Grafik: PEB+ Harm Reccius Architekten

Ein neues Wohnheim für Kreative

Ein ganz besonderes Wohnheim öffnet noch in diesem Jahr seine Türen für Berliner Kreativstudierende.

07.11.2019

von Mascha Malburg

Mit einem weitläufigen Atelier, raffinierten Maisonettewohnungen aus Holz und WG-Zimmern im denkmalgeschützten Sechzigerjahre-Stil bietet das ehemalige Gemeindehaus in Dahlem Raum für studentisches Kunstschaffen und Wohnen an einem Ort.

Im hellen Foyer der Gelfertstraße 45 riecht es nach frisch geschnittenem Holz, im Nebenraum kreischt eine Säge. Beim Besuch des ehemaligen Gemeindegebäudes aus den frühen Sechzigerjahren steigt man über plastikverpackte Möbel, noch hängen vereinzelt Kabel von den Decken. Trotzdem kann man die Gemütlichkeit bereits erahnen, die hier bald einziehen wird. Schon in einem Monat können 19 Kreativstudierende in dem neuen Wohnheim des studierendenWERKs einen Traum verwirklichen: Wohnen und Arbeiten unter einem Dach – Deutschlands erstes Wohnatelier für Studierende. In Kooperation mit dem Büro Kultur & Internationales hat die studierendenWERKs-Abteilung Studentisches Wohnen ein Konzept entwickelt, dass dem Wohn- und Ateliermangel der Stadt gleichzeitig begegnet. „Das stieß bei den Kreativstudierenden sofort auf Begeisterung“, erzählt Claudia Brieske, die im Kulturbereich als Projektmanagerin tätig ist.

„Freiräume für Kreativstudierende verschwinden in Berlin.“, sagt Brieske. Die meisten Studierenden malen und gestalten im eigenen WG-Zimmer oder nutzen die Ateliers an den Unis, zu denen sie oft lange pendeln müssen. Das neue Wohnheim bietet ihnen einen eigenen Atelierplatz und ist nur einen kurzen Spaziergang von der FU entfernt. Aber auch Studierende anderer Unis und aller Fachrichtungen sollen hier interdisziplinär arbeiten und leben. „Nicht nur bildende Künstler*innen, sondern beispielsweise auch ein Grafiker, eine fotografierende Philosophiestudentin oder Menschen, die im Bereich Performance arbeiten, sind willkommen, sich gegenseitig zu inspirieren“, ergänzt Claudia Brieske.

Dabei lädt nicht nur die 130 Quadratmeter große Atelierhalle mit Blick auf den Garten zum Kreativsein ein. Auch die angrenzenden Maisonettewohnungen bieten ausreichend Licht und Platz für künstlerisches Schaffen. In die zehn Meter hohen Räume sind treppenartig drei Holzebenen eingezogen. So können die Studierenden unten kochen, auf halber Ebene arbeiten und unter der Dachschräge schlafen – alles offen und trotzdem visuell getrennt.

Da das Gebäude unter Denkmalschutz steht, bleibt das ursprüngliche Gestaltungskonzept erhalten – nicht nur in den Maisonettewohnungen, auch in den restlichen Zimmern, die eine 6er-WG, eine 4er-WG mit barrierefreiem Zimmer und eine 3er-WG im ersten Stock beherbergen. So leuchten alle Fensterrahmen in genau dem gleichen Gelb wie vor fünfzig Jahren und die frisch lackierten Holztüren zieren noch die typischen Lichtöffnungen aus Glas.

 

Studierende können sich unter www.stw.berlin/gelfertstrasse für den Wohnheimplatz bewerben. Am 6.11. und am 13.11. gibt es zudem Besichtigungen vor Ort.

 

 

Grafik: PEB+ Harm Reccius Architekten

Grafik: PEB+ Harm Reccius Architekten

Foto: Angela Kovács-Nawrath

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