2021 im Überblick

Erfüllung des Rahmenfinanzierungsvertrags mit dem Land Berlin

Sicherung der sozialen Infrastruktur für die Studierenden

Hauptauftrag des studierendenWERKs ist es, mit verschiedenen sozialen Dienstleistungen die Rahmenbedingungen eines Studiums in Berlin so zu gestalten, dass Studierende erfolgreich studieren können. Hierfür unabdinglich ist die kontinuierliche qualitative Anpassung der Angebote an veränderte Bedürfnisse der Studierenden.

2021 versorgte das studierendenWERK 176.359 Studierende an 18 Hochschulen und der Charité und lag damit deutlich über dem Vorjahresniveau (2020: 172.932).

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Petra Mai-Hartung, 
Geschäftsführerin 
studierendenWERK BERLIN 

Foto: Felix Noak / stW BERLIN

Bild zeigt Petra Mai-Hartung

Psychologisch-Psychotherapeutische Beratung 

Mit einem umfangreichen Beratungsangebot unterstützen die Psycholog*innen des studierendenWERKs die persönliche Entwicklung von Studierenden und ihre Studienerfolge. Die Beratung erfolgte an zwei Standorten sowie pandemiebedingt auch telefonisch und seit 2021 auch videogestützt. Im Jahr 2020 wurden insgesamt 1.731 Studierende beraten (2020: 1.443). Der Anteil der auf Englisch durchgeführten Beratungen betrug erneut 11 Prozent.

Soziale Beratung bei finanziellen, sozialen oder sozialrechtlichen Problemen

Auch im zweiten Pandemiejahr boten die Sozialberaterinnen des studierendenWERKs BERLIN Informationen und Unterstützung für Studierende in schwierigen sozialen Situationen an. Schwerpunkte lagen dabei auf der Studienfinanzierungsberatung sowie der Beratung von Schwangeren, Studierenden mit Kindern und internationalen Studierenden. Insgesamt wurden 5.280 Beratungen inklusive Schreibberatung durchgeführt (2020: 6.424), davon waren 51 Prozent weibliche Studierende (2020: 60 Prozent), 25 Prozent männliche Studierende (2020: 38 Prozent). 1.237 der beratenen Studierenden sind unter der Geschlechtsbezeichnung divers erfasst worden bzw. wollten ihr Geschlecht nicht nennen (2020: 90). Im Jahr 2021 betrug der Anteil der Ratsuchenden nicht-deutscher Herkunft 33 Prozent (2020: 38 Prozent).

Beratung von Studierenden mit Behinderung und chronischer Erkrankung

An drei Standorten wurden Beratungen zum Thema Studium und Behinderung und/oder chronischer Erkrankung angeboten, zudem vergab das studierendenWERK Inklusionsleistungen (vormals: Integrationshilfen) nach § 9 Abs. 2 BerlHG. Ziel ist es, Studierenden trotz ihrer Beeinträchtigungen ein chancengleiches Hochschulstudium zu ermöglichen und Diskriminierungen entgegenzuwirken. Im Jahr 2021 führten die Beratungsstellen 3.335 Beratungen durch (2020: 3.229). 84 Prozent der Beratungen erfolgten schriftlich (2020: 82 Prozent).

Weitere Themen waren Studienfinanzierung, Informationen zum Nachteilsausgleich und barrierefreies Wohnen. Im Jahr 2021 wurden 1,556 Mio Euro für Inklusionsleistungen ausgezahlt (2020: 821.606 Euro). Es erhielten 180 Studierende Inklusionsleistungen (2020: 171), davon waren 106 weiblich, 73 männlich und eine Person divers.

Hochschulnahe Kinderbetreuung

Sieben Kindertagesstätten betreibt das studierendenWERK. 2021 wurden 620 landesfinanzierte Plätze vorgehalten. Im Durchschnitt waren 91,7 Prozent der Plätze belegt. Die Herkunft der betreuten Kinder spiegelt den hohen Anteil internationaler Studierender an den Berliner Hochschulen wider, obwohl der Anteil an Kindern mit nicht deutscher Herkunftssprache von 21,7 Prozent im Jahr 2021 erneut leicht gesunken ist (2020: 22,4 Prozent). 

