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Hände mit Taschenrechner und Laptop

Die Basics der Steuererklärung – kurz und knapp

Ein Thema, so beliebt wie kalte Füße: Die Steuererklärung. Von vielen gefürchtet und bis ins Unendliche aufgeschoben. Aber es wird Zeit den eigenen Schweinehund zu überwinden.

27.04.2021

von Wendy Sexton

Ohne Anspruch auf Vollständigkeit, hier einige Basics, um als Studierende*r in die Welt der Steuern einzusteigen. 

1. Grundsätzliches

Die Steuererklärung gilt immer für ein Kalenderjahr, also z. B. von Januar  bis Dezember 2020. Du kannst sie bis zu vier Jahre rückwirkend einreichen. Die Belege musst du meist nicht vorlegen, solltest diese aber für den Fall der Fälle zehn Jahre lang aufbewahren.

 2. Der Grundfreibetrag

Es gibt den magischen Grundfreibetrag von 9.744 Euro (für 2021). Dieser wird zusammen mit Ausgaben wie den Werbungskosten und Sonderausgaben bei deinem Einkommenssteuertarif berücksichtigt. Nur was darüber hinausgeht, muss versteuert werden! Hast du abzüglich der eben genannten Kosten weniger als den Grundfreibetrag verdient und trotzdem während des Jahres Lohnsteuern gezahlt, stehen die Chancen für eine Rückerstattung gut!

3. Pflicht und Fristen

Eine Steuererklärung ist für Selbstständige Pflicht! In diesem Fall musst du diese bis zum 31.7. des Folgejahres beim Finanzamt deines Bezirkes einreichen. Hast du nur als angestellte*r Arbeitnehmer*in gearbeitet, ist die Steuererklärung für dich freiwillig. Aber Achtung: Wenn du Lohnersatzleistungen, wie zum Beispiel Kurzarbeitergeld, erhalten hast, bist du trotzdem zu einer Steuererklärung verpflichtet! (Pflichtveranlagung)

4. Einmal Steuererklärung immer Steuererklärung?

Meldest du beim Finanzamt deine Selbstständigkeit wieder ab oder hast du die Steuererklärung nur freiwillig abgegeben, bist du in den Folgejahren nicht automatisch zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet! Das ist nur ein Mythos, den man leider immer wieder hört.

5. Was muss ausgefüllt werden?

Generell musst du mindestens folgende Teile der Steuererklärung ausfüllen:

  • Mantelbogen/ Hauptvordruck: Für persönliche Angaben, Spenden, Kirchenzugehörigkeit und Sonderausgaben (z. B. Aufwendungen für die Erstausbildung).
  • Anlage Vorsorgeaufwand: Z. B. für Krankenversicherung, Altersvorsorge & Sozialversicherung.
  • Anlage N für Angestellte: Angaben zum Arbeitslohn. Minijobs und steuerfreie Stipendien müssen nicht angegeben werden. Außerdem können hier die Werbungskosten, die in direktem Zusammenhang mit deinem Beruf/Studium stehen, angegeben werden. Dazu gleich mehr.
  • Für Selbstständige: Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) sowie Anlage S oder G

6. Anrechenbare Studienkosten

Studienbedingte Ausgaben können während deiner Erstausbildung (z. B. Bachelor ohne Vorausbildung) nur als Sonderausgaben angegeben werden. Befindest du dich bereits in deiner Zweitausbildung (z. B. Master), kannst du diese als Werbungskosten angeben. Folgendes kannst du beispielsweise als studienbedingte Kosten angeben.

  • Wege zur Uni und zur Arbeit: Entweder du rechnest mit der Entfernungskostenpauschale von 30 Cent pro Kilometer pro einfache Entfernung oder du gibst deine tatsächlichen Kosten, also den Preis für das Semesterticket, an.
  • Homeoffice-Pauschale: Du darfst dir fünf Euro pro Tag Homeoffice für maximal 120 Tage im Jahr anrechnen. Das gilt auch für Online-Seminare und -Vorlesungen!
  • Arbeitsmaterialien: z. B. Laptop, Drucker, Fachbücher, Bewerbungen, Papierkram und ähnliches. Achtung: Die Kosten für einige größere Anschaffungen (wie Laptop) müssen auf mehrere Jahre aufgeteilt werden.
  • Dienstreisen: Tagespauschalen für Exkursion und mehrtätige Ausflüge
  • Zinsen von Studienkrediten

7. Pauschalen

In einigen Fällen kannst du dich entscheiden, ob du jede einzelne Ausgabe angibst oder dir einfach eine Pauschale anrechnen lässt. Das macht vor allem dann Sinn, wenn deine eigentlichen Ausgaben in diesem Bereich nicht besonders hoch sind. Hier einige Beispiele: Werbungskosten-Pauschale (1.000 Euro), Arbeitsmaterial (110 Euro), Telefon & Internet (20 Euro pro Monat), Kontoführung (16 Euro im Jahr), Umzug aus beruflichen Gründen (860 Euro).

8. Steuererklärung als Studierende*r – Ja oder nein?

Das ist leider eine Abwägungsfrage. Meiner Meinung nach ist es definitiv einen Versuch wert! Falls du nichts verdienst und schon in der Zweitausbildung bist, solltest du dich zudem noch über den Verlustvortrag informieren. Die Steuererklärung kann in diesem Fall besonders sinnvoll sein.

 

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