Schweinefleisch der Tierhaltungsform 4

Seit Oktober 2021 bieten wir weniger, dafür qualitativ hochwertigeres Fleisch an. Das Tierwohl steht im Vordergrund.

02.11.2021

Zur Öffnung der Mensen im Wintersemester 2021 haben wir unser Ernährungskonzept überarbeitet und setzen es jetzt um.
Kurz zusammengefasst beinhaltet es den konsequenten Ausbau unseres veganen und vegetarischen Angebots.

Hier kannst du gern mehr darüber lesen: Mensa Ernährungskonzept

 

Foto: Andrea Weigelt /stW BERLIN

Foto: Andrea Weigelt /stW BERLIN

Es war uns aber nicht nur wichtig die Anzahl der fleischhaltigen Gerichte deutlich zu reduzieren.
Auch die Qualität des Fleisches ist besser geworden. Denn wenn wir schon Fleisch anbieten, dann nur von hoher Qualität und mit dem Tierwohl im Vordergrund.

Was bedeuten die 4 Stufen der Haltungsformen für Schweine?

Mit dem grünen Label der Stufe 4 wird z. B. Biofleisch gekennzeichnet, das die Anforderungen an die europäische Öko-Verordnung und ihre Richtlinien erfüllt. Aber auch Fleisch aus anderen Programmen kann so gekennzeichnet werden, wenn die entsprechenden Mindestanforderungen eingehalten werden.

Platz: mindestens 1,50m² pro Tier 

Haltung: Stallhaltung mit ständigem Zugang zu Auslauf oder Freilandhaltung

Beschäftigung: organisches Beschäftigungs­material: Stroh oder vergleichbare Substrate

Fütterung: Futtermittel ohne Gentechnik
mind. 20% Futtermittel aus dem eigenen Betrieb bzw. aus der Region

Tiergesundheits­monitoring: Befunddaten­erfassung am Schlachthof und qualifiziertes Antibiotika­monitoring ab 2022 verpflichtend; bis dahin ein dokumentiertes Tiergesundheits­monitoring auf dem Betrieb inkl. Antibiotika­monitoring

verpflichtende Programmteilnahme: Teilnahme an einem in der Haltungsform registriertem Programm

 

Mit dem orangefarbenen Label der Stufe 3 wird Fleisch gekennzeichnet, das von Tieren stammt, die Zugang zu Außenbereichen haben. Damit entspricht die Stufe z. B. den Richtlinien des landwirtschaftlichen Fachverbands Neuland. Neuland-Fleisch wird beispielsweise mit Futtermitteln ohne Gentechnik produziert, die Tiere haben mehr Platz im Stall und Außenklimakontakt.

Platz: mindestens 1,05m² pro Tier 

Haltung: Stallhaltung mit Außenklimareizen; mind. Offenfrontstall

Beschäftigung: organisches, rohfaserreiches Beschäftigungsmaterial
zusätzlich Stroh (als Einstreu oder Raufutter) oder vergleichbares Material

Fütterung: Futtermittel ohne Gentechnik

Tiergesundheits­monitoring: Befunddaten­erfassung am Schlachthof und qualifiziertes Antibiotika­monitoring ab 2022 verpflichtend; bis dahin ein dokumentiertes Tiergesundheits­monitoring auf dem Betrieb inkl. Antibiotika­monitoring

verpflichtende Programmteilnahme: Teilnahme an einem in der Haltungsform registriertem Programm

 

 

Mit dem blauen Label der Stufe 2 wird Fleisch gekennzeichnet, das aus einer Haltung stammt, die über die gesetzlichen Standards hinausgeht – darunter fällt auch das Fleisch aus Betrieben der Initiative Tierwohl. Das bedeutet, Tiere haben mindestens zehn Prozent mehr Platz im Stall als gesetzlich vorgeschrieben und es steht ihnen zusätzliches Beschäftigungsmaterial zur Verfügung.

Platz: mindestens 0,85m² pro Tier

Haltung: Stallhaltung

Beschäftigung: organisches, rohfaserreiches Beschäftigungsmaterial, zusätzlich Raufutter

Fütterung: QS-zugelassene bzw. QS-anerkannte Futtermittel

Tiergesundheits­monitoring: Befunddaten­erfassung am Schlachthof (Eingabe in QS-Datenbank), qualifiziertes Antibiotika­monitoring

verpflichtende Programmteilnahme: QS oder als vergleichbar anerkannt

 

Fleisch von Tieren, das mit dem roten Label der Stufe 1 gekennzeichnet ist, kommt aus Tierhaltung, die dem gesetzlichen Standard entspricht.
Bei Schweinen, Hühnchen und Puten ist eine Zulassung im QS-System* erforderlich. Bei Jungbullen und Schlachtkühen ist das ab 2020 der Fall.

Platz: mindestens 0,75m² pro Tier

Haltung: Stallhaltung

Beschäftigung: organisches, rohfaserreiches Beschäftigungsmaterial

Fütterung: QS-zugelassene bzw. QS-anerkannte Futtermittel

Tiergesundheits­monitoring: Befunddaten­erfassung am Schlachthof (Eingabe in QS-Datenbank), qualifiziertes Antibiotika­monitoring

verpflichtende Programmteilnahme: QS oder als vergleichbar anerkannt

Mit dem Hof Marklewitz haben wir einen Betrieb gefunden, der unsere Anforderungen erfüllt.

  • die Schweine haben einen ständigen Zugang zu einem Außenbereich
  • es gibt Beschäftigungsmaterial wie Stroh, Bälle und Holz
  • die Tiere haben 100% mehr Platz, als gesetzlich vorgeschrieben
  • Futter und Wasser steht 24 Stunden am Tag zur Verfügung
  • es werden keine wachstums- oder leistungsfördernden Zusätze verfüttert
  • die Schweine bleiben vom ersten Tag der Einstallung an, in gleichen Gruppen zusammen
  • der Erzeugerkreislauf ist regional von der Aufzucht der Ferkel bis zur Schlachtung
  • das Futter ist gentechnik- und sojafrei, wird selbst angebaut und regional verarbeitet