Foto: Miodrag Asenov / pixabay.com
Blick auf die Museumsinsel im Abendlicht

Kulturtipps für den Spätsommer

Die Redaktion hat ihre Favoriten zusammengestellt.

06.09.2021

Viktoria

In meinen Augen ist ein Kultur-Highlight im Sommer auf jeden Fall der Besuch von Freiluftkinos. Die Filmauswahl ist groß, ebenso die Zahl der Spielorte: An über 30 Standorten in ganz Berlin kann man im Moment Filmvorführungen unter freiem Himmel genießen – z. B. in prunkvoller Kulisse des Schlosses Charlottenburg oder mit Blick auf Berliner Philharmonie und Potsdamer Platz am Kulturforum. Aufgrund der Lichtverhältnisse beginnen die Vorführungen immer erst recht spät am Abend, Sonnenuntergang und anschließende Dämmerung sorgen für eine ganz besondere Atmosphäre.

Das Theater am Monbijoupark ist nach zweijähriger Pause zurück und bietet bis in den September hinein ein abwechslungsreiches Open-Air-Programm. In direkter Nachbarschaft zu Pergamonmuseum und Bode-Museum lassen sich in einer Nachmittags- und Abendvorstellung u. a. verschiedene Werke Shakespeares inmitten des kleinen Amphitheaters bestaunen – selbst bei schlechtem Wetter wird gespielt.

Und apropos Shakespeare: einige seiner Stücke könnt ihr euch ebenso beim Besuch des Natur-Parks Schöneberger Südgelände anschauen, aufgeführt von der Shakespeare Company Berlin. Quasi Shakespeare in Grün.

Daniela

Ein Filmerlebnis unter freiem Himmel? Das geht auch zu nicht ganz so später Stunde, dafür mal in ganz ungewohnter Atmosphäre – nämlich am Steinplatz in Charlottenburg. Präsentiert werden hier am 10. September die Gewinner*innen-Kurzfilme des studentischen Filmwettbewerbs „Film it“. Im Anschluss könnt ihr den studentischen Filmemacher*innen dann vor Ort Fragen stellen. Sollte das Wetter schlecht werden, geht es einfach gegenüber in den Freiraum. Hier könnt ihr euch anmelden.

Kennt ihr die Wilhelm Hallen in Wilhelmsruh (Kopenhagener Straße 60-72)? In den denkmalgeschützten Backsteinhallen einer ehemaligen Eisengießerei zeigen zahlreiche Berliner Galerien noch bis zum 19. September eine Auswahl an Arbeiten ihrer Künstler*innen. Dank des großzügigen Geländes und der hohen, lichtdurchfluteten Räume ein ganz besonderes Erlebnis und nicht zuletzt eine gute Gelegenheit, mal weniger bekannte Ecken von Berlin kennenzulernen.

Mandy

Wir haben ein echtes Problem mit unserem Kreislauf. Nein, nicht mit dem unseres Körpers, sondern mit dem unserer Materialwirtschaft. Darum dreht es sich auch in einer der aktuellen Ausstellungen des Kunstgewerbemuseums Berlin, der Design Lab #8 Material Loops. Ausgestellt werden Designprojekte, die sich die Weiter- und Wiederverarbeitung von Produkten zur Aufgabe gemacht haben. Ob Taschen aus Zelluloseabfällen, Geschirr aus recyceltem Porzellan, Sitzmöbel aus dem Leder gegerbter Kuhdärme und Schweineblasen oder keramische Gefäße aus dem Kalk von ausrangierten Austernschalen – im Kern erzählt die Ausstellung von den modernen Möglichkeiten eines ressourcenschonenden Materialkreislaufs mit dem Ziel, jedem Material ein möglichst langes Leben zu gewährleisten. Die sogenannte Circular Economy verdrängt das lineare Verhalten von „take, make and waste“, das so üblich ist in unserer Gesellschaft. Zwar ein Indoor-Erlebnis, dafür aber ein absolutes Must-See für all diejenigen, die glauben, re- und upcyceln beschränke sich auf Plastik und Altpapier.

Zieht es euch im Sommer doch lieber nach draußen? Dann lohnt es sich, einen Abend im Regierungsviertel zu verbringen und sich mit Beginn der Dämmerung die Geschichte des Reichstagsgebäudes und Bundestages auf großer Fläche anzusehen. Gänsehautfeeling und Freiluftkino für lau.

#Kultur & Freizeit