Foto: Sandra Neumann / stW BERLIN
Wohnheimfoto

15.07.2022

Erhöhung der Kosten für Strom und Wärme

Die Miete für Neu- und Folgeverträge unserer Wohnheime steigt ab dem 01.09.2022

Die Energiekrise macht auch vor dem studierendenWERK BERLIN nicht halt. Aufgrund des Ukraine-Kriegs und der damit einhergehenden Drosselung von Rohstofflieferungen ist die Deckung des Energiebedarfs von Deutschland und Europa nicht mehr in gewohntem Maße gewährleistet. Das hat zur Folge, dass die Energiepreise für Strom und Wärme bereits gestiegen sind und dass sie weiterhin in höchst drastischer Weise steigen werden.

In der Konsequenz bedeutet dies, dass das studierendenWERK BERLIN, obwohl es seine Mieten in 2021/22 bereits an einigen Standorten um bis zu 20 Euro anheben musste, diese ab 2023 erneut für alle Plätze und dieses Mal auch deutlich stärker (konkret um weitere 60 Euro) anheben muss.

Strom und Wärme werden für die Wohnheime des studierendenWERKs BERLIN über die Energiewirtschaftsstelle des Landes Berlin (EWS) beschafft (welche dies auch für landeseigene Immobilien wie Schulen, Universitäten und Bezirksämter übernimmt). Die EWS prognostiziert derzeit für das kommende Jahr Preissteigerungen bis über 200 Prozent.

Mieter*innen unserer Wohnheime zahlen seit jeher Pauschalmieten. Diese enthalten die Kaltmiete, die Nebenkosten und auch die Kosten für Wasser, Wärme, Strom.

Das studentische Wohnen aber muss sich selbst tragen, ein Auffangen der Preissteigerungen durch uns als Vermieter hätte eine wirtschaftliche Schieflage in einem Maße zur Folge, die das Fortbestehen der Institution ernsthaft gefährden würde. Schon jetzt haben wir kalkuliert, dass die Preissteigerungen für uns ein Defizit in siebenstelliger Höhe bedeuten werden, da bei Pauschalmietverträgen Mietanhebungen nur bei Vertragsverlängerungen bzw. beim Abschluss von Neuverträgen möglich sind. Während eines laufenden Mietzeitraums sind Preisanpassungen rechtlich nicht möglich. Zahlreiche bereits laufende Verträge werden bis zum Ende ihrer individuellen Laufzeit unangepasst bleiben, die Kosten hierfür werden wir zu Lasten der Wohnheimsanierung decken müssen.

Um dieses Defizit nicht noch zu verstärken, ist ein sofortiges Handeln nötig. Den Entwicklungen, die für 2023 durch die EWS prognostiziert wurden, wird das studierendenWERK BERLIN Rechnung tragen, indem wir in allen Mietverträgen, die ab 01.09.2022 geschlossen werden, den Mietpreis anpassen. Zusätzlich zu den bereits an den jeweiligen Standorten erfolgten Erhöhungen werden wir die Mieten um weitere 60 Euro pro Platz und Monat anheben. Studierende mit Folge- und Neuverträgen müssen ab dem 1. September 2022 also mit deutlich höheren Mieten rechnen.

Wir hören von allen Seiten, dass die derzeit prognostizierten Preissteigerungen erst der Anfang sind. Um künftig flexibler auf die sich stetig ändernde Situation reagieren zu können, werden wir die regulären Vertragslaufzeiten von bislang zwei auf ein Jahr verkürzen. Auf weitere Preissteigerungen werden wir auf diese Weise schneller mit vertraglichen Anpassungen reagieren können.    

Noch handelt es sich für 2023 um prognostizierte Preissteigerungen, die tatsächliche Erhöhung hat zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht stattgefunden. Das studierendenWERK BERLIN berücksichtigt dies im Sinne seiner Mieter*innen und wird die Mieten der ab dem 1. September abgeschlossenen Verträge so lange mit einem Rabatt versehen, bis die für 2023 prognostizierte Preiserhöhung in 2023 auch tatsächlich erfolgt.

Das bedeutet, dass die Mieterträge ab dem 1. September 2022 nicht nur um die bereits entstandenen Verteuerungen angepasst werden, sondern auch bereits die kommenden Preiserhöhungen ausweisen. Rechtlich ermöglichen wir damit, dass wir die kommenden Erhöhungen ab 2023 auch wirklich umsetzen können und nicht erst bis zum Auslauf dieser Verträge warten müssen. Abgebucht allerdings werden die kommenden Steigerungen tatsächlich auch dann erst in voller Höhe, wenn diese tatsächlich in 2023 anfallen (was ab dem Januar prognostiziert wird).

Unklar ist zudem derzeit, ob die Versorgung mit Strom, Wärme und Gas in bisherigem Umfang in Deutschland überhaupt gesichert werden kann. Beeinflussen können wir die aktuelle gesamtpolitisch-wirtschaftliche Situation nicht. Wir selbst können lediglich gemeinsam versuchen, einen bewussten Umgang mit diesen Ressourcen zu entwickeln und damit unsere Verbräuche zu reduzieren.

