Foto: Gerd Altmann / pixabay.com
Smartphone mit Bildern unterschiedlicher Menschen

Diversity – die Medientipps der Redaktion

Anlässlich des Diversity-Tags am 18. Mai hat die Redaktion für euch ein paar Medienangebote zusammengestellt, die einen Blick auf das Thema Vielfalt werfen.

17.05.2021

Mandy

Lebensentwürfe unabhängig vom Alter denken

Das Wort Diversität lässt mich sofort an Herkunft denken. Doch wie das Wort eigentlich schon impliziert, geht es um viel mehr als Herkunft. Diversität umfasst alles, was einen Menschen und seine Lebensform auch nur ausmachen kann. Mir ist das sehr bewusst geworden, als ich mir im Podcast „Hotel Matze“ – der seit Corona „Hotel Quarantäne“ heißt – ein Interview mit Herlinde Koelbl angehört habe. Herline Koelbl ist über 80 Jahre alt und hat ihre Passion, die Fotografie, nie eingetauscht, auch nicht gegen ein Rentendasein. Dabei ist das Diverse an ihr, dass sie ihren künstlerischen Beruf erst mit Mitte 30 ergriffen hat, wie sie im Interview berichtet. Ihr Werdegang ist beispielhaft dafür, wie frau Leben und Arbeit auch frei davon gestalten kann, was Gesellschaft und Staat als altersbedingte Wendepunkte, wie Berufswahl und Arbeitsende, vorgesehen haben. Der Lebensentwurf von Herline Koelbl kann, wie ich finde, als Ermutigung dienen für all diejenigen, die sich fragen, ob Entscheidungen wirklich an ein Alter geknüpft sein müssen. Auch die künstlerischen Arbeiten von Koelbl stehen im Zeichen der Diversität. Ihre Fotoprojekte zeichnen sich vor allem durch ihre langjährige Entstehungszeit aus.

Erst kürzlich ist ein neues Buch entstanden: Faszination Wissenschaft. 60 Begegnungen mit wegweisenden Forschern unserer Zeit – darin hält Herline Koelbl die Facetten einer Karriere in der Wissenschaft fest – und eben die Diversität, die darin steckt.

Viktoria

„Border“ – ein Film über das Anderssein

Dieser Film aus dem Jahr 2018 lässt sich in keine Schublade einordnen: Fantasy, Drama, Thriller oder märchenhafte Lovestory? Man weiß es nicht genau. Er sprengt Grenzen und stellt gesellschaftliche Normen infrage. Tina besitzt einzigartige Fähigkeiten – die 40-jährige kann Gefühle wie Stress, Angst und Scham mit ihrem Geruchssinn wahrnehmen. Ein Umstand, welcher ihr in ihrer Tätigkeit als Beamtin beim schwedischen Zoll absolut zu Gute kommt. Kaum eine Schmuggelware ist vor Tinas Spürsinn sicher. In ihrem Privatleben scheint sie hingegen seltsam isoliert, lebt zurückgezogen in ihrem Haus mitten in der Natur und führt eine befremdlich anmutende Beziehung mit ihrem Mitbewohner Roland. In größtmöglicher Abgeschiedenheit scheint sich Tina am wohlsten zu fühlen, was vermutlich auch in ihrem äußeren Erscheinungsbild begründet liegt: starrer Blick und wulstige Gesichtsform, gedrungener Körper – fernab jedes (menschlichen) Schönheitsideals. Im Laufe des Films lernt sie mit Vore ein Wesen kennen, was ihr in vielen Punkten ähnelt. Beide verbindet ein auffälliges Äußeres, sowie ein enges Band zur Natur und dort lebender Tiere. Diese Bekanntschaft gewährt Tina erstmals Zugang zu sich selbst, in eine bis dahin unbekannte Welt. „Border“ wirft ein Schlaglicht auf das Anderssein, den Umgang mit Diversität – ein Film, welcher dem Publikum lang im Gedächtnis bleibt.

Der Überraschungserfolg aus Schweden sorgte u. a. auf den Internationalen Filmfestspielen von Cannes für Furore und ist momentan in der ARD-Mediathek verfügbar.

 

Wendy

Willkommen im Club – der LGBTIQ*-Podcast

Eine viel genutzte App auf meinem Handy ist die ARD-Audiothek. Dort wurde mir eines Tages die Folge „Meilensteine queerer Geschichte“ von dem Podcast „Willkommen im Club“ vorgeschlagen. Neben dieser sehr allgemeinbildenden Folge, schätze ich an diesem Podcast die vielen persönlichen Geschichten von Menschen aus der LGBTIQ* Community. Unter einem Überthema wie zum Beispiel „LGBTIQ* in der Bundeswehr“ oder „Muslimisch und queer – Wie passt das zusammen?“ kommen verschiedene Persönlichkeiten zu Wort und berichten von ihrem Blick auf die Welt und ihren Erfahrungen. Ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit erzählt der Podcast auf diese Weise von den Hürden und Diskriminierungserfahrungen von LGBTIQ*-Menschen im Alltag und sensibilisieren für die Thematik. Die Moderator*innen kommentieren die Erzählungen und streuen zudem geschichtliche Fakten ein, die zum Teil verblüffen oder schockieren.

Du merkst, ich kann „Willkommen im Club“ nur empfehlen. Er erscheint jeden Mittwoch auf diversen Podcast-Portalen und dauert zwischen 30 und 45 Minuten.

 

#Diversity  #Kultur & Freizeit