Das zweiteilige Ausstellungsprojekt Concrete & Feathers | Soft Archives fragt, wie künstlerische Prozesse in einer zunehmend rauen und krisenbelasteten Welt Resonanz erzeugen und zugleich Widerstandskraft entwickeln – und wie wir Räume, Materie und Leben gleichzeitig als zerbrechlich und belastbar erfahren können. Die Ausstellung verwandelt die rohe Ästhetik des Ortes, ausgehend von Atmosphären des Betons und Brutalismus und einer klaren Geometrie der Räume, in eine Bühne für die Fragilität menschlicher Erfahrung, Körperlichkeit und Gefühle. Beton und seine Schwere, Symbol für Dauerhaftigkeit, Urbanität und Industrie, treten in einen dialogischen Kontrast mit zarten, fließenden, zerbrechlichen Materialien, die Leichtigkeit, Vergänglichkeit und körperliche und organische Präsenz verkörpern. In der Härte der Architektur entsteht eine Stärke des Weichen, Immateriellen, Fließenden und des sich stetig im Wandel Befindenden.
Die Studierenden zeigen in Concrete & Feathers ortsspezifische, experimentelle Arbeiten – Raum- und Klanginstallationen, skulpturale Objekte und vergängliche Gesten. Sie schaffen einen Resonanzkörper – eine Art fragiles Beziehungsgeflecht, in dem die Wahrnehmung von Körperlichkeit, Materialität, Taktilität, Immaterialität, Übergängen, Kollektivität, Gefühl von Geborgenheit und digitale Präsenz multisensorisch ineinander übergehen. Die Arbeiten von Soft Archives in der Galerie im Erdgeschoß setzen sich mit dem Motiv der Erinnerung als immaterielles und flüchtiges Phänomen auseinander. In Form von Fotografien, filmischen Fragmenten und Objekten entwickeln die Studierenden hier Archive, die der Erinnerung eine Materialität und Körperlichkeit geben und dabei zugleich ‚weich‘ und offen bleiben und den flüchtigen, sich stetig verändernden Prozessen Raum zu lassen.
Die Ausstellung versteht sich als immersive Erfahrung, als Landschaft des Dazwischen, die das Innehalten, das bewusste Bewegen und das eigene Spüren in den Vordergrund stellt – und die Kraft von Fragilität und Weichheit als widerständige Resonanz von Räumen und Körpern erfahrbar macht.
Das Ausstellungsprojekt Concrete and Feathers und Soft Archives im Kunstraum Potsdamer Straße wird in Zusammenarbeit mit Studierenden der UdK Berlin (Klasse Raumbezogenes Entwerfen und Ausstellungsgestaltung, Prof. Gabi Schillig, KM Enzo Zak Lux) sowie Studierenden verschiedener Hochschulen und dem studierendenWERK BERLIN (Projektleitung Claudia Brieske, Kuration Isa Zappe) entwickelt und realisiert. Es positioniert sich zum Gallery Weekend 2026 als zentraler Ort der studentischen Kunstszene in Berlin.