Foto: STW BERLIN
Josephine Bätz (rechts im Bild) bei Ihrer Lesung in der TU Mensa Skyline

Interview: Stadtschreiberin Josephine Bätz

Das studierendenWERK BERLIN hat eine neue studentische Stadtschreiberin gefunden. Unsere Redakteurin hat sie interviewt.

12.04.2019

von Celia Parbey

 

Was studierst du und wie bist du zum Schreiben gekommen?

Ich studiere Filmwissenschaften im Master an der Freien Universität Berlin. Schreiben tue ich schon um die zwölf Jahre. Vor ein paar Jahren habe ich angefangen, mich mit meinen Werken auch bei Literaturwettbewerben zu bewerben. Außerdem habe ich vorletztes Jahr bei einem Auslandsaufenthalt in Irland über die Stadt, in der ich gewohnt habe, Dublin, geschrieben. Das war eine gute Vorlage für meine Arbeit hier in Berlin.

Was für Wettbewerbe waren das?

Das waren hauptsächlich junge Literatur- und auch spezifisch Lyrikwettbewerbe. Lyrix, der Bundeswettbewerb für junge Lyrik, der in Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk organisiert wird, zum Beispiel. Oder das Treffen junger Autor*innen, das ist ein gemischter Jugendliteratur-Wettbewerb, Prosa und Lyrik.

Wie kam es dazu, dass du dich als Stadtschreiberin beworben hast?

Jemand hat mir einen Tipp gegeben. Ich habe mich dann gerade noch zum Ende der Bewerbungsfrist mit ein paar Texten beworben. Danach hieß es eigentlich nur abwarten. Ungefähr zwei Wochen später wurde mir mitgeteilt, dass ich gewonnen habe. Kurz darauf fand auch schon die Antrittslesung statt.

Was für Geschichten schreibst du am liebsten? Gibt es eine Darstellungsform, die dir besonders gut liegt?

Literarisch komme ich relativ stark aus der Lyrik. Die habe ich lange auch ausschließlich geschrieben. In letzter Zeit arbeite ich mich aber auch in die Kurzprosa ein. Thematisch finde ich es immer etwas schwierig einzugrenzen, aber dieses Konzept nicht unbedingt nur über, sondern in einer Stadt zu schreiben, liegt mir gut. Ich sammle Eindrücke und nehme Momente auf. Eine Augenblicksaufnahme, wenn man so will. Es ist eine Art von Schreiben, die ich sehr mag, deshalb freue ich mich, das jetzt ein ganzes Jahr lang zu machen.

Wo findet sich „dein Berlin“?

„Mein Berlin“ spielt sich natürlich sehr stark um die Freie Universität ab. Steglitz, Zehlendorf und die ganze Gegend. Ich habe aber nicht wirklich meinen einen Bezirk. Ich finde es spannend, mir viel anzuschauen und mich in vielen Räumen zu bewegen.

Was machst du, wenn du Mal eine Schreibblockade hast?

Witzigerweise schreiben. Das ist der Trick, den ich mal in einer Schreibwerkstatt gelernt habe. Einfach rausgehen und aufschreiben, was ich sehe. Nach einer Weile kommt so immer etwas zustande.

Hast du ein persönliches Ziel für deine Zeit als Stadtschreiberin?

Ich möchte so viel von Berlin erfassen und verarbeiten, wie ich kann. Gerade die Teile der Stadt, die ich durch normale Bewegung noch nicht oder kaum kenne, möchte ich entdecken.

 

Zum Auftakt der Veranstaltungsreihe Lies los! präsentierte Josephine Bätz (rechts im Bild) Texte in der TU Mensa Skyline. Foto: STW BERLIN

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