Geschäftsbericht 2022

Erfüllung des Rahmenfinanzierungsvertrags mit dem Land Berlin

Sicherung der sozialen Infrastruktur für die Studierenden

Die Hauptaufgabe des studierendenWERKs ist es, durch verschiedene soziale Dienstleistungen die Rahmenbedingungen für ein Studium in Berlin so zu gestalten, dass Studierende erfolgreich studieren können. Dazu ist eine kontinuierliche qualitative Anpassung der Angebote an die sich verändernden Bedürfnisse der Studierenden unerlässlich.

Obwohl die Gesamtzahl der Studierenden in Berlin leicht rückläufig war (2022: 198.429 Studierende im Vergleich zu 2021: 202.224 Studierende), hatte dies keinen Einfluss auf die Zahl der vom studierendenWERK BERLIN betreuten Studierenden: 2022 betreute das studierendenWERK 177.632 Studierende an 20 Hochschulen und der Charité und lag damit leicht über dem Vorjahresniveau (2021: 176.359).

Dateien
pdf: Bilanz / Gewinn- und Verlustrechnung 2022 (101.94 KB)
Foto: Felix Noak / stW BERLIN
Bild zeigt Geschäftsführerin Petra Mai-Hartung

Petra Mai-Hartung
Geschäftsführerin des studierendenWERKs BERLIN

Foto: Felix Noak / stW BERLIN
Bild zeigt Psychologin in der Beratung. Sie macht Notizen, während sie einem Studierenden zuhört.

Psychologisch-Psychotherapeutische Beratung

Mit einem umfassenden Beratungsangebot unterstützen die Psycholog*innen des studierendenWERKs die persönliche Entwicklung von Studierenden und ihren Studienerfolg. Die Beratung findet an zwei Standorten in der Hardenbergstraße und am Franz-Mehring-Platz. Im Jahr 2022 wurden insgesamt 1.980 Studierende beraten (2021: 1.731). Der Anteil der Beratungen in englischer Sprache ist mit 13 Prozent leicht gestiegen (2031: 11 Prozent).

Foto: Jan Eric Euler / DSW
Bild zeigt Beraterin, wie sie einer Studentin BAföG-Unterlagen erklärt.

Soziale Beratung bei finanziellen, sozialen oder sozialrechtlichen Problemen

Die Sozialberaterinnen des studierendenWERK BERLIN boten auch im Jahr 2022 Studierenden in schwierigen sozialen Situationen Informationen und Unterstützung an. Schwerpunkte waren die Beratung zur Studienfinanzierung sowie die Beratung von Schwangeren, Studierenden mit Kindern und internationalen Studierenden.

Die Zahl der Beratungen ist nach der Pandemie nur leicht angestiegen: Insgesamt wurden 5.457 Beratungen inklusive Schreibberatung durchgeführt (2020: 5.280).

46 Prozent der Beratenen identifizierten sich entweder als divers oder wollten keine Angabe zu ihrem Geschlecht machen. 39 Prozent der Beratenen identifizierten sich als weibliche Studierende, 14 Prozent als männliche Studierende. Der Anteil der Ratsuchenden nichtdeutscher Herkunft lag bei 42 Prozent (2021: 33 Prozent).

Foto: Felix Noak / stW BERLIN
Studierende im Rollstuhl sitzt in der Beratung des studierendenWERKs

Beratung von Studierenden mit Behinderung und/oder chronischer Erkrankung

An drei Standorten wurden 2022 Beratungen zum Thema Studium und Behinderung bzw. chronische Erkrankung angeboten, darüber hinaus vergab das studierendenWERK Inklusionsleistungen (früher: Integrationshilfen) nach § 9 Abs. 2 BerlHG.

Ziel ist es, Studierenden trotz ihrer Beeinträchtigungen ein chancengleiches Hochschulstudium zu ermöglichen und Diskriminierungen entgegenzuwirken. Im Jahr 2022 haben die Beratungsstellen 3.384 Beratungen durchgeführt und damit etwa gleich viele wie im Vorjahr (2021: 3.335). 82 Prozent der Beratungen fanden schriftlich statt (2021: 84 Prozent).

Weitere Themen waren Studienfinanzierung, Informationen zu Nachteilsausgleichen und barrierefreies Wohnen. Im Jahr 2022 wurden 1,32 Millionen Euro für Inklusionsleistungen ausgezahlt (2021: 1,56 Millionen Euro). Es erhielten 176 Studierende (2021: 180) Inklusionsleistungen, davon waren 101 weiblich, 73 männlich und zwei Personen divers.

Foto: Jan Eric Euler / DSW
Erzieherin stößt eine Nestschaukel an, in der zwei Kinder sitzen.