Förderung der Chancengleichheit durch Tutor*innenprogramme 

21 Wohnheimtutor*innen haben das studierendenWERK BERLIN 2021 als studentische Aushilfen unterstützt.

Soziale Unterstützung in Notlagen 

Im Rahmen der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung bereitgestellten Überbrückungshilfen für Studierende in der Corona-Pandemie gingen 2021 19.741  Anträge ein (2020: 23.220). Darüber hinaus hat das studierendenWERK die Studierenden während der Pandemie aus Mitteln des neu geschaffenen Technikfonds bei der Teilhabe am Digitalsemester unterstützt. Dabei wurden 9.221 Anträge bearbeitet.

 

Darüber hinaus hatte das Land Berlin den Fonds „Zuschuss zum Studienstart bzw. Studienabschluss“ mit 2 Mio, Euro aufgestockt, deren Vergabe im Januar 2021 begann. Ende September waren die Mittel erschöpft, insgesamt 4.579 Anträge gingen hier ein und wurden bearbeitet.

Mehrsprachige Angebote 

Die besondere Attraktivität der Berliner Hochschullandschaft bei ausländischen Studierenden ist trotz der Pandemie ungebrochen. Weiterhin ist rund jede*r fünfte Studierende der Berliner Hochschulen internationaler Herkunft. Der Anteil der Bildungsausländer*innen unter den Berliner Studierenden lag 2021 bei 22,4 Prozent (2020: 21,2 Prozent).

Das studierendenWERK hat zahlreiche Publikationen seiner Angebote ins Englische übersetzen lassen und betreibt auch seine Website zweisprachig. Zudem werden viele Veranstaltungen, z. B. Workshops und Trainings sowie Kennenlernveranstaltungen im Bereich Kultur & Internationales auf Englisch angeboten.

Hausmitteilungen in den Wohnheimen erfolgten i. d. R. zweisprachig. Bei der Einstellung der Beschäftigten im Kundencenter wird auf Mehrsprachigkeit geachtet: Alle Beschäftigten hier sprechen mindestens zusätzlich englisch, einige darüber hinaus noch mehr Sprachen.

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Foto: Geralt Altmann / pixabay.com

Verpflegungsangebote

Das studierendenWERK BERLIN betreibt 55 Mensen und Coffeebars in Berlin. Der Umsatz der Speisebetriebe ist im Vergleich zum Vorjahr noch einmal rapide gesunken, 4,2 Mio. Euro auf 1,9 Mio Euro. Dies ist der pandemiebedingten Schließung bzw. eingeschränkten Öffnung der Einrichtungen geschuldet. In einigen Mensen wurde ein Betrieb mit Vorbestellung und Abholung eingerichtet. Auf diese Weise konnte sichergestellt werden, die Speisen ressourcenschonend und nachhaltig nach Bedarf zu produzieren. Mit ihren 586 Mitarbeiter*innen sind die Speisebetriebe die größte Abteilung des studierendenWERKs. Noch bis August 2021 befanden sich die Beschäftigten mehrheitlich in Kurzarbeit, die erst mit der Öffnung der Einrichtungen zum Start des Wintersemesters 21/22 aufgehoben wurde. Derzeit verfügen die Speisebetriebe über 10.636 Innen- und 2.428 Außensitzplätze. Das Angebot wurde 2021 im Zuge der Einrichtungsschließungen um einen zweiten Foodtruck ergänzt, der die Studierenden ebenfalls vor Ort in den Wohnheimen versorgt.

Wohnheimbestand

Das studierendenWERK BERLIN verfügte Ende 2020 über 9.189 Wohnplätze in seinem Bestand. Dies ist ein leichter Abfall gegenüber dem Vorjahr (9.200 Wohnplätze). Die Versorgungsquote war weiterhin leicht rückläufig. 2014 fiel sie erstmals unter die 6-Prozent-Marke und ist auch 2021 darunter geblieben (5,2 Prozent). Die Studierenden der im Berliner Süd-Westen gelegenen Hochschulen, dabei besonders der Freien Universität Berlin, waren mit 2,4 Prozent weiterhin stark unterversorgt.

Das Sanierungsprogramm zum Erhalt des Wohnheimbestands wurde 2021 fortgesetzt. Im Umfang von rund 7,4 Mio. Euro wurden Rechnungen der Berliner Bauwirtschaft bezahlt.

