Foto: Jan Eric Euler/ DSW

Hürden beim Berufseinstieg meistern

Studierende mit Beeinträchtigungen stoßen beim Berufseinstieg zuweilen auf besondere Herausforderungen. Inga Bültbrune weiß, wie man sich dafür wappnet.

01.10.2019

von Mascha Malburg

Im Interview erzählt die Sozialarbeiterin des studierendenWERKs, wie sie Studierende mit Beeinträchtigungen in der Bewerbungsphase unterstützt.

Wie sind Sie dazu gekommen, mit Studierenden mit Beeinträchtigungen zu arbeiten? Was hat Sie dabei besonders beeindruckt oder überrascht?

Bereits neben meinem Studium habe ich als persönliche Assistenz gejobbt und Studierende mit Beeinträchtigung im Studium unterstützt. Jetzt arbeite ich seit vier Jahren als Sozialarbeiterin in der Beratung Barrierefrei Studieren beim studierendenWERK BERLIN. Wir beraten Studierende in Fragen rund um das Thema Studieren mit Beeinträchtigungen und vergeben Integrationshilfen, wie zum Beispiel Studienassistenz und technische Hilfen.

Besonders beeindruckend finde ich immer wieder, wie die Studierenden die Herausforderungen von Studium und Alltag in einer Stadt wie Berlin meistern. Es gibt hier ja noch immer viele Orte und Strukturen, die nicht inklusiv sind.

Welche Probleme und Hürden begegnen Studierende oder Absolvent*innen mit Beeinträchtigungen vor dem Berufseinstieg?

Häufig beschäftigen sie sich mit Fragen zum Bewerbungsverfahren: Gebe ich meine Beeinträchtigung in der Bewerbung an oder nicht? Wenn ich meine Behinderung in der Bewerbung benenne, steht dann diese im Fokus? Wie stelle ich in der Bewerbung meine persönlichen Stärken und beruflichen Kompetenzen in den Vordergrund?

Auch wenn viele Unterstützungsangebote im Arbeitsleben, wie Arbeitsassistenz, technische Hilfen, rechtliche Rahmenbedingungen, etc. vorhanden sind, bestehen dennoch Hürden. Oft sind es „Schranken“ im Kopf potentieller Arbeitgeber, die auf Unkenntnis oder Unsicherheiten beruhen und eine mögliche Einstellung erschweren können.

Wie unterstützt das Studierendenwerk Studierende und Absolvent*innen beim Berufseinstieg?

Wir beraten zu den verschiedenen Möglichkeiten zum Berufseinstieg im Rahmen unseres Erfahrungsschatzes und leiten an Fachberatungsstellen weiter, wie z. B. die Career Services der Hochschulen, die Hochschulteams der Agentur für Arbeit oder an den Vermittlungsservice für schwerbehinderte Akademiker der Zentralen Auslands-und Fachvermittlung (ZAV).

Einmal im Jahr bieten wir das dreitätige Seminar Guter Anfang ist halbe Arbeit zum Berufseinstieg für Studierende mit Beeinträchtigungen an. Dort erwartet die Teilnehmer*innen ein vielseitiges Programm. Referent*innen mit Beeinträchtigungen aus dem öffentlichen Dienst und der freien Wirtschaft berichten über ihre Erfahrungen in der Arbeitswelt und Unterstützungsmöglichkeiten. Darüber hinaus bieten wir ein Training mit externen Bewerbungscoaches an. Die Teilnehmer*innen haben die Möglichkeit, Bewerbungsentwürfe individuell zu besprechen und Bewerbungssituationen im Einzel- und Gruppencoaching zu trainieren. Wie der Titel „Guter Anfang ist halbe Arbeit“ schon sagt, lohnt es sich Energie und Zeit in die Vorbereitung einer guten Bewerbung zu stecken! Bereichernd für die Teilnehmenden ist immer auch der Austausch untereinander. Dieses Jahr findet das Seminar am 15.11., 22.11. und 29.11 statt!

Das ist ja schon bald! Für wen ist das Seminar denn geeignet und wie kann man sich anmelden?

Das Seminar richtet sich an Absolvent*innen und Studierende im Abschluss mit sichtbaren und nicht sichtbaren Beeinträchtigungen, wie z. B. Sehbehinderungen, Legasthenie oder auch rheumatische Erkrankungen.

Bei Interesse melden sich Studierende am besten unter: bbs.thielallee@stw.berlin
Anmeldeschluss ist der 15.10.2019. Ein paar Plätze sind noch frei!

Foto: STW BERLIN

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