Das studentische Wohnen in 2024

Die Wohnungsnot in Berlin blieb trotz leichtem Schrumpfen der Warteliste spürbar.

Entwicklung der Warteliste

Die Nachfrage blieb 2024 hoch, sank aber im Vergleich zu 2023. Zum 1. Februar 2024 warteten 3.890 Studierende auf einen Wohnheimplatz, deutlich weniger als im Vorjahr (4.514 im Vergleichsmonat 2023). Zum 1. Oktober stieg diese Zahl zwar auf 4.598, blieb aber ebenfalls unter der Vergleichszahl des Vorjahres (4.929). Es ist zu vermuten, dass die gesunkene Nachfrage mit dem gestiegenen Angebot der durch die Berlinovo geschaffenen neuen Wohnheimplätze in Berlin einhergeht. 

Der operative Leerstand lag 2024 bei 4,9% und war sanierungsbedingt. 

Neubauprojekte

Das prioritäre Neubauvorhaben Aristotelessteig (176 Plätze) erhielt 2024 die grundsätzliche Förderfähigkeit im Programm „Junges Wohnen“. Das Land stellte 11,96 Mio. € aus SIWA-Mitteln in Aussicht; die restliche Finanzierung soll über zinsfreies Darlehen/Baukostenzuschuss erfolgen. Voraussetzung bleibt der Erbbaurechtsvertrag, der 2024 zwischen den Senatsressorts abgestimmt wurde. 

 

Betrieb und Herausforderungen

Im Vermietungsbetrieb standen 2024 die Sicherstellung der Wohnqualität und die Betriebssicherheit im Fokus. Anfang des Jahres wurden Schädlingsbefälle bekämpft; außerdem kam es zu mehreren Einbrüchen in Wohnheimstrukturen. Im Sommer/Herbst häuften sich im Osten Berlins Diebstähle – u. a. wurden Feuerlöscharmaturen entwendet. Der Schaden belief sich auf mehrere hunderttausend Euro und erhöhte das Sicherheitsrisik. Die technischen Sicherungen wurden verstärkt und die Mieter*innen für erhöhte Aufmerksamkeit sensibilisiert.

Miete und Bewohner*innen 

89 Prozent der vermieteten Einheiten sind bereits möbliert. Die Durchschnittsmiete betrug 2024 336,56 Euro (2023: 346,59 Euro) - die Spanne der Mietpreise varriiert nach Ausstattung und Sanierungsstand und reicht von 210 Euro bis 573 Euro.

79,9 Prozent der Bewohner*innen stammen aus dem Ausland. Die meisten kommen aus Asien (38,7%), gefolgt von der Europäischen Union inklusive Deutschland (30,1%) und Afrika (15,4%). Insgesamt 9.985 Mietverträge wurden abgeschlossen, davon 5.137 Folgemietverträge. Mieter*innen wohnen durchschnittlich 2,76 Jahre in unseren Wohneinheiten (2023: 2,55 Jahre).