Schwerpunkte und Bedarfe
In der Beratung zeigen sich weiterhin starke Nachwirkungen der Pandemie (u. a. Einsamkeit/Depressivität, soziale Ängstlichkeit, Essstörungen) sowie Belastungen durch aktuelle politische Konflikte. Zugleich steigt der Anteil neurodiverser Ratsuchender (ADHS, Autismus-Spektrum). Die psychiatrische Versorgung – insbesondere für internationale Studierende mit ungünstigem Versicherungsstatus – bleibt herausfordernd. Das Team reagiert mit gezielter Fortbildung und zusätzlichen Angeboten, u. a. zu Trauerbewältigung, selbstbestimmtem Drogen- und Alkoholkonsum sowie Vernetzungsformaten für Studierende mit ADHS. Unverändert wird Beratung bevorzugt im Einzelsetting und in Präsenz nachgefragt; ergänzend bestehen Video- und Telefonangebote sowie ein gut angenommenes Gruppenprogramm in Deutsch und Englisch.
Prävention, Gruppen und Kooperationen
Zeitfenster mit geringerer Auslastung wurden für Prävention und Programmentwicklung genutzt. Dazu zählten der „Welcome Day“ für internationale Studierende und die Gala der Novemberdepression „Dark Night“. Die Beratungsstelle kooperiert u. a. mit der IPU-Ambulanz (Schwerpunkt ADHS bei Studierenden) sowie „lost in space“ (Internet- und Computerspielabhängigkeit) und ist 2024 dem Netzwerk Suizidprävention Berlin beigetreten.
Insgesamt 19 Gruppen wurden 2024 angeboten (2023: 18), zudem 18 verschiedene niedrigschwellige Workshops zu präventiven Themen.
Gründe für Inanspruchnahme
Die wichtigsten Gründe für das Aufsuchen der Psychologischen Beratungsstelle waren 2024 Depressive Verstimmungen (28,8%), Selbstwertprobleme (27%) und Ängste (21,8%).
Lernstörungen und Leistungsprobleme - früher die häufigsten Beratungsgründe - kamen auch 2024 erst an fünfter Stelle.