In den Frühling radeln

Spätestens wenn es wärmer wird, müssen wir dann doch mal vor die Tür. Mit dem Rad könnt ihr ganz pandemiekonform das Berliner Umland erkunden.

12.04.2021

Wendy

Auf nach Hennigsdorf!

Rauf auf den Sattel und ab geht’s! Diesem Motto folgten mein Freund und ich im letzten Sommer. Seit etwa einem Jahrzehnt war ich auf keiner Fahrradtour mehr gewesen, aber eine Pandemie macht eben erfinderisch! Unser Ziel: Hennigsdorf!

Von Berlin-Mitte aus verläuft die Strecke durch den Schlosspark Charlottenburg und führt schließlich über Haselhorst bis nach Nieder Neuendorf. In diesem beschaulichen Ort lädt die Promenade am Fluss zu einem gemütlichen Picknick ein. Grüne Wiesen, Vogelgezwitscher und der Blick aufs Wasser – der ideale Fleck für eine ausgedehnte Mittagspause. Der restliche Weg bis Hennigsdorf führt durch ländliche Wohngebiete und über Landstraßen. Dort angekommen überquert man den Fluss, um dann über Tegel wieder nach Berlin zu gelangen. So ergibt sich ein schöner Rundweg mit vielen verschiedenen Eindrücken. Bei gutem Wetter kann man zusätzlich einen Abstecher zum Tegeler See einlegen, um sich im kühlen Nass zu erfrischen. Auf dem Weg zurück ins Herz Berlins kommt man an der riesigen Kleingartenkolonie Steinberg e.V. vorbei. Sie bildet eine Welt für sich am Rande Berlins, die durchaus einen Blick wert ist.

Über Reinickendorf und Wedding gelangt man schließlich zurück in heimische Gefilde. Eine entspannte Fahrradtour, die auch für weniger Sportbegeisterte gut zu schaffen ist. Pro Strecke benötigt man, je nach Fahrttempo, ein bis zwei Stunden und hat am Ende des Tages doch stattliche 40 Kilometer zurückgelegt.

(Foto: MICHAEL KAUER/PIXABAY.COM)

Evdokia

Dahlem by Bike: Pedalling through Berlin’s Charming Southwest

Spring is an ideal time to discover the picturesque outskirts of Berlin; and what better way to immerse oneself in the blossoming nature and scenic Prussian architecture of Dahlem than cycling? Hop on your bike, and start this 18-km-long tour at one of Dahlem’s highlights, the Botanischer Garten! Here, you have 43 hectares of lush flora to explore, from the Arboretum’s blooming rose collection to the historical Tropical Greenhouse, an exemplary Art Nouveau architectural landmark. Whilst cycling through the premise is not allowed, the idyllic scenery is worth a stopover for a tranquil promenade. Continue your bike tour by following the Dahlem Route’s designated signposts, which will lead you to Lake Krumme Lanke. If the weather permits — and you’re not afraid of the cold — make a stopover for a refreshing spring swim in the lake’s crisp fresh water.

Though not part of the Dahlem Route, a detour to Jagdschloss Grunewald is highly recommended. Directly by Lake Grunewaldsee, this former royal hunting lodge is Berlin’s oldest palace. Unfortunately, the palace is currently closed as a result of the coronavirus pandemic — which means that its permanent art exhibition is not open to the public until further notice. However, it’s still worth to cycle through the greater estate and admire this architectural jewel — plus, you’ll get to enjoy the rich nature of Grunewald forest, a woodland oasis that feels more like countryside than like the urban metropolis that is Berlin. Happy pedalling!

(Foto: DIDAKTIKFUCHS68/PIXABAY.COM)

Viktoria

Und dann nischt wie raus nach Wannsee!

Getreu des berühmten Schlagers aus dem Jahr 1951 lässt sich dieses Ausflugsziel im Berliner Südwesten wunderbar auf dem Fahrrad erkunden. Ihren offiziellen Startpunkt hat die Route am Schlossplatz in Berlin-Mitte, Ziel ist der Wannsee bzw. die Glienicker Brücke. Auf einer Länge von insgesamt 28 Kilometern zeigt sich ein oft beschriebener Reiz der Metropole: ihre enorme Wandlungsfähigkeit.

Im ersten Teil der Strecke lässt sich das urbane Zentrum der Stadt wunderbar erfahren – im wahrsten Sinne des Wortes. So geht’s entlang der Friedrichswerderschen Kirche, über den Gendarmenmarkt und auf direktem Weg zum Checkpoint Charlie. Im Laufe der Radtour säumen weitere historische Orte den Weg, beispielsweise das Schöneberger Rathaus oder der Südwestkorso. Besagtes Rathaus bot die Kulisse für John F. Kennedys berühmtes Bekenntnis zu Berlin, beim Südwestkorso handelt es sich um den ersten und somit ältesten Radfahrstreifen der Stadt. An diesem Punkt der Strecke kehrt man dem Großstadtdschungel endgültig den Rücken und radelt in ländlichere Gefilde, über den Mexikoplatz bis nach Nikolassee – dabei macht man u. a. Bekanntschaft mit der Domäne Dahlem, von Einheimischen auch scherzhaft „erster Bauernhof mit U-Bahnanschluss“ genannt. Am S-Bahnhof Nikolassee zweigt der Radweg dann zum Wannsee ab und das Ausflugsziel ist fast erreicht. Die Wannseebrücke ermöglicht übrigens einen tollen Blick auf die Seenlandschaft vor Potsdam, inklusive dem kleinen und großen Wannsee.

Wer zu diesem Zeitpunkt noch Lust und Kraft hat, kann bis zur Glienicker Brücke weiterradeln und krönt die Fahrradtour auf diese Weise mit einem historischen Highlight: diese Brücke trennte nämlich Ost und West voneinander und ging wegen der dort stattfindenden Agentenaustausche in die Geschichte ein.

(Foto: PIXALINE/PIXABAY.COM)

Mandy

Fast bis nach Russland

Es müssen ja nicht gleich 5.000 Kilometer sein. So lang ist der Europaradweg 1, der von London bis nach Moskau führt. Der beliebte Radfernweg kreuzt auf Kilometer 1.648 aus Londoner Perspektive Berlin und hier wird es interessant. Wer ein paar der insgesamt 70 Kilometer, die der R1 in und um Berlin bietet, erkunden möchte, zum Beispiel nach Erkner, startet am besten am Ostbahnhof. Weiter über die Oberbaumbrücke und entlang des Treptower Parks kann man rechts einen Blick auf das Sowjetische Ehrendenkmal werfen.

Weiter geht’s nach der Archenholdsternwarte links in die Bulgarische Straße. Am Spreeufer entlang radelt man weiter in Richtung Süden und kommt am nächsten historischen Ort vorbei, dem Spreepark. Eine kurze Verschnaufpause bietet die Fährüberfahrt über die Spree, etwa alle 20 Minuten und mit BVG-Kurzstreckenticket ist das möglich. Auf der anderen Spreeseite führt der ausgeschilderte Weg weiter durch die Wuhlheide. Über den Müggelheimer Damm gelangt man wenig später an das Ufer des Müggelsees und kann hier über den Dämmerritzsee nach Erkner weiterfahren. Für die Durchschnittssportler*innen ist hier wahrscheinlich erstmal Schluss. Doch wer weiß, vielleicht geht es ja für den*die eine*n oder andere*n auch irgendwann auf dem R1 weiter bis nach Riga, Sankt Petersburg oder Moskau.

(Foto: HOLGER HEINZ/PIXABAY.COM)

#Kultur & Freizeit