Hochschulnahe Kinderbetreuung

Das studierendenWERK betreibt sieben Kindertagesstätten. Im Jahr 2022 standen 668 vom Land finanzierte Plätze zur Verfügung. Durchschnittlich waren 87,3 Prozent der Plätze belegt. Die Herkunft der betreuten Kinder spiegelt den hohen Anteil ausländischer Studierender an den Berliner Hochschulen wider. Der Anteil der Kinder nichtdeutscher Herkunftssprache ist mit 23,4 Prozent im Jahr 2022 leicht angestiegen (2021: 21,7 Prozent).

Foto: Felix Noak / stW BERLIN
Eine Wohnheimtutorin ist im Gespräch mit einem Mieter. Sie reicht im eine Infobroschüre über den Tisch.

Tutor*innenprogramme

20 Wohnheimtutor*innen haben das studierendenWERK BERLIN 2022 als studentische Aushilfen unterstützt.

Foto: Felix Noak / stW BERLIN
Bild zeigt drei Studierende, die freundlich in die Kamera lächeln

Soziale Unterstützung in Notlagen

Im Rahmen der Vergabe aus dem Fonds „Zuschuss zum Studienstart bzw. Studienabschluss“ wurden 166 Studierende gefördert, 87 davon waren internationale Studierende.

Foto: Felix Noak / stW BERLIN
Bild zeigt drei Studierende.Eine Studentin zeigt einem Studenten mit Fahrrad den Weg.

Mehrsprachige Angebote  

Die besondere Attraktivität der Berliner Hochschullandschaft für internationale Studierende ist ungebrochen. Nach wie vor hat mehr als jede*r fünfte Studierende an Berliner Hochschulen einen internationalen Hintergrund. Der Anteil der Bildungsausländer*innen unter den Berliner Studierenden lag 2021 bei 23,6 Prozent (2021: 22,4 Prozent).

Das studierendenWERK hat zahlreiche Publikationen seiner Angebote ins Englische übersetzen lassen und betreibt auch seine Website zweisprachig. Darüber hinaus werden viele Veranstaltungen, z.B. Workshops und Trainings sowie Kennenlernveranstaltungen im Bereich Kultur & Internationales, in englischer Sprache angeboten.

Hausmitteilungen in den Wohnheimen erfolgen in der Regel zweisprachig. Bei der Einstellung von Mitarbeitern im Kundencenter wird auf Mehrsprachigkeit geachtet: Alle Mitarbeiter sprechen mindestens zusätzlich Englisch, einige auch weitere Sprachen.

Auch die Inhalte der Social-Media-Kanäle werden zunehmend in englischer Sprache veröffentlicht.

Foto: Felix Noak / stW BERLIN
Bild zeigt einen Studierenden, der in der Mensa eine Pizza kauft.

Verpflegungsangebote 

Das studierendenWERK BERLIN betreibt 52 Mensen und Coffeebars in Berlin. Der Umsatz der Speisebetriebe ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, auf 10,2 Mio im Jahr 2022 gegenüber 4,2 Mio Euro im Pandemiejahr 2021. Dies entspricht etwa der Hälfte des Umsatzes aus dem Jahr 2019 (20,2 Mio Euro), dem Jahr vor Ausbruch der Pandemie. Wir beobachten einen kontinuierlichen Anstieg der Gästezählen, der sich auch im kommenden Jahr fortsetzen wird.

Derzeit verfügen die Speisebetriebe über 12.725 Tischplätzen, 2.290 davon sind Außensitzplätze. Das Angebot wurde 2022 um einen dritten Foodtruck ergänzt. Die Flotte versorgt Studierende in den Wohnheimen und ist auch an Wochenenden unterwegs.

Foto: Felix Noak / stW BERLIN
Bild zeigt Studierende, die gerade in ein Wohnheim einziehen. Sie tragen Umzugskartons.

Wohnheimbestand 

Das studierendenWERK BERLIN verfügte Ende 2022 über 9.197 Wohnplätze in seinem Bestand und blieb damit gegenüber dem Vorjahr (9.188 Wohnplätze) weitgehend stabil. Die Versorgungsquote ist weiter leicht rückläufig. Sie fiel 2014 erstmals unter die 6-Prozent-Marke und blieb auch 2022 darunter (5,2 Prozent). Die Studierenden an den Hochschulen im Südwesten Berlins, insbesondere an der Freien Universität Berlin, waren mit 2,4 Prozent weiterhin stark unterversorgt.

Das Sanierungsprogramm zur Erhaltung des Wohnheimbestandes wurde 2022 fortgesetzt. Mit einem Volumen von rund 11,6 Millionen Euro wurden 15 größere Baumaßnahmen durchgeführt.

Das 2018 in Betrieb genommene InfoCenter Wohnen wurde 2022 noch stärker frequentiert und führte insgesamt 53.665 Beratungen durch, davon 36.636 schriftliche, 11.661 telefonische und 5.372 persönliche Beratungen (2021: insgesamt 36.012 Beratungen).

