Foto: Sandra Neumann

Ein Nachmittag am InfoPoint

Wer neu an die Universität kommt, hat meist vor allem eins: Fragen. Wo finde ich meine Kurse? Wo kann ich essen? Wer sind meine Kommiliton*innen? Bin ich hier überhaupt richtig?

18.09.2019

von Celia Parbey

Wer Orientierung sucht, kann u. a. bei den drei InfoPoints des studierendenWERKs BERLIN Hilfe suchen. Duygu arbeitet dort als studentische Hilfskraft. Ich habe sie am Standort Hardenbergstraße 34 einen Nachmittag lang begleitet.

Ihre wichtigste Aufgabe besteht darin, den Studierenden vor Ort Auskunft zu geben. Weil der InfoPoint in der Hardenbergstraße direkt neben der Mensa liegt, kommen viele Studierende zu Duygu, die Fragen zum Thema MensaCard haben, vor allem zwischen den Semestern. Wo kann ich eine kaufen? Wie benutze ich sie? Und vor allem – wann brauche ich sie?  Die erste Zeit an der Uni kann sehr verwirrend sein und die Erstsemester wollen beraten werden.

Die Aufgaben, denen Duygu am InfoPoint nachgeht, sind jedoch vielfältig und beschränken sich nicht nur auf den Infopoint selbst. Gelegentlich geht es auch mal in den Keller, um eine Inventur der Flyer und Broschüren durchzuführen und alte Printprodukte auszusortieren. Auch zu Außeneinsätzen wird sie gerufen. Bei den Career Days der Hochschulen geben Duygu und ihre Kolleg*innen Auskunft zum Thema Wohnheimbewerbungen, BAföG und ganz allgemein den Angeboten des studierendenWERKs.

Es gibt Studierende, die den InfoPoint mit dem BAföG-Amt verwechseln und zu Duygu kommen, um ihr Fragen zu ihrem eigenen Status zu stellen. In solchen Situationen muss sie passen. „Ich kann beispielsweise niemandem sagen, ob sie*er BAföG-berechtigt ist”, erklärt sie. Was sie aber kann, ist, die Grundlagen des BaföGs erläutern, die fertigen Anträge bei sich sammeln und diese an das zuständige Amt schicken. Auch die unterschiedlichen Formulare, die für den Antrag notwendig sind, können die Studierenden bei ihr erhalten.

Oft verwechseln die Studierenden den InfoPoint mit einer allgemeinen Auskunft. Vor allem jene, die neu in der Stadt sind. Sie fragen dann auch gerne mal nach Wegbeschreibungen zu Events in Berlin. „Manchmal denken die Leute, dass wir für alles da sind”, sagt Duygu.

Zu den Voraussetzungen für den Job gehört es, dass die Bewerber*innen englisch sprechen können. Das ist wichtig, weil auch viele internationale Studierende den Weg zum InfoPoint finden und auch sie umfassend beraten werden möchten. Duygu erklärt, dass es wichtig ist, offen, freundlich und geduldig zu sein und sich auf die Diversität der Berliner Studierenden einzustellen. „Studierende sollten sich nicht durch Sprache, Mimik oder Worte ausgegrenzt fühlen“, sagt sie. Trotzdem muss man bei aller Freundlichkeit auch achtsam sein. Da sich das studierendenWERK in der Nähe des Bahnhofs Zoologischer Garten befindet, verirren sich auch gerne mal „Outsider“ in das Gebäude. „Man muss hier immer alles im Blicke haben“, erklärt Duygu. Deshalb sei der Job auch etwas fordernder als ihr zweiter Einsatzort an der Freien Universität im beschaulichen Dahlem.

Zurzeit arbeiten 15 Studierende und eine festangestellte Mitarbeiterin an den InfoPoints in verschiedenen Schichten. Untereinander gibt es einen kollegialen Umgang und die Zusammenarbeit macht Spaß, erzählt Duygu. Schwierig wird es nur, wenn mal mehrere gleichzeitig krank sind, aber das haben sie bis jetzt immer gut auffangen können. Wirkliche Ernüchterung gibt es für sie am InfoPoint nur manchmal. Wenn die Leute unpersönlich sind beispielsweise, vergessen, dass da ein Mensch sitzt und die normalen Regeln des Umgangs ignorieren: kein Bitte, kein Danke. Das sei aber nicht die Regel. Umso schöner ist es, wenn sich die Studierenden extra noch einmal zu ihr begeben, um sich zu bedanken. „Das find ich immer nett. Auf persönlicher Ebene tut es einfach gut, wenn die Arbeit wertgeschätzt wird.”

 

Aktuell suchen wir wieder studentische Hilfskräfte für die InfoPoints. Interessiert? Hier geht's zur Ausschreibung.

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