Foto: HABA Sales GmbH & Co. KG
Spielaufbau Miyabi

Boardgames im Homeoffice

Social Distancing heißt zwar das Gebot der Stunde, aber Gesellschaftsspiele in der WG oder ganz virtuell gehen trotzdem.

09.04.2020

Gastbeitrag von Rolf Götze

Normalerweise ist das Frühjahr nicht die klassische Spielezeit. Aber was ist in diesen Zeiten schon normal? Eigentlich wären Vorlesungen, das Heimkehren vom Backpacking oder Biergartenaufenthalte in der Sonne mit netten Kommiliton*innen angesagt. Stattdessen gelten Kontakteinschränkungen oder für manche sogar Quarantäne! Wir wollen Euch ergänzend zu Online-Workouts und Bastelanleitungen ein paar Tipps rund um die Brett- und Kartenspielwelt geben.

Für Allein-zu-Haus-Spieler*innen u. a.

Da viele herkömmliche Vertriebswege auch im Brettspielmarkt nicht mehr funktionieren und Messen abgesagt wurden, versuchen immer mehr Verlage auch Online-Angebote zu machen.

Dies spiegelt sich in vielen App-Angeboten auf den einzelnen Verlagsseiten wieder. Einfach mal über die entsprechenden Playstores unter der Suche „Brettspielwelt“ das gewünschte Spiel suchen, installieren und ausprobieren. Die Apps kosten zumeist ein paar Euro.

Darüber hinaus bieten auch Plattformen wie www.brettspielwelt.de oder https://www.yucata.de Spiele an, die in Echtzeit und zugbasiert ablaufen. Schnell angemeldet könnt ihr zumeist auch kostenlos starten. Es ist möglich, sich mit anwesenden Spieler*innen zu einer Live-Partie im Chat zu verabreden oder einfach zu fragen, wer gerade etwas spielen möchte.

Noch einen Schritt weiter geht die Plattform https://www.tabletopsimulator.com [englisch]. Hier erlaubt uns die Software, das virtuelle Material fast genauso zu behandeln wie am realen Spieltisch. Die Spielregeln sollten die Beteiligten aber drauf haben, da die Plattform nicht alle Angebote dahingehend unterstützt.

 

 

Für die kleine WG

„Miyabi“ bringt für 2 bis 4 Spieler*innen die bunte, japanische Landschaftsgartenkunst ins Wohnheim oder in die WG-Küche. Jede*r baut in diesem feinen Taktikspiel auf ein 6x6 Felder großes Raster seinen*ihren eigenen Garten. Wer an der Reihe ist, nimmt sich genau ein 1er- bis 3er-Plättchen aus der offenen Auslage und legt es in den Garten. Dann markiert der*die Spieler*in genau die Spalte mit einer Laterne, in der sich das Motiv des eben platzierten Legeteils befindet. Diese Spalte kann nun im Verlauf dieser Runde nicht noch einmal verwendet werden. Dann folgt reihum der*die nächste Spieler*in. Sofort nach dem Anlegen des Teiles erhält der*die Spieler*in Siegpunkte, die auf der Siegpunktleiste angetragen werden. Die Ebene des eben gelegten Plättchens wird mit der Anzahl der abgebildeten Motive multipliziert. Das Problem besteht nun darin, die Balance zwischen dem flächigen Bau und dem Bau in die Höhe zu halten. Baut man in die Höhe, werden ggf. Motive verdeckt, die dann die Endwertung, in der es auf Motivmehrheiten ankommt, verhagelt. Nach 4 bis 6 Baurunden (je nach Spieler*in) endet die Gartengestaltung und die erfolgreichste Gärtner*in der Saison ist gekürt.

Das Legespiel „Miyabi“ besticht durch einfache Regeln und eine angenehme Spieltiefe mit tollem Wertungsmechanismus. Und 5 Erweiterungsvarianten liegen noch dabei!

Autor: Michael Kiesling, Verlag: HABA, 2 – 4 Spieler*innen, ab 8 Jahren, ca. 45 min, Preis ca. 25 Euro

Foto: HABA Sales GmbH & Co. KG

Für die große WG

In „Amul“ begeben sich 3 bis 8 Spieler*innen als aufstrebende Händler*innen in das Marktgetümmel, um Ruhm und Reichtum zu erlangen. Dies geschieht durch geschicktes Tauschen und Handeln von Karten, um so möglichst viele Punkte zu erhalten. In jeder Runde wählt jede*r eine ihrer*seiner 6 Handkarten und legt diese verdeckt in den Bereich der bereits offen ausliegenden Marktkarten. Nach dem Aufdecken wählt sich jede*r, beginnend mit dem*der Startspieler*in, eine Marktkarte aus und nimmt diese wieder auf die Hand. Nun legt jede*r erneut verdeckt eine Handkarte, diesmal in die eigene Auslage, um diesen Spielbereich bis zum Schluss punktemäßig aufzupeppen. Die Kartenkennung gibt dabei vor, ob die Karte dort bleiben darf oder angeworfen werden muss. Es empfiehlt sich, die militärische Stärke für einen früheren Marktzugriff und die Basar- und Palastkarten nicht außer Acht zu lassen. Nach 9 Runden kommen noch die für die Endwertung vorgesehen Handkarten in die  Auslage. Dann wird abgerechnet und mittels Auswertungsblock für Sets und Mehrheiten ermittelt, wer der*die geschickteste Händler*in war. Die Stadt Amul ist nicht fiktiv. Sie war ein Handelszentrum des Altertums und ein wichtiger Knotenpunkt der Seidenstraße. Wenn da kein Fernweh aufkommt!

„Amul“ besticht durch einfache Regeln und eine angenehme Spieltiefe mit tollem Wertungsmechanismus.

Autoren: R. Conzadori, S. Negro, Verlag: PEGASUS, 3 – 8 Spieler*innen ab 10 Jahren, ca. 30 – 60 min, ca. 25 Euro

 

Die Spiele gibt es online zu kaufen. Wenn Ihr den stationären Handel unterstützen wollt, dann wendet Euch am besten direkt an die Spieleläden in der Stadt. https://pegasus.de/news/fachhaendler-waehrend-covid-19/

Viel Spaß beim Spielen!

Foto: Pegasus Spiele GmbH

#Kultur & Freizeit