Brücke-Museum, Außenansicht, 2017, Foto: Stefan Büchner © Brücke-Museum
Panorama-Ansicht des Brücke-Museums

100 Jahre Werner Düttmann

Architekt, Stadtplaner, Maler – Werner Düttmann war eine der prägenden Persönlichkeiten des Stadt- und Kulturlebens Westberlins in der Nachkriegszeit und hat auch im studierendenWERK seine Spuren hinterlassen.

06.05.2021

von Viktoria Eckert

Das Jahr 2021 steht in Berlin ganz im Zeichen Werner Düttmanns, der am 6. März seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte. Im Laufe seines Lebens wirkte er in unterschiedlichster Funktion in der Stadt, z. B. als Senatsbaudirektor von West-Berlin, Professor an der Technischen Universität Berlin oder Präsident der Akademie der Künste. Im Zuge dessen und seiner Tätigkeit als freier Architekt hinterließ er vielerorts Spuren bis in die Gegenwart – in Gestalt von Wohn- und Kulturbauten, Sozial- und Verkehrsbauten sowie öffentlicher Plätze. Sogar ein Großteil der Berliner Studierenden dürfte schon einmal unwissend in einem Düttmann-Bau gewesen sein.

Brücke-Museum

Mit diesem Bauwerk am Rande des Grunewalds, schuf Düttmann einen von Offenheit und zugleich Intimität geprägten Ort für die Kunst des Expressionismus. Nach dreijähriger Bauphase wurde es im Jahr 1967 eröffnet und stieß auf vielfaches Lob. Das Museumsgebäude bildet in Gestalt eines modernen Flachbaus samt klarer Strukturen einen ästhetischen Kontrast zum Kunsthaus Dahlem in direkter Nachbarschaft, bei dem es sich um ein ausladendes Ateliergebäude aus Zeiten des Nationalsozialismus handelt. Aus aktuellem Anlass bietet das Brücke-Museum zum Jubiläumsjahr Werner Düttmanns ein umfangreiches (Online-)Programm.

Brücke-Museum, 1967, Akademie der Künste, Berlin, Werner-Düttmann-Archiv 33 F. 33/8, Foto: Reinhard Friedrich © Andrea Bergmann, Susanne Reichert

Brücke-Museum, Außenansicht © Brücke-Museum

Akademie der Künste

Im Jahr 1960 wurde der Bau der Akademie der Künste zum erfolgreichen Abschluss gebracht. Auch in diesem Fall hatte u. a. Werner Düttmann eine entscheidende Rolle bei der Planung und Realisierung des Akademie-Gebäudes am Hanseatenweg inne. Über Jahrzehnte hinweg blieb er dem Haus eng verbunden – ob als Mitglied, Direktor und bis zu seinem Tod im Jahr 1983 als deren Präsident.

Internationales Studienzentrum (ISB) bzw. Max-Kade-Haus, ehemals Edinburgh House

Dieser Düttmann-Bau am Charlottenburger Theodor-Heuss-Platz wurde in den Jahren 1960 bis 1961 errichtet. Hierbei handelt es sich um ein ehemaliges Hotel britischer Streitkräfte, welches die Bundesregierung dem studierendenWERK BERLIN mit dem Ziel der Schaffung eines internationalen Bildungsaustauschs zur Verfügung gestellt hat. In diesem Kontext wird fortgeschrittenen Studierenden und Nachwuchswissenschaftler*innen beispielsweise günstiger Wohnraum und ein vielfältiges Bildungs- und Kulturprogramm geboten.

Kirche St. Agnes in Berlin-Kreuzberg

Als Teil eines Gebäudeensembles war sie zwischen 1964 und 1967 nach Plänen des ehemaligen Senatsbaudirektors Düttmann im Stil des Brutalismus errichtet worden. Nach ihrer Aufgabe durch das Erzbistum Berlin und anschließenden Entweihung erfolgte u. a. die Nutzung durch eine freikirchliche Gemeinde. Um einem Abriss zu entgehen, wurde diese nahezu fensterlose „Trutzburg für die Kunst“ unter Denkmalschutz gestellt und nach einer umfassenden Sanierung heute als Galerie genutzt.

Mensa der TU Berlin

In der Hardenbergstraße betreibt das studierendenWERK BERLIN mittlerweile zwei Mensen. Die bekannte „Veggie 2.0“ – Berlins erste rein vegane Mensa im Erdgeschoss sowie die große TU Mensa im Obergeschoss. In erster Linie bietet sie (wenn nicht gerade eine Pandemie herrscht) Studierenden natürlich die Gelegenheit zur Verpflegung zwischen den Lehrveranstaltungen, oftmals verbunden mit Gesprächen und sozialem Austausch. Ganz im Sinne Düttmanns, aus dessen Feder der Bau aus dem Jahr 1966 stammt. Damals setzte er mit Blick auf die Außenfassade auf eine Kombination aus Betongrau und roten Fensterrahmen, heutzutage ist die Fassade ungewöhnlich farbenfroh.

Märkisches Viertel

In den Jahren 1963 bis 1974 entstand mit dem Märkischen Viertel eine der größten Neubausiedlungen Deutschlands. Maßgeblich in die Planung und konzeptionelle Umsetzung des Großprojekts involviert war Werner Düttmann. Er verfolgte das Leitbild „Urbanität durch Dichte“ und schuf im heutigen Bezirk Reinickendorf auf diese Weise ca. 17.000 Wohnungen für 50.000 Menschen.

Internationales Studienzentrum (ISB), Foto: stW BERLIN

Mensa der TU in der Hardenbergstraße, Foto: Daniela Kummle / stW BERLIN

Übrigens: Ende Mai gibt es für Kunst- und Kreativstudierende einen Workshop zum ISB (bzw. Edinburgh House). Hier erfährst du mehr und kannst dich anmelden.

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