Wirtschaftlichkeit

Auch 2021 erfolgte die Wirtschaftsführung im Rahmen der zur Verfügung gestellten Zuschüsse und Einnahmen. Rechtsgeschäfte mit unmittelbaren Folgen für den Landeshaushalt wurden nicht eingegangen.

Kommunikation des Angebotes 

Die Website des studierendenWERKs zählte 2021 rund 4,3 Mio. Besucher*innen.

Reichlich  5.000 Studierende haben sich an die InfoPoints gewandt. Das Telefonaufkommen berief sich auf rund 14.000 Anrufe, 16.000 Emailanfragen wurden durch das Kundencenter bearbeitet. Mit seinem Facebook-Auftritt hat das studierendenWERK 248.000 User im Berichtszeitraum erreicht. Der Instagram-Auftritt erreichte 301.000 Menschen und der Twitterkanal 382.000. Außerdem wurden 2021 acht Livestreams zum jeweiligen Semesterstart auf den Kanälen Youtube und Instagram angeboten, um die neuen Studierenden über die Angebote des studierendenWERKs zu informieren und deren Fragen live via Social Media zu beantworten.  

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Foto:  Kelsey Vere / pixabay.com

Entwicklung des internen und externen Qualitätsmanagements

Zur Verbesserung der Prozessqualität werden kontinuierlich die wesentlichen Prozesse des studierendenWERKs erfasst und IT-unterstützt dokumentiert.

Studierende beschwerten sich sowohl schriftlich, mündlich, telefonisch und per E-Mail sowie online beim studierendenWERK. Je nach Dienstleistungsangebot machen die Studierenden sehr unterschiedlich vom Beschwerderecht Gebrauch. Alle Beschwerden wurden erfasst, zeitnah beantwortet und ausgewertet. Die Beschwerden bezogen sich 2021 vor allem auf Ablehnungen von Anträgen für die verschiedenen Hilfsfonds. Die Anzahl der Widersprüche gegen BAföG-Bescheide liegt mit 923 erneut unter der des Vorjahres (2020: 958).

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Foto: StartupstockPhotos / pixabay.com

Förderung der studentischen Mitwirkung und Selbstorganisation

2021 setzten sich 23  studentische Selbstverwaltungen für die Interessen der Studierenden ein und bereicherten das Leben in den Wohnheimen. Die finanzielle Förderung der laufenden Arbeit wurde fortgesetzt, ein Großteil der Selbstverwaltungen erhielt sachbezogene Zuschüsse. Auch die Wohnheimtutor*innen sowie die Ländertutor*innen gestalteten das kulturelle Leben mit.

Die Ausrichtung aller Angebote orientiert sich streng an den Wünschen der Studierenden. Eine Vielzahl der Angebote und deren Kommunikation wird unter Beteiligung der Studierenden umgesetzt, so zum Beispiel im Kulturbereich, auf Social Media oder am InfoPoint. Im Rahmen des Study&Work-Programms wurden Studierende als studentische

Aushilfen im studierendenWERK eingesetzt und auf die jeweiligen Tätigkeiten vorbe­reitet. 78 Studierende hat das studierendenWERK BERLIN zum Stichtag 31.12.2021 beschäftigt.

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Foto: Stocksnap / pixabay.com

Förderung der Gesundheit und Motivation der Beschäftigten

Der Krankenstand ist 2021 im Vergleich zum Vorjahreswert gesunken, von 7,8 Prozent auf 7,2 Prozent. Im Zentrum des betrieblichen Gesundheitsmanagements stand weiterhin die Umsetzung verschiedener Maßnahmen zur Gesundheitsförderung. Auch 2021 wurde die tariflich vereinbarte leistungsorientierte Vergütung auf Basis einer Dienstvereinbarung ausgezahlt.

 

Um dem gestiegenen Bedarf an der internationalen Ausrichtung der Angebote gerecht zu werden, bot das studierendenWERK Fortbildungen für seine Mitarbeiter*innen an. Die Fort- und Weiterbildungsquote ist 2021 gestiegen auf 44,8 Prozent gesunken (2020: 35,5 Prozent).  

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