Das studentische Wohnen in 2025

Hohe Nachfrage, massiver Sanierungsbedarf

Insgesamt war das Studentische Wohnen 2025 durch eine weiterhin hohe Nachfrage, umfangreiche Sanierungsbedarfe und erhebliche bauliche Risiken im Bestand geprägt. Der Geschäftsbereich arbeitete daran, vorhandene Wohnplätze zu sichern, dringend notwendige Instandsetzungen voranzubringen und zusätzliche Kapazitäten zu schaffen. Gleichzeitig machten Verzögerungen bei Förder- und Vertragsverfahren sowie unvorhergesehene Bauschäden deutlich, dass der Erhalt und Ausbau bezahlbaren studentischen Wohnraums weiterhin eine zentrale Herausforderung bleibt.

Die Nachfrage nach bezahlbarem studentischem Wohnraum blieb 2025 weiterhin hoch. Zum 1. September warteten 4.012 Studierende auf einen Wohnheimplatz (01.09.2024: 4.102).

Ein zentrales Entwicklungsprojekt blieb der geplante Neubau am Aristotelessteig mit 176 zusätzlichen Wohnheimplätzen und einem Budget von 23,9 Mio. Euro. Die Gesamtfinanzierung erscheint gesichert; vorgesehen sind Mittel aus dem Bund-Länder-Programm „Junges Wohnen“, ein SIWA-Zuschuss sowie Förder- und Darlehensmittel der IBB. Im Jahresverlauf verzögerte sich das Projekt jedoch durch ausstehende vertragliche und finanzielle Freigaben. Der ursprünglich geplante Baubeginn im 2. Quartal 2026 verschob sich zuletzt auf das 2. Quartal 2027, die Fertigstellung auf das 1. Quartal 2029.

Parallel dazu lag der Schwerpunkt des Geschäftsbereichs auf der Sanierung und Sicherung des bestehenden Wohnheimbestands. Besonders prägend war die Entwicklung in der Oberfeldstraße, Haus 132: Dort wurden im Frühjahr Setzungsrisse festgestellt, die sich auf weitere Gebäudeteile ausweiteten. Untersuchungen ergaben grundlegende Probleme mit Fundamenten und Baugrund. Aufgrund fehlender Standsicherheit musste das Gebäude mit insgesamt 316 Wohnheimplätzen bis Mitte November vollständig leergezogen werden; diese Plätze stehen der Vermietung vorerst nicht zur Verfügung.

Weitere große Sanierungsmaßnahmen betrafen unter anderem Siegmunds Hof, die Fraunhoferstraße, die Potsdamer Straße, den Augustenburger Platz, Eichkamp und die Düsseldorfer Straße. In Siegmunds Hof Haus 1 begann die umfassende Sanierung von 154 Wohnheimplätzen im April 2025. Im Verlauf der Arbeiten führten zusätzliche Schadstofffunde, Mängel an der Bausubstanz und notwendige Stabilisierungsmaßnahmen zu Verzögerungen und Kostensteigerungen. In der Fraunhoferstraße wurde das Vorderhaus mit 65 Wohnheimplätzen fertiggestellt; beim Hinterhaus zeigte sich hingegen, dass die Maßnahme deutlich kostenintensiver ausfallen würde als zunächst angenommen.

Trotz dieser Belastungen konnten punktuell neue Plätze geschaffen beziehungsweise wieder in die Vermietung gebracht werden. In der Sewanstraße und der Storkower Straße entstanden durch die Optimierung bisheriger Büroräume vier zusätzliche Wohneinheiten. In der Potsdamer Straße wurden nach Abschluss eines Bauabschnitts sechs sanierte Wohnungen wieder vermietet; nach Abschluss aller Bauabschnitte soll Haus 61 umfassend saniert sein und Neubaustandard erreichen.

Auch Nachhaltigkeits- und Infrastrukturthemen prägten das Jahr. Im Zuge der Sanierungen am Wohnheim Siegmunds Hof Haus 1 und am Augustenburger Platz wurden Dächer für Photovoltaikanlagen vorbereitet. Gleichzeitig blieb die Umsetzung abhängig von einer tragfähigen vertraglichen Regelung mit den Berliner Stadtwerken und einer geklärten Finanzierung. Zudem wurde die Reinigung der gemeinschaftlich genutzten Kühl- und Gefrierschränke neu geregelt: Die Verantwortung wurde verbindlicher den Mieter*innen zugeordnet, einschließlich Reinigungsplänen, Fristen und einer möglichen Weiterberechnung externer Reinigungskosten.