Foto: Felix Noak / stW BERLIN
Mensa-Beschäftigte im Pausenraum

Die Mensen und Coffeebars

Jahresrückblick 2025

Insgesamt standen die Speisebetriebe 2025 für ein qualitativ hochwertiges, nachhaltiges und innovationsorientiertes Angebot, das trotz finanzieller Rahmenbedingungen und einzelner Betriebseinschränkungen konsequent weiterentwickelt wurde. Die Kombination aus pflanzenbetonter Speiseplanung, Eigenproduktion, internationalem Austausch, digitalem Entwicklungsbedarf und hoher externer Anerkennung prägte das Jahr.

Die Berliner Studierendenbefragung ergab: Insgesamt 42% der Berliner Studierenden leben vorwiegend vegetarisch, 20% leben vegetarisch, 9% leben vegan. Entsprechend ist der Speiseplan der Berliner Hochschulmensen vorwiegend pflanzlich orientiert, lediglich dienstags und donnerstags gibt es alternativ Fleischgerichte, freitags alternativ ein Fischgericht. Die 2025 verkauften Gerichte waren zu 66,4% vegan und 27,3% vegetarisch, enthielten bei 4,8% Fleisch und bei 1,5% Fisch. 

Aufgrund des gekürzten konsumtiven Zuschusses wurden zu Jahresbeginn die Preise für Desserts und das Tellergericht moderat angepasst.

Auch fachlich und konzeptionell entwickelten die Speisebetriebe ihr Angebot weiter. Bei der Fachtagung Ernährung und Hygiene des Deutschen Studierendenwerks in Berlin übernahm der Geschäftsbereich die Tagungsleitung. Im Mittelpunkt standen Zukunftsfragen der Hochschulgastronomie wie die Erwartungen der Generation Z, die Steigerung des Bioanteils und die Digitalisierung von Lebensmittelkontrollen. Dabei wurde deutlich, dass der Speiseplan des studierendenWERKs BERLIN bereits zukunftsfähig aufgestellt ist.
Entwicklungsbedarf besteht jedoch noch insbesondere bei der Digitalisierung von HACCP- und weiteren Formblättern.

 

Die Mensa Shokudō setzte 2025 weitere Akzente als innovativer gastronomischer Standort. Sie wurde mit dem Konzept einer japanisch inspirierten Mensa mit Bento-Späti erneut für den PEPP! Marketing.Award der Gemeinschaftsgastronomie nominiert. Eine Aktionswoche mit regionalen japanischen Specials aus Hokkaido, Honshu und Okinawa sowie besonderen Bentoboxen diente zugleich als Praxistest für neue Rezepturen und Abläufe. Der Erfolg zeigte sich sowohl in den Umsätzen als auch in der Zufriedenheit der Gäste. Die Mensa wurde zudem vom Berliner Rundfunk als eine der zehn besten Mittagslocations in Berlin benannt

 

Ein besonderer Schwerpunkt lag weiterhin auf Nachhaltigkeit und Eigenproduktion. Mit der Einführung palmfettfreier Cookies sind die angebotenen Speisen vollständig palmfettfrei. Die bestehenden Nachhaltigkeitspiktogramme zu Wasserverbrauch, CO₂-Bilanz sowie veganen, vegetarischen und Klimaessen-Angeboten bleiben als Orientierung für die Gäste erhalten. Auf der Mensatagung des DSW in Rostock präsentierte der Geschäftsbereich außerdem die Eigenproduktion von Saucen im studierendenWERK BERLIN und stellte dabei den Mehrwert für Gäste, Wirtschaftlichkeit, CO₂-Bilanz und praktische Umsetzung dar.

Zum Jahresende wurde die Planung einer vegan-vegetarischen Metzgerei am Standort FU II vorangetrieben. Dort sollen künftig pflanzenbasierte Produkte wie Bratlinge, Patties und Würste nach eigenen Rezepturen hergestellt werden. Ziel ist es, Zutaten besser zu kontrollieren, Zusatzstoffe zu vermeiden, regionale Rohstoffe zu stärken, Importabhängigkeiten zu reduzieren und zugleich flexibler auf Lieferengpässe oder Anforderungen etwa aus der DGE-Zertifizierung der Kitas reagieren zu können. Ergänzend entstand in Zusammenarbeit mit Mana Farms ein Imagevideo zur Microgreen-Farm in der Mensa Shokudō, das den Eigenanbau von Kresse und Sprossen, die Reduktion von Plastikmüll, bessere Planbarkeit und die Aufwertung des Gastraums sichtbar macht.

Neben diesen positiven Entwicklungen mussten die Speisebetriebe auch auf betriebliche Einschränkungen reagieren. Anfang April blieb die Mensa HU Süd aufgrund einer Bombendrohung zunächst geschlossen, Ende Mai wurde die Essensausgabe in der Mensa Hardenbergstraße wegen Protestaktionen zeitweise unterbrochen. Im September führte ein durch einen Brandanschlag verursachter dreitägiger Stromausfall in Johannisthal zur außerplanmäßigen Schließung der Mensa HU Oase Adlershof; Lebensmittel wurden soweit möglich auf andere Einrichtungen verteilt oder dort aufbewahrt, ein Teil musste entsorgt werden. Liefer- und Reinigungsverträge wurden entsprechend angepasst.