Infos für internationale Studierende

Was internationale Studierende beachten müssen

Für internationale Studierende gibt es in Deutschland viele Möglichkeiten, neben dem Studium Geld zu verdienen. Zum Beispiel als Kellner*in, als wissenschaftliche/studentische Mitarbeiter*in (HiWi, SHK, Hilfskraft) oder als Nachhilfelehrer*in. Allerdings gibt es bestimmte Einschränkungen und Vorschriften, die zu beachten sind.

Allgemeine Informationen zum Jobben haben wir auf unserer Seite Infos rund um den Studijob zusammengestellt.
Was besonders internationale Studierende darüber hinaus beachten sollten, fassen wir im Folgenden zusammen.

Studierende aus der Europäischen Union, Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz haben freien Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt und sind deutschen Studierenden praktisch gleichgestellt. Wenn du jedoch mehr als 20 Stunden pro Woche arbeitest, musst du (wie deutsche Studierende) bestimmte Versicherungsbeiträge zahlen.

Für Studierende aus anderen Ländern gelten besondere gesetzliche Regelungen:

  • Bist du aus einem Dritt-Staat, darfst du 120 volle oder 240 halbe Tage im Kalenderjahr arbeiten. Eine selbstständige oder freiberufliche Tätigkeit ist nur mit Zustimmung des Landesamtes für Einwanderung möglich. Bisher war dazu eine Antragstellung nötig. Dieses Erfordernis soll für das Bundesland Berlin künftig jedoch entfallen (Stand: 01/2024). Erste Informationen zu deinen Arbeitsmöglichkeiten findest du auch auf deinem Aufenthaltstitel oder dem Zusatzblatt.
  • Wenn du mehr als 120 bzw. 240 Tage arbeiten möchtest, brauchst du die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit und des Landesamtes für Einwanderung. Die Gewährung hängt von der Lage auf dem Arbeitsmarkt ab.
  • Eine Ausnahme in Bezug auf die 120 bzw. 240 Tage-Regelung gibt es, wenn du eine Tätigkeit ausübst, die einen inhaltlichen Bezug zum Studium hat. Diese Tätigkeit kannst du auch ohne zeitliche Begrenzung ausüben. Achte auch hier auf das Werkstudentenprivileg. Du musst über die Aufnahme deiner Tätigkeit das Landesamt für Einwanderung informieren. Kläre im Zuge dessen am besten auch noch einmal ab, ob das Landesamt für Einwanderung den Bezug zwischen deinem Job und Studium als gegeben sieht.

Wenn du einen Sprachkurs besuchst oder an einem Studienkolleg teilnimmst, darfst du in der Regel nur mit Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit und des Landesamtes für Einwanderung arbeiten - und auch nur in der vorlesungsfreien Zeit.

Tipp: Es ist wichtig, die arbeitsrechtlichen Bestimmungen für internationale Studierende zu kennen. Wer dagegen verstößt, kann aus Deutschland ausgewiesen werden. Die Akademischen Auslandsämter der Hochschulen helfen weiter, wenn du Fragen zu den Bedingungen hast.

Die regionalen Kontaktstellen der Bundesagentur für Arbeit haben häufig eine Jobvermittlung für Studierende. An großen Hochschulen gibt es oft Career Services, an die du dich wenden kannst. Online-Stellenbörsen findest du auf den Webseiten der Hochschulen. Eine Stellenbörse, die sich speziell an Studierende richtet, ist das stellenwerk – hochschul-jobportale.
Manchmal reicht auch ein Blick auf Aushänge an der Hochschule oder in die Anzeigen der lokalen und regionalen Zeitungen.

Wissenschaftliche/studentische Mitarbeitende (HiWi, SHK, Hilfskraft):
Einige Studierende arbeiten als wissenschaftliche oder studentische Mitarbeitende an der Universität.
Sie betreuen zum Beispiel die Bibliothek, leiten Tutorien oder recherchieren Literatur für Professor*innen.
Diese Stellen sind eine gute Ergänzung zum Studium. Wenn du Interesse hast, solltest du dich im Sekretariat deines Instituts nach freien Stellen erkundigen und auf die Aushänge an der Universität achten.

Außerhalb des Campus:
Klassische Studi-Jobs außerhalb des Campus sind zum Beispiel Kellnern, Arbeiten auf Messen, Babysitten und Kurierdienste.

Seit 2015 gibt es in Deutschland einen Mindestlohn. Dieser liegt seit dem 1. Januar 2024 bei 12,42 Euro pro Stunde.

Wie viel du verdienst, hängt jedoch oftmals sehr von deinen eigenen (Fach-)Kenntnissen, der Berufsbranche und dem regionalen Arbeitsmarkt ab. In Städten wie München und Hamburg sind die Stundenlöhne meist höher, aber auch die Lebenshaltungskosten.

Das Wichtigste vorweg: Kündige bei einer Schwangerschaft nicht vorschnell deinen Arbeitsvertrag!

Du als Schwangere und dein ungeborenes Kind sind gesetzlich am Arbeitsplatz besonders geschützt. Arbeitgebende müssen dafür sorgen, dass deine Gesundheit und die deines Kindes nicht gefährdet wird. Nachtarbeit, das Heben von schweren Lasten, der Umgang mit gefährlichen Chemikalien etc. sind tabu. Schwangere haben zudem einen besonderen Kündigungsschutz.

Können Arbeitgebende keine geeignete Tätigkeit anbieten, werden Schwangere in der Regel freigestellt und erhalten den Mutterschutzlohn. Für die Zeit des gesetzlichen Mutterschutzes kommt das Mutterschaftsgeld als Lohnersatzleistung infrage.

Tipp für internationale Studierende: Nach der Geburt haben auch Eltern mit einem Visum zu Studienzwecken die Möglichkeit, Familienleistungen zu erhalten (Kindergeld, Elterngeld, Unterhaltsvorschuss), wenn sie ihre Erwerbstätigkeit aufgrund der Elternzeit nicht (vollumfänglich) ausüben können bzw. einen Arbeitsvertrag haben.

Die Situationen von Schwangeren* oder Studierenden mit Familie sind sehr individuell. Informiere dich daher am besten bei der Sozialberatung!
Unsere Sozialarbeiter*innen können auch in finanziellen Notlagen mit dir nach Lösungsoptionen suchen.

Foto: Felix Noak / stW BERLIN
Studentin in einer Küche mit Schürze und einem Tablet.