Foto: Jana Judisch

Weißensee kocht selbst

Seit dem 3.12.2019 werden an der Kunsthochschule alle Speisen direkt in der Mensa zubereitet.

03.12.2019

von Jana Judisch

Von den 33 Mensen des studierendenWERKs haben bislang zwei aus Platzgründen nicht alle Speisen selbstherstellen können. Bislang. Denn die Mensa Weißensee kocht seit dem 03.12.2019 komplett selbst. Das Werkblatt hat die Mensaleiterin Katrin Mälzer zum Hintergrundgespräch getroffen.

 

Frau Mälzer, bisher ist in der Mensa Weißensee nicht gekocht worden.

Ganz stimmt das nicht, ein bisschen gekocht worden ist hier schon. Suppen und Beilagen haben wir hier schon immer selbst hergestellt. Für mehr war jedoch in der Küche kein Platz. Die anderen Gerichte wurden täglich in der Mensa Treskowallee produziert und dann hierher gebracht.

Und das ändert sich jetzt?

Sobald alles fertig ist. Dann kochen wir wirklich alles selbst. Angekündigt war das ursprünglich mit Start November, da wir allerdings als Anstalt des öffentlichen Rechts alle Anschaffungen ordnungsgemäß ausschreiben müssen, hat das mit der Vergabe der Aufträge etwas gedauert. Jetzt ist aber alles soweit geklärt und nun soll es auch ganz schnell gehen – konkret  am 3. Dezember 2019.

Wie kriegen Sie das hin? Vorher war es ja des Platzes wegen nicht möglich, alles selbst zu produzieren. Haben Sie jetzt neue Räume von der Hochschule erhalten?

Nein, räumlich haben wir nichts verändert. Wir bauen auf der Bestandsfläche einfach so um, dass die zum Kochen benötigten Geräte alle Platz finden können. Ein bisschen eng wird es schon, vor allem da wir auch mit Lebensmitteln aus nachhaltigem Anbau produzieren wollen. Die müssen ja extra gelagert werden. Hier müssen wir uns noch eine schlaue Lösung überlegen – an Lagerraum mangelt es leider weiterhin. Aber auch das wird sich finden.

Als ehemalige Leitung der Mensa in der Ackerstraße bringen Sie fürs Kochen auf engstem Raum ja beste Erfahrungen mit.

(lacht) Das stimmt. In der Ackerstraße habe ich 13 Jahre gearbeitet, bevor ich Ende 2017 hier die Leitung übernommen habe. Die Einrichtung war gewissermaßen das Pilotprojekt: Die – damals hieß sie noch Cafeteria – Ackerstraße war die erste Einrichtung, die trotz geringer Größe mit dem Selberkochen angefangen hat. Das ist dann nach und nach auch in den anderen kleinen Einrichtungen umgesetzt worden.

Und in Kürze wird auch hier alles gekocht. Wie geht es dem Team damit?

Ein bisschen aufgeregt sind wir schon alle – ob das alles klappen wird, ob wir das auf so kleinem Platz alles gut hinkriegen. Aber das wird schon. Das Team wird ab Dezember um einen Koch oder eine Köchin erweitert, gemeinsam wird das schon gehen. Und die Studierenden und die Hochschule haben sich das so gewünscht, also machen wir das jetzt auch.

Wie kam es überhaupt zu dieser Veränderung?

Im vergangenen Jahr haben wir verstärkt Rückmeldungen von den Studierenden erhalten, dass sie mit dem Angebot unzufrieden waren. Sie haben die Qualität des Essens und die Mittagsangebote allgemein bemängelt. Das war natürlich erstmal ziemlich hart, das so zu hören. Aber wir haben zugehört. Und uns überlegt, was wir tun können. Es gab Abstimmungsgespräche mit der Hochschule. Und jetzt handeln wir entsprechend.

Die neue Küche wird natürlich sehr klein sein, mehr als drei Essen können wir hier nicht zubereiten und auch die gesamte Bandbreite an Gerichten geht schlicht nicht. Da sich die Studierenden und auch die Hochschule für ein vegan/vegetarisches Angebot stark gemacht haben, werden wir das zukünftig auch so halten. Fleischfreund*innen müssen sich aber keine Sorgen machen: Die Snackversorgung wird weiterhin Wurst, Wiener, Bouletten usw. enthalten, sodass wir hoffentlich alle Gäste zufriedenstellen können.  

Da wünschen Ihnen natürlich viel Erfolg! Haben Sie sich etwas besonders für den „neuen“ Betrieb vorgenommen?

Eigentlich nicht. Ich wünsche mir, dass alles reibungslos umgestellt wird und wir natürlich hoffentlich dafür sorgen, dass die Studierenden zufriedener mit ihrer Mensa sind. Wenn wir das schaffen, bin ich selbst auch zufrieden.

Wie nehmen Sie das Feedback entgegen?

Wie immer natürlich am liebsten schriftlich, per Mail an mensen@stw.berlin. Dann können wir uns das in Ruhe ansehen und auch in Ruhe antworten. Hier so zwischen Tür und Angel geht ja dann doch einiges unter.

Frau Mälzer, vielen Dank für das Gespräch.

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