Foto: PETER H/PIXABAY.COM
Brille auf Landkarte von Berlin und Brandenburg

Auf ins Umland!

Ihr habt euch während der Pandemie schon fast ganz Berlin beim Spaziergang erschlossen? Dann schaut doch mal, was es im Umland so zu entdecken gibt ...

01.03.2021

Mandy

Wer einen Ausflug in die Natur nicht ohne konkretes Ziel machen möchte, dem empfehle ich einen Spaziergang zur Heilandkirche am Port Sacrow. Zwischen Pfaueninsel und Glienicker Brücke ragt die Kirche auf einer Landzunge mehrere Meter in die Havel hinein. Zutritt wird den Besucher*innen während des Lockdowns zwar nicht gewährt, doch ihr Anblick lohnt sich allemal. Genau an der Grenze zwischen dem ehemaligen West-Berlin und Brandenburg gelegen, lockt die Heilandkirche vor allem Geschichtsinteressierte an.

Wer also einmal die Stadtgrenze im Südwesten von Berlin verlassen hat und auf Entdeckungstour ist, der kann noch einen Rundgang über den Südwestkirchhof machen. Hier liegen Persönlichkeiten wie der Gründer der Firma Siemens oder der Begründer des Sprach- und Wörterbuchverlags Langenscheidt begraben. Aber auch Namen wie Fontane, Gropius und Ullstein können Besucher*innen hier finden. Ob es sich dabei wirklich um den Dichter, den Architekten und den Verlagsgründer handelt, findet ihr am besten selbst heraus. Führungen über diese besondere Begräbnisstätte, den größten Waldfriedhof, finden nach wie vor statt.

(Foto: SINOUSXL/PIXABAY.COM)

Wendy

Puh, es ist eine ganz schöne Herausforderung in Corona-Zeiten ein Ausflugsziel zu finden, das mehr als Spazierengehen im Angebot hat. Aber gute Nachrichten: Es ist mir trotzdem gelungen! Und zwar möchte ich euch das beschauliche Örtchen Woltersdorf im Landkreis Oder-Spree vorstellen. Die zweite gute Nachricht: Ihr könnt es von Berlin aus mit der S-Bahn erreichen. Denn laut eigener Aussage ist das Achttausend-Seelen-Dorf „die wahrscheinlich kleinste Gemeinde mit einer eigenen Straßenbahn.“ So zuckelt ihr vom S-Bahnhof Rahnsdorf für 17 Minuten mit der wunderschönen historischen Bahn bis zur Haltestelle „Woltersdorf Schleuse“. Dort ist der Name Programm, denn die Schleuse ist tatsächlich in Betrieb (Montag – Samstag, 8:30 – 16:30 Uhr).

Nachdem ihr dieses ruhige Treiben beobachtet habt, könnt ihr euch in einem der nahegelegenen Cafés und Restaurants stärken. Einige bieten nämlichen einen pandemiekonformen Mitnehm-Service an. Mit frischen Kräften lädt Woltersdorf anschließend zu einer kleinen Wanderung entlang des Falkensees oder des Kalksees ein. Nachdem ihr einen oder beide Seen umrundet habt, könnt ihr zudem noch den historischen Woltersturm besichtigen. Wie ihr wahrscheinlich ahnt, kann er im Moment nur von außen betrachtet werden. Aber immerhin gibt es die Möglichkeit am nahegelegenen Wanderrastplatz noch ein kleines Picknick einzulegen. Habt ihr genug gesehen, könnt ihr mit der historischen Bahn wieder die Heimreise antreten. Werft zuvor aber unbedingt einen Blick in die BVG-App, denn die historische Bahn fährt in der Regel nur im 20- bis 40-Minuten-Takt. Und wir wissen ja alle, wie ungern Berliner*innen auf die Bahn warten.

(Foto: HARALD MEYER KIRK/PIXABAY.COM)

Viktoria

Falls Spaziergänge in Berliner Gefilden so langsam an Reiz verlieren, kann ich einen Ausflug zum Schlosspark Sanssouci wärmstens empfehlen. Die Route startet aber nicht am Hauptweg, sondern seitlich in Richtung Charlottenhof. Dieses Schloss ist umgeben von Parkfläche und in unmittelbarer Nähe befinden sich mehrere wundervolle Platanen, was im Zusammenspiel ein tolles Ensemble ergibt. Aufgrund von Corona sind zwar aktuell alle Schlösser auf dem Parkgelände für Besucher*innen geschlossen, aber die Prachtbauten sind auch in ihrer äußeren Erscheinung eine Augenweide. Apropos Augenweide: vom Schloss Charlottenhof aus existiert eine beeindruckende Sichtachse, welche das Erspähen der Kuppel vom Neuen Palais aus der Ferne ermöglicht.

Im weiteren Verlauf führt der Weg zu den Römischen Bädern, gesäumt von einer Vielzahl schöner Kleinigkeiten am Rande. Im Gegensatz zur architektonischen Strenge des Schlosses Charlottenhof besticht dieses Bauwerk mit seinem romantischen Charakter und entführt Besucher*innen zumindest in Gedanken auf ein italienisches Landgut. Vorbei an Kuhtor und chinesischem Teehaus, macht man Bekanntschaft mit dem ältesten Baum weit und breit: einem Exemplar des Gewöhnlichen Trompetenbaums, welches der Baumschule des ehemaligen Königreichs Preußen entstammt. Die Glocken-Fontäne hinter sich gelassen, nähert sich der Spaziergang seinem vorläufigen Höhepunkt: dem Blick auf Schloss Sanssouci, gelegen auf den berühmten Weinbergterrassen samt großer Fontäne im Vordergrund.

Einen Moment lang hat sich selbst in diesen schwierigen Zeiten der Wunsch und das Leitmotiv Friedrichs des Großen bewahrheitet: Man ist zumindest für die Dauer des Ausflugs ohne Sorge.

(Foto: BERND PETRIKAT/PIXABAY.COM)

#Kultur & Freizeit  #Lifestyle