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Studentin sitzt an ihrem Laptop vor einer Bücherwand.

„Ich habe keinen klassischen Studienstart erwartet“

Das Semester läuft seit wenigen Wochen. Und auch Erstis müssten allmählich im digitalen Studienalltag angekommen sein. Oder?

03.12.2020

von Mandy Krause

Emma und ich haben uns in einem Breakout-Room kennengelernt. Das sind die digitalen Gruppenarbeitsräume von Zoom. Es ist anders, als hätten wir im Seminarraum nebeneinander gesessen. Dennoch war ein Kennenlernen möglich. Ich habe erfahren, dass Emma in ihrem ersten Semester an der Humboldt-Universität ist, Geschichte und Europäische Ethnologie studiert und sie gefragt, wie der Studienstart unter Covid-19 für sie persönlich gelaufen ist.

„Die Uni habe ich mir als einen Ort für Dialog, Austausch und Diskussion vorgestellt, an dem das Lernen anders ist, da sich die Studierenden hier freiwillig aufhalten“, sagt mir Emma zu Beginn unseres Gesprächs. Besondere Erwartungen hatte die Studentin an ihren Studienstart nicht. Zu viele andere Dinge seien ihr im Kopf herumgeschwirrt. Vor dem offiziellen Beginn war sie dann allerdings doch nervös.

„Als Studienanfänger*innen wurden wir in Einführungsgruppen eingeteilt. Da saßen wir dann mit den Dozent*innen in einem Raum, alle mit anderthalb Meter Abstand zueinander und sind den Lehrplan und andere organisatorische Sachen durchgegangen.“ Einen wirklichen Austausch mit den Kommiliton*innen habe es jedoch nicht gegeben. Die Masken allein seien irgendwie ein Hindernis dafür gewesen, ein Gespräch anzufangen. Weiterhin fanden Zoom-Sitzungen statt, die den Einstieg ins Studium erleichtern sollten. „In diesen Meetings hat man schon eine Atmosphäre der Hilfsbereitschaft gemerkt“, meint Emma, „aber wir waren dort teilweise 200 Leute und irgendwie war mir nicht danach, eine Frage in so einer großen Gruppe zu stellen, vor allem, wenn dann mein Gesicht bei allen auf dem Bildschirm erscheint.“ Komisch sei für sie auch der Bruch zwischen dem doch förmlichen Unialltag und der Tatsache, dass man sich von seinem eigenen Zuhause zuschaltet.

Als ich Emma frage, wie sie sich insgesamt mit dem Online-Studium arrangiert, äußert sie, dass es für sie nach wie vor schwierig sei, sich von zu Hause aus zu motivieren.

Das, was viele mit einem gelungenen Studienstart assoziieren  Partys, Kneipenabende und Mensa-Treffen  vermisst die Studentin nicht unbedingt. „Corona ist nun schon so lange ein Thema, dass ich solch einen ‚klassischen‘ Studienstart gar nicht mehr erwartet habe. Ich komme allerdings auch aus Berlin. Ich weiß nicht, wie das für Studierende sein mag, die neu hergezogen sind.“

Diese Woche trifft sich die Erstsemestlerin mit einer Kommilitonin. Kennengelernt haben sich die beiden, wie soll es auch anders sein, in einem Breakout-Room in Zoom.

 

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