Foto : Felix Noak / stW BERLIN
Studierende essen in der Mensa.

"Sich verbinden muss wieder stattfinden"

Die Psychologische Beratung des studierendenWERKs hat in den vergangenen Monaten eine Vielzahl neuer Gruppenangebote entwickelt.

23.11.2021

Werkblatt-Redakteurin Viktoria hat mit der Leitung der Beratungsstelle, Frau Irina Theisen über den Einfluss der Corona-Pandemie, die neuen Angebote und die damit verbundene Vorfreude gesprochen.

Gruppenangebote sind ja schon seit langem wichtiger Bestandteil der Psychologischen Beratungsstelle - auf welche Neuerungen dürfen sich Studierende nun freuen?

Nachdem wir im Sommersemester verschiedene Themen im Rahmen einer Online-Workshopreihe angeboten haben und nur einige wenige Gruppen in Präsenz, machen wir es jetzt umgekehrt. Wir starten mit einem umfangreichen Gruppenangebot live und in Farbe in den Gruppenräumen der beiden Beratungsstellen. Das ist unser Schwerpunkt und entspricht dem Wunsch der meisten Studierenden. Zusätzlich wird es aber auch noch eine Gruppe online („Happy Monday – Lucky Friday“ zur Strukturierung der Woche) und ein hybrides Angebot (Prokrastination/Psychologisches Zeitmanagement) geben.

 

Welche Gründe bzw. Faktoren sind u.a. ausschlaggebend, um Beratungsangebote im Gruppenformat durchzuführen bzw. wem bringt diese Form der Beratung den größten Nutzen?

Generell kann der Besuch einer Gruppe sehr wertvoll sein, weil dort Vielen bewusst wird, dass sie mit einem Anliegen nicht allein sind. Zudem kann man wertvolle Tipps von anderen bekommen und sich gegenseitig unterstützen. Nach den Online-Semestern und den pandemiebedingten Einschränkungen war es wirklich sehr schwer, sich zu vernetzen und Kontakte zu knüpfen. Das ist aber äußerst wichtig für psychische Gesundheit und Wohlbefinden und damit auch für ein erfolgreiches Studium. Mit unserem Gruppenangebot in Präsenz wollen wir unseren Beitrag dazu leisten, dass dieses wichtige Sich-Verbinden wieder mehr stattfinden kann.

Gab es einen konkreten Anlass zur Überarbeitung des Angebots der PBS oder handelt es sich dabei um einen stetigen Prozess?

Wir überarbeiten unser Gruppenangebot ständig und gleichen es immer mit den Themen ab, die in den Einzelsitzungen gerade vermehrt an uns herangetragen werden. Manchmal gibt es auch konkrete Wünsche von Studierenden. Fest im Programm sind aber immer Themen, die bei der Bewältigung des Studiums unterstützen, wie Gruppen zu Prokrastination/psychologisches Zeitmanagement, Bewältigung von Prüfungsangst oder Redeangst, produktivem Arbeiten etc.

Aber natürlich auch andere Lebensthemen, die nur indirekt mit dem Studieren zusammenhängen: Derzeit läuft z.B. wieder unsere Trauergruppe für Studierende, die einen nahen Menschen verloren haben oder die Gruppe „It ̀s time to ACT”, in der es um Werte und Lebensziele wie den Umgang mit belastenden Erlebnissen geht.

 

Auf welchen Aspekt haben Sie bei der Entwicklung neuer Formate am meisten Wert gelegt?

Einige Angebote, die es so noch nicht gab, tragen dem Bedürfnis Rechnung, die Pandemie zu reflektieren und sich neu zu orientieren, sich zu vernetzen und auszutauschen, die Kraft für einen Neustart zu finden etc.

 

Auf die Realisierung welches neuen Gruppenangebots freuen Sie sich am meisten?

Ich freue mich vor allem über die Vielfalt! Toll finde ich auch, dass wir erstmals eine längere Gruppe in englischer Sprache haben und eine Gruppe für Paare (die sich seit der Pandemie auch deutlich häufiger an uns wenden).

Außerdem wird die Gruppe „Probleme im Studium strategisch lösen“ starten, in der Teilnehmende gemeinsam Lösungsmöglichkeiten für aktuelle herausfordernde Situationen finden können.

„Das Einmaleins der Melancholie“ ist eine psychoedukative Gruppe zum Thema depressive Verstimmungen – der Grund Nummer 1, warum uns Studierende aufsuchen.

„Death over Dinner“ wiederum ist eine angeleitete Gesprächsgruppe, in der wir uns mit tabuisierten Themen wie Tod und Sterben auseinandersetzen, um uns darüber bewusst zu werden, wie wir leben wollen.

 Verraten Sie mir zum Schluss unseres Gesprächs bitte noch, wie man als Studi am Gruppenangebot der PBS teilnehmen kann - gibt’s da irgendwelche Zugangsvoraussetzungen?

Das kostenlose Angebot richtet sich an Berliner Studierende. Grundsätzlich finden die Präsenzgruppen im Rahmen von derzeit 3G statt.

Auf der Webseite steht bei jedem Angebot, wie man sich anmelden kann. Bei vielen haben wir mit einem persönlichen Vorgespräch vor Teilnahme an einer längeren Gruppe sehr gute Erfahrungen gemacht. Es gibt Angebote, bei denen man jederzeit einsteigen kann und andere, die an einem bestimmten Tag starten. Es gibt einmalige Workshops z.B. im Rahmen der Veranstaltung Dark Night/Dark Week, einer Kooperation mit dem Bereich Kultur & Internationales, Gruppen, die sechs- bis zwölftmal stattfinden und Gruppen, die sich über zwei Semester erstrecken.

 

Irina Theisen ist die Leitung der PBS
Foto: Jana Judisch

© studierendenWERK BERLIN | Sandra Neumann

Gruppenangebote PBS

Wir haben verschiedene Gruppenangebote. In der folgenden Übersicht kannst du dich umfassend informieren.
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