Foto: Felix Noak / stW BERLIN
Bild zeigt, wie ein Studierender gerade eine Handyaufnahme von einer Studierenden macht. Sie ist als Reporterin inszeniert und hält ein Mikrofon.

Kommunikation des Angebotes 

Die Website des studierendenWERKs zählte 2021 rund 5,1 Mio. Besuche im Jahr 2022 (2021: 4,2 Mio). Der Aufwuchs liegt vor allem in den erhöhten Klickzahlen für die Speisepläne der Mensen. Im Kundencenter wird die Rückkehr der Hochschulen in den Präsenzbetrieb besonders sichtbar: Insgesamt 10.600 Studierende haben sich an den InfoPoint gewandt (2021: 5.000). Das Telefonaufkommen belief sich auf rund 14.600 Anrufe (2021:14.000), 9.451 Emailanfragen wurden durch das Kundencenter bearbeitet (2021: rund 16.000).

Mit seinem Instagram-Auftritt erreichte das studierendenWERK BERLIN 347.000 Menschen und der Twitterkanal rund 142.000. Insgesamt acht Livestreams wurden während der Semesterstarts auf den Kanälen Youtube und Instagram angeboten, um die Erstsemestler*innen über die Angebote des studierendenWERKs zu informieren und deren Fragen live via Social Media zu beantworten. Rund 30.000 Zuschauer hatten die Videos des studierendenWERKs auf Youtube angeklickt.

Trotz allgemein konstatiertem Bedeutungsverlust von Facebook erzielte der Kanal des studierendenWERKs in 2022 Wachstum bei den Reichweiten: Rund 309.000 User hat das studierendenWERK hier im Berichtszeitraum erreicht (2021: 248.000 User).  

Foto: Felix Noak / stW BERLIN
Bild  zeigt einen Mann, der mit einem Headset telefoniert. Anzunehmen ist, dass er gerade eine Beschwerde aufnimmt.

Entwicklung des externen und internen Qualitätsmanagements

Zur Verbesserung der Prozessqualität werden kontinuierlich die wesentlichen Prozesse des studierendenWERKs erfasst und IT-gestützt dokumentiert.

Studierende beschwerten sich sowohl schriftlich, mündlich, telefonisch und per E-Mail sowie online und zunehmend auch über Social Media beim studierendenWERK. Je nach Dienstleistungsangebot machen die Studierenden sehr unterschiedlich vom Beschwerderecht Gebrauch. Alle Beschwerden wurden erfasst, zeitnah beantwortet und ausgewertet. Die Anzahl der Widersprüche gegen BAföG-Bescheide liegt mit 814 erneut unter der des Vorjahres (2021: 923).

Foto: Felix Noak / stW BERLIN
Bild zeigt eine Wohnheimtutorin, wie sie einem Studierenden eine Broschüre überreicht

Förderung der studentischen Mitwirkung und Selbstorganisation

2022 setzten sich 21 studentische Selbstverwaltungen für die Interessen der Studierenden ein und bereicherten das Leben in den Wohnheimen. Die finanzielle Förderung der laufenden Arbeit wurde fortgesetzt, ein Großteil der Selbstverwaltungen erhielt sachbezogene Zuschüsse. Auch die Wohnheimtutor*innen gestalteten das kulturelle Leben mit.

Die Ausrichtung aller Angebote orientiert sich streng an den Wünschen der Studierenden. Eine Vielzahl der Angebote und deren Kommunikation wird unter Beteiligung der Studierenden umgesetzt, so zum Beispiel im Kulturbereich, in der Unternehmenskommunikation und im Schreibzentrum.

Auch 2022 wurden Studierende als studentische Aushilfen im studierendenWERK eingesetzt und auf die jeweiligen Tätigkeiten vorbereitet. 84 Studierende hat das studierendenWERK BERLIN zum Stichtag 31.12.2022 beschäftigt (2021: 78).

Foto: Felix Noak / stW BERLIN
Bild zeigt eine Meetingsituation, bei der ein Mann vor einem Smartboard steht und etwas erklärt. Auf dem Smartboard sind Statistiken zu sehen, die die Belegschaft des studierendenWERKs betreffen

Förderung der Gesundheit und Motivation der Beschäftigten

Der Krankenstand ist 2022 im Vergleich zum Vorjahreswert gestiegen, von 7,2 Prozent auf 12 Prozent. Im Zentrum des betrieblichen Gesundheitsmanagements stand weiterhin die Umsetzung verschiedener Maßnahmen zur Gesundheitsförderung. Auch 2022 wurde die tariflich vereinbarte leistungsorientierte Vergütung auf Basis einer Dienstvereinbarung ausgezahlt.

Die Fort- und Weiterbildungsquote ist auch 2022 gestiegen auf 54,5 Prozent gesunken (2021: 44,8 Prozent).