Foto: Jan Eric Euler / DSW
Studierende diskutieren in der WG-Küche.

Gemeinsam die Welt verändern

Zahlreiche Studierende und namhafte Speaker*innen fanden sich am 23. Juni deutschlandweit auf Einladung von Common Purpose online zusammen – die gemeinsame Vision: Engagement für eine bessere Welt.

21.07.2021

von Viktoria Eckert

„Seid mal Schwamm und mal Gießkanne!“, mit diesem Satz begrüßt Anne Seubert, Moderatorin der Veranstaltung und Programmdirektorin von Common Purpose in Berlin, an diesem Nachmittag alle Teilnehmenden und setzt zugleich ein mehr als passendes Motto für die kommenden fünf Stunden. Eine erste Begrüßungsrunde zeigt, dass sich tatsächlich Menschen aus den verschiedensten Fachrichtungen und quer über Deutschland oder sogar Europa hinweg an diesem Nachmittag zusammengefunden haben.

Den ersten Impuls gibt es in Form eines Dialogs mit Dr. Imke Rajamani. Sie arbeitet für die Falling Walls Foundation, ist u. a. ausgebildete Coachin und Mediatorin. Ihr liegt besonders die Initiative Young Entrepreneurs in Science am Herzen, welche von der Stiftung unterstützt wird. Ziel ist es, Forschung mit Impact zu denken, Probleme zu lösen und dadurch Leben zu verbessern. Die Messung jenes Impacts sei jedoch eine große Herausforderung, gibt Imke Rajamani zu und bezeichnet Wissenschaft als eine wichtige Grundlage für Technologie –„Wissenschaft liefert nach wie vor das beste Wissen“, bringt sie es treffend auf den Punkt und fordert in diesem Zusammenhang einen stärkeren Dialog zwischen den Disziplinen Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Nach diesem gelungenen Auftakt folgt nun die erste Breakout Session. Im Vorfeld der Veranstaltung konnten sich alle Teilnehmenden für beide geplanten Breakout Sessions jeweils eine*n impulsgebende*n Speaker*in auswählen – allesamt Menschen, welche die Welt mit ihrer Arbeit zum Positiven verändern möchten. Meine Wahl fiel in Runde 1 auf Volker von Witzleben, seines Zeichens Social Missions Activist für Ben & Jerry‘s. Das Unternehmen setzt sich vor allem für soziale Gerechtigkeit zwischen ethnischen Minderheiten und die Rechte von Geflüchteten ein, er bezeichnet dies treffend als „Eiscreme-Aktivismus“. Ben & Jerry‘s gehört jedoch auch zu Unilever, einem Global Player der Nahrungsmittelindustrie und Volker von Witzleben sagt klar: „Wachstum ist das Ziel, auch für Ben & Jerry‘s“. Im Laufe der 30-minütigen Session wird deutlich, dass es sich bei politischem Aktivismus in Unternehmen oft um ein Ausbalancieren teils gegensätzlicher Interessen handelt. Man benötige Paradigmenwechsel und Beschleuniger, um Wandel zu initiieren und es sei wichtig, „trotz Gegenwind auch Kritik am eigenen Unternehmen zu üben“.

Nach einer Pause von 15 Minuten geht’s direkt in die zweite Breakout Session, diesmal kommt der Input von Ana-Christina Grohnert. Sie ist Vorstandsvorsitzende des Charta der Vielfalt e.V., welcher sich für die Förderung von Vielfalt in deutschen Unternehmen einsetzt. „Es geht nicht nur um Konsumquoten und Wachstum, sondern um Haltung“, sagt sie gleich zu Beginn des Impulses mit Blick auf notwendige Veränderungen in der Markt- und Unternehmenskultur. Ihr persönliches Wertesystem sei schon immer das Gleiche und vor allem von der Neugier für Menschen geprägt. Im Laufe ihrer Karriere ist Ana-Cristina Grohnert bereits an eine Vielzahl von Grenzen gestoßen, „der Glaube an Vielfalt, Vernetzung und die eigene Haltung hat mir bei der Überwindung von Grenzen maßgeblich geholfen“. In verantwortlicher Position müsse man den Finger immer wieder in die Wunde legen, gibt sie uns mit auf den Weg – denn: „Argumente zählen, aber die Zukunft zählt halt auch.“

Zum Ende der Veranstaltung gibt Francesco de Meo einen letzten Impuls im Plenum, er ist u. a. designierter Vorstandsvorsitzender von Common Purpose und sagt „zwischen Motivation und Resignation liegt das echte Leben“. Um etwas zu verändern, bräuchte es seiner Meinung nach oft nur 20 Minuten und sogenannte Tam Tams – stellvertretend für: Thema, Anlass und Mut sowie Timing, Adaption, Motivation und Skalierbarkeit.

Diese Gedankengänge bilden den gelungenen Abschluss eines bis dato einzigartigen Pilotprojekts, welches unter den Teilnehmenden für viel Begeisterung und Inspiration gesorgt hat – gemeinsam können wir dann vielleicht doch die Welt zum Besseren verändern.

 

#Diversity  #Nachhaltigkeit