Wir appellieren daher ausdrücklich an unsere Mieter*innen: Helfen Sie uns und einander dabei, die kommenden schwierigen Zeiten gut zu überstehen.

  • Vergewissern Sie sich vor Verlassen Ihrer Wohnungen stets, dass nicht benutzte elektrische Geräte ausgeschaltet sind und nirgendwo Wasser läuft.
  • Schließen Sie die Fenster, wenn Heizungen eingeschaltet sind und lüften Sie nur stoßweise.
  • Verzichten Sie auf zusätzliche Wärme- oder Klimageräte. Sie belasten das Stromnetz stark und erhöhen die Kosten für alle Wohnheimbewohner*innen.

Auch Studierende, die nicht in unseren Wohnheimen wohnen, sollten sich auf starke Mietsteigerungen gefasst machen. Auch hier empfehlen wir dringend, die eigenen Verbräuche durch bewussten Umgang mit Ressourcen wie Strom und Wärme zu reduzieren.

Wir hoffen weiterhin, dass die Energiekrise von kurzer Dauer sein wird. Sobald die Energiepreise sinken, werden wir selbstverständlich auch unsere Mieten wieder senken. Bis dahin bitten wir unsere Mieter*innen um Verständnis. Dieser Schritt ist uns nicht leichtgefallen, er ist aber nötig, um die Kostendeckung des studentischen Wohnens und letztlich des studierendenWERKs BERLIN erhalten zu können.

Fragen?

Mieter*innen und Bewerber*innen können ihre Fragen an
wohnen@stw.berlin senden.

 

Presseanfragen nehmen wir unter
presse@stw.berlin entgegen.

Erläuterungen

Nein. Tatsächlich mehr bezahlt wird ab dem 1. September nur der Teil der Heiz- und Stromkosten, der bereits in den vergangenen Monaten nachweislich gestiegen war und nun in den Folge- oder Neuvertrag aufgenommen werden muss.

Die bereits erfolgten Teuerungen waren von Standort zu Standort verschieden, bei vielen Wohnheimen waren Mehrkosten von 20 Euro pro Platz und Monat* entstanden.

Die derzeit für 2023 prognostizierten Mehrkosten bezahlen Mieter*innen mit neuen Verträgen erst dann in voller Höhe, wenn diese auch wirklich entstanden sind. Wir gehen derzeit davon aus, dass dies ab Januar 2023 der Fall sein wird.

Allerdings werden die Mietverträge ab dem 1. September 2022 so abgeschlossen, dass sie den für 2023 erwarteten Mietpreis bereits ausweisen. Dies ermöglicht es dem studierendenWERK, zeitnah auf tatsächlich entstehende Preissteigerungen reagieren zu können.

 

*Unabhängig von den Strom- und Gaskosten sind in einigen Wohnheimen die Mieten bei weiteren Nebenkosten (z. B. Reinigung) gestiegen.

Treten die Verteuerungen nicht wie erwartet zu Januar 2023 ein, läuft das Prinzip der Rabattierung so lange weiter, bis sie eintreten.

Die Preissteigerungen, die für 2023 prognostiziert sind, fallen als Mehrkosten für das studierendenWERK auch erst ab 2023 an, konkret voraussichtlich ab Januar. Da aber die ab dem 01.09.2022 geschlossenen Verträge ein Jahr laufen und innerhalb ihrer Laufzeit nicht angepasst werden dürfen, erhöht das studierendenWERK die Preise vertraglich schon jetzt, setzt die tatsächliche Verteuerung aber erst dann um, wenn sie auch wirklich entsteht.

Kurz: Bis voraussichtlich 01.01.2023 rabattieren wir sämtliche Erhöhungen um die 60 Euro, die auch erst dann anfallen.

Nein. Das studierendenWERK darf Preise in laufenden Verträgen nicht anpassen. Dies hat zur Folge, dass Preissteigerungen dort erst dann zum Tragen kommen können, wenn die Laufzeit verstrichen ist. Dabei entstehende Defizite muss das studierendenWERK selbst tragen. Die Preisanpassungen für die neuen Verträge bilden ausschließlich jene Teuerungen ab, die für den jeweiligen Platz tatsächlich entstanden sind oder eben voraussichtlich ab 2023 entstehen werden.

Laufende Verträge dürfen nicht angepasst werden. Erst bei Folgeverträgen können die Preissteigerungen umgesetzt werden. Das hierbei entstehende tatsächliche Defizit trägt das studierendenWERK BERLIN. Wir kalkulieren derzeit, dass uns deshalb ein Minus im siebenstelligen Bereich entstehen wird. Dies wird sich vor allem bei geplanten Sanierungen bemerkbar machen.

Nein. Die Preissteigerungen werden sich bei uns allen bemerkbar machen. Da viele andere Vermieter Steigerungen von Betriebs- und Nebenkosten aber erst rückwirkend für die Abrechnungen gelten machen, kommen diese Entwicklungen bei deren Mieter*innen verspätet, dafür aber aufs Jahr kumuliert an.