und andere künstlerische Aktionen. Mit der Software Blender lässt sich die Umsetzung solcher Projekte nun professionalisieren.

15.04.2021

von Mandy Krause

Oben ein Galerieraum von 260 Quadratmetern, unten zwei Parkdecks mit insgesamt 1.700 Quadratmetern Fläche: Der KUNSTRAUM Potsdamer Straße fügt sich mit seinen speziellen Räumlichkeiten ganz besonders in die dort ansässige Galerieszene ein. Seit fünf Jahren gibt es das Projekt KUNSTRAUM des Büros für Kultur & Internationales des studierendenWERKs BERLIN (BKI). Mit der Open-Source-Software Blender soll Kreativstudierenden nun die Möglichkeit gegeben werden, ihre Kunstprojekte leichter vorplanen und umsetzen zu können. „Die großflächigen Räume sind gar nicht so leicht zu gestalten. Ein Grundriss und eine einzige Begehung reichen da nicht aus“, erklärt Claudia Brieske, Mitarbeiterin im BKI.  Es hat deshalb schon lange vor der Pandemie die Idee gegeben, die Arbeit mit 3D-Modellen zu ermöglichen. Damit könnten Studierende konzentrierter und effektiver den Kunstraum mit ihren Ideen bespielen und die Zusammenarbeit mit Ausstellungstechniker*innen erleichtern, so Claudia Brieske.

Mit dem Open-Source-3D-Programm Blender können Künstler*innen Ausstellungen mit Hilfe von virtuellen Raummodellen planen. Es lassen sich unter anderem 3D-Objekte modellieren, Materialien und Texturen erstellen und Bewegungsabläufe animieren und simulieren. Kreativstudierende können darüber hinaus direkt mit dem fertigen 3D-Modell des KUNSTRAUMs Potsdamer Straße arbeiten. Blender ist in erster Linie ein reines Planungstool, mit dem aber auch ganze virtuelle Ausstellungen entstehen können.

 

Galerieraum im Erdgeschoss des KUNSTRAUMS Potsdamer Straße

Bild: L. BERTRAM/STW BERLIN

Ausstellungsfläche in der ehemaligen Tiefgarage im KUNSTRAUM Potsdamer Straße

Bild: L. BERTRAM/STW BERLIN

„Mit der Unterstützung unserer zwei studentischen Hilfskräfte konnten wir die Idee sehr stark vorantreiben“, erzählt Claudia Brieske. „Wir versuchen unter den aktuellen Pandemiebedingungen so analog wie möglich zu arbeiten. Dafür bieten sich diese enormen Flächen in der Potsdamer Straße geradezu an. Dennoch entstehen natürliche hybride Arbeitsformen mit aufgebauten Ausstellungen und virtuellen Rundgängen, ohne physisches Publikum.“ Blender steht auf der unternehmenseigenen Webseite zum Download bereit, genauso unterstützen Tutorials die ersten Arbeitsschritte. Darüber hinaus bietet das BKI im Juni einen zweitägigen Workshop im Rahmen des Creative Lab für alle Interessierten an, die im Umgang mit der Software geschult werden wollen.

Auftakt für die Ausstellungssaison bietet jährlich das Gallery Weekend Berlin, das in diesem Jahr vom 30. April bis 2. Mai stattfinden wird. „Mit dem KUNSTRAUM Potsdamer Straße, 360-Grad-Views und virtuellen Führungen können wir zeigen, dass die Türen nie ganz verschlossen wurden und dass der Transfer zwischen digital und analog fließender geworden ist.“

 

Parallel zum Gallery Weekend präsentiert der KUNSTRAUM des studierendenWERKs das digitale Festival PARKEN IST BEWEGUNG vom 29. April bis 2. Mai.

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