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Fridays for Future an der TU Berlin

Annika Hombücher erzählt uns von der „Fridays for Future“-Hochschulgruppe an der TU Berlin, deren Forderungen und Ziele.

05.08.2019

von Cosima Kopp

Die „Fridays for Future“-Bewegung wurde von Schüler*innen durch Demonstrationen gestartet, wie nehmt ihr die Beteiligung von Studierenden wahr?

Es kommt ganz darauf an, wo man sich die Bewegung anschaut. In Berlin war es vor allem in der Organisation von Anfang an studentisch geprägt, bei den Streiks waren hauptsächlich Schüler*innen. Nach und nach haben wir Leute an den Hochschulen mobilisiert und Hochschulgruppen gegründet, dadurch ist die Beteiligung nach oben gegangen.

Wie viele nehmen an den Treffen der Hochschulgruppe an der TU teil?

Die Hochschulgruppe an der TU war die erste in Berlin und wir haben jeden Mittwoch um 18 Uhr Plenum. Beim ersten Treffen waren nur so 6 Leute da, innerhalb von einem Monat ist das auf circa 40 Leute gestiegen, von denen 20 regelmäßig dabei sind. Obwohl wir die erste Hochschulgruppe waren, sind wir eine der kleinsten. An der HU nahmen so 80 bis 100 Leute an dem ersten Treffen teil.

Wie sehen die Forderungen und Ziele der Hochschulgruppe TU aus?

Als Hochschulgruppe haben wir sechs Forderungen ausgearbeitet und durch eine Petition eine Volksversammlung ausgerufen. Studierende konnten Änderungsanträge einreichen und über die finalen Forderungen wurde dann abgestimmt.

1. Wir als Studierendenschaft solidarisieren uns mit den Forderungen der „Fridays for Future“-Bewegung, dies gilt auch für die TU und es wird eine nachteilsfreie Teilnahme an den Streiks unterstützt, wodurch Studierende beispielsweise von der Anwesenheitspflicht befreit werden.

2. In unserer Recherche haben wir gemerkt, dass man nur schwer an Informationen rankommt und viele Hürden überwinden muss. Die Informationen aus dem Umweltbericht der TU sollen generiert werden, partizipativ zusammen mit der Studierendenschaft erarbeitet werden und in Zukunft eigenständig an diese weitergegeben werden. Denn es ist schwer zu sagen, was man ändern möchte, wenn man nicht weiß, was zu ändern ist.

3. Die Universität soll schnellstmöglich klimaneutral werden.

4. Die Klimakrise soll einen höheren Stellenwert in der Bildung bekommen. Es sollen fakultätsspezifische Module angeboten werden, damit Studierende lernen, was sie dazu beitragen können. Außerdem soll es Bildungsangebote für Nicht-Studierende geben. Vom 20. Bis 27. September findet eine Aktionswoche zu dem Thema statt. Wir wollen, dass die TU sich daran beteiligt und Bildungsangebote für alle anbietet. Unserer Meinung nach ist es die Aufgabe einer Universität, nicht nur die Wissenschaft, sondern auch die Bildung voranzubringen.

5. Diese Forderung geht nicht nur an die Universität, sondern auch an den Berliner Senat. Wir wollen, dass das 1,5-Grad-Ziel eingehalten wird und es sollen Schritte dafür unternommen werden. Wir haben dafür zwei Beispiele genannt: erstens Alternativen zum motorisierten Individualverkehr ausbauen und zweitens eine Unterstützung der Universitäten durch Fördergeld.

6. Wir wollen, dass die Universität mit uns als Studierendenschaft in offene Verhandlungen tritt und Anstrengungen unternimmt, die Forderungen einzuhalten.

Wie wird eure zukünftige Zusammenarbeit mit der TU aussehen?

Die Universität hat jetzt die Aufgabe, unsere Forderungen umzusetzen, da diese im Interesse der Studierendenschaft sind. Es wird eine Verhandlungsreihe geben, in der wir zusammen entscheiden, was möglich ist und was die Universität unternimmt. In unserer sechsten Forderung haben wir festgelegt, dass die erste Verhandlung innerhalb von zwei Wochen stattfinden sollte, diese hat kaum eine Woche darauf auch stattgefunden. Die nächste Verhandlung wird voraussichtlich Anfang August sein.

Wie sieht eure Zusammenarbeit innerhalb der Bewegung aus?

Wenn eine Entscheidung getroffen wird, geht das von den Ortsgruppen an Schulen oder Hochschulen zu den Gruppenplanern der jeweiligen Stadt hoch bis zum bundesweiten Kongress. Dann erst wird gesagt, dass die ganze „Fridays for Future“-Bewegung dafür einsteht. Die Berliner Hochschulgruppen haben alle jeden Mittwoch um 18 Uhr Plenum und circa einmal im Monat haben wir ein Vernetzungstreffen. Damit Arbeit nicht doppelt gemacht wird und wir von Erfahrungen lernen können, stehen wir im ständigen Austausch über Online-Chatgruppen.

Was konnte an den anderen Berliner Universitäten bereits erreicht werden?

Die HU war mit einer Universität in Leipzig eine der ersten, die die Vollversammlung initiiert haben. Von ihnen stammt die Idee, auch mit der Petition. Sie haben ebenfalls sechs Forderungen beschlossen, da gibt es auch Gemeinsamkeiten zu unseren, beispielsweise die an den Berliner Senat oder bezüglich dem Individualverkehr. Je mehr Unis dahinterstehen, desto eher passiert etwas. Bevor wir uns alle in kleine Sachen verrennen, wollen wir lieber große Sachen vorantreiben. An den anderen Hochschulen sind wir beim Aufbau von Gruppen, an der FU hat bereits eine Vollversammlung stattgefunden.

 

Die „Fridays for Future“-Treffen an den Berliner Universitäten finden jeden Mittwoch um 18 Uhr statt. Wer daran teilnehmen möchte ist herzlich willkommen. Mehr Informationen gibt es u. a. auf der Website der TU Berlin.

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