Die menschliche Stimme / Foto: Álfheidur Erla Gudmundsdóttir

One Night at the Opera

Berliner Studierende unterschiedlicher Kunsthochschulen finden sich zusammen für einen Opernabend, der so nicht wieder stattfinden wird.

Wir zeigen zwei Opern aus gegensätzlichen Grenzbereichen der Operngeschichte. „Die Krönung der Poppea“ (1642) von Claudio Monteverdi - aus der Geburtsstunde der Oper und die „Riemannoper“ (1988) von Tom Johnson - eine Oper aus dem 20. Jahrhundert. So spannen wir den Bogen vom Anfang der Oper bis zu ihrem möglichen Ende...

Außerhalb der großen Opern-Tempel dieser Stadt verwandeln wir den Freiraum des studierendenWERKS BERLIN in einen Opernsaal und wenden uns damit ausdrücklich an alle Studierenden – auch an die, die sich (bisher) nicht freiwillig in die Oper verirren würden.

Hierfür bietet der „Freiraum“ des studierendenWERKs BERLIN den nötigen Rahmen, um die Studierenden der verschiedenen Hochschulen für dieses Projekt zu vereinen und ein Studierendenpublikum zur erreichen. 

10 Sänger, 7 Instrumentalisten, 2 Bühnen- und Kostümbildnerinnen, 1 Dirigent und 2 Regisseure – wir sind ein interdisziplinäres Projektteam, dass sich aus Studierenden der Berliner Kunsthochschulen HfM Hanns Eisler, HfS Ernst Busch, Kunsthochschule Weißensee und UDK zusammensetzt.

Die verschiedenen Künste finden in der Oper eine Form, in der alle gleichberechtigt nebeneinander wichtig sind und sich unbedingt gegenseitig brauchen.

Die Krönung der Poppea: Liebesgeschichte oder Thriller?

„L’incoronatione di Poppea“ ist eines der frühesten überlieferten Werke des Musiktheaters und gleichzeitig viel komplexer als viele späteren. Die Geschichte eines Konkurrenzkampfes zweier Frauen beschreibt hier keine Seite als schwarz oder weiß: jede einzelne ist um kein Mittel verlegen, die andere zu besiegen, während beide das gesamte Spektrum der menschlichen Emotionen durchleben. Beide werden gleichzeitig Täterinnen und Opfer. Ihre Motivationen sind ebenso vielschichtig: auf der einen Seite die Liebe, auf der anderen der Drang zur Macht und generell das Überleben treibt sie an.

Weitere Figuren, genauso komplex, sind von Angst und Sehnsucht getrieben und sobald man annimmt eine Kategorisierung gefunden zu haben, zeigen sie plötzlich eine ganz neue Seite. Darum ist das Genre auch schwer zu fassen: es ist sowohl Liebesgeschichte als auch Thriller. „Poppea“ ist ein Beispiel dafür, dass Musiktheater eine der breitgefächerten narrativen Künste ist, in der die dramaturgische Spannung der Hollywood Filme auf die Emotionen der romantischen Romane trifft.

 

Besetzung:

Poppea – Alfheidur Erla Gudmundsdottir

Nerone – Caroline Schnitzer

Seneca – Shokri Francis Raoof

Drusilla – Janina Staub

Ottavia – Sarah Bouchet

Ottone – Ferdinand Keller

Musikalische Leitung: György Budányi

Musikalische Einstudierung: So-Hee Kim

Regie: Adam Tulassay

Bühne und Kostüm: Katja Pech, Janina Kuhlmann

Orchesterbesetzung – tba

 

Dauer: ca. 60 Minuten

Im Anschluss – eine Pause von 20 Minuten

 

 

Riemannoper: "Finden Sie Oper auch irgendwie komisch?"

Achtung, hier kommt nun Fachwissen zur Oper: „Der lyrische Tenor erfordert Schönheit und Glanz der Stimme“, Die Arie und das Rezitativ gibt es seit 1600 und das „Leitmotiv ist die Bezeichnung für eine prägnante musikalische Gestalt, die einem bestimmten dichterischen Moment zugeordnet ist“. Warum erzählen mir das die Sänger*Innen auf der Bühne? Gute Frage! Richtige Frage, an deren Beantwortung sich das Team um Regisseur Dirk Girschik abarbeitet und einen komödiantischen Blick hinter die Kulissen der Oper wirft. Das Libretto der Riemannoper basiert auf dem Musiklexikon von Hugo Riemann von 1882 und behandelt grundsätzliche Bausteine der Oper, wie das Rezitativ, die Arie, diverse Stimmgruppen, etc. Damit beschreibt sie die Oper formal und vermittelt Basiswissen für das frühe Musiktheater. Da wir uns während der Vermittlung selbst in der Oper befinden werden Protagonisten und Zuschauer ermächtigt, auf unterhaltsame Weise, ihr eigenes Bild dieser Kunstgattung mit dem Behaupteten abzugleichen. Die Frage nach der Form der Oper steht im Raum. Was ist die Oper? Was kann sie erzählen? Ist sie relevant? Zeitgemäß? Oder schon lange tot?

 

Besetzung:

Prima Donna assoluta – Derya Atakan

Prima Donna – Dominika Koscielniak

Tenor – Collin Schöning

Bariton – Miha Brkinjac

Klavier – Marius Schötz

Musikalische Leitung: So-Hee Kim

Regie: Dirk Girschik

Bühne und Kostüm: Janina Kuhlmann, Katja Pech

 

Dauer: ca. 60 Minuten

 

Kartenreservierung / ticket reservation

Datenschutz *:

Termin

27.09.2018

Uhrzeit

19:00 bis 21:00 Uhr

Kategorie

  • Bühne & Musik

Preise

freiwilliger Kostenbeitrag 4 €

Veranstalter

studierendenWERK BERLIN

Veranstaltungsort

FREIRAUM im Studentenhaus
Hardenbergstraße 35
10623 Berlin

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