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Infos rund um den Studijob

Fit für den Studi-Job: Was ihr wissen müsst.

Studierenden wird nachgesagt, dass sie genügsam sind und mit wenig auskommen. Aber auch bei moderatem Lebensstandard müssen die Miete bezahlt, Bücher gekauft und Bedürfnisse erfüllt werden. Besonders in Zeiten steigender Inflation heißt es da für viele Studierende: Ein Nebenjob muss her!

Was beim Nebenjob beachtet werden sollte, haben wir an dieser Stelle zusammen gefasst.

Als Studierender darf man während der Vorlesungszeit bis zu 20 Stunden pro Woche arbeiten. In der vorlesungsfreien Zeit darfst du mehr arbeiten – allerdings nur für bis zu 26 Wochen pro Jahr. Bei außergewöhnlichen Arbeitszeiten an Wochenenden, abends oder nachts darfst du auch in der Vorlesungszeit mehr als 20 Stunden arbeiten, allerdings auch hier maximal 26 Wochen im Jahr.

Bei der 26-Wochen-Regel gilt übrigens nicht das Kalenderjahr als Bestimmungszeitraum. Man geht vom voraussichtlichen Ende der zu beurteilenden Beschäftigung aus und betrachtet davonausgehend die letzten 12 Monate. 

Generell hast du mindestens Anspruch auf den Mindestlohn von aktuell 9,82 Euro (Stand Mitte 2022) – nach oben sind keine Grenzen gesetzt. Bist du über Eltern oder Ehepartner*in in der gesetzlichen Krankenkasse familienversichert, darfst du allerdings maximal 450-470 Euro pro Monat verdienen. Auch als Bafög-Beziehender, darfst du maximal 450 Euro im Monat hinzuverdienen. Lediglich auf das Kindergeld hat die Höhe deines Einkommens keinen Einfluss.

Als Werkstudierender bezahlst du keine Abgaben für die Arbeitslosenversicherung sowie für Pflege- und Krankenversicherung. Natürlich musst du dich trotzdem krankenversichern, doch sind die Beiträge unabhängig von deinem Einkommen. Für Studis kommen in der Regel eine kostenlose Familienversicherung, eine gesetzliche studentische Versicherung (ca. 115 Euro/Monat) oder die private Krankenversicherung in Frage.

Durch das Werkstudentenprivileg bleibt für dich mehr netto vom brutto und auch dein*e Arbeitgeber*in muss weniger Abgaben für dich bezahlen. Voraussetzung für das Werkstudentenprivileg ist neben dem Studierendenstatus, dass du während des Semesters nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeitest und außerhalb dessen die 26-Wochenregel beachtest. Achtung: Bei berufsbegleitenden Studiengängen und während eines Urlaubssemesters (außer bei Pflichtpraktikum) kannst du vom Werkstudentenprivileg häufig nicht profitieren. Gleiches gilt bei einem Teilzeitstudium mit einem Umfang von weniger als 50 Prozent eines Vollzeitstudiums.

Im Minijob verdienst du bis zu 450 Euro im Monat. Du zahlst dabei keine Steuern und Sozialabgaben, dein Arbeitgebender führt dafür nur Pauschalbeträge ab. Das gilt für alle Minijobber und hat mit deinem Studierendenstatus nichts zu tun. Auch in diesem Fall bist du nicht über die Arbeit krankenversichert und musst dich selbst darum kümmern. 

Verdienst du zum Beispiel als Werkstudierender mehr als 950 Euro im Monat, wird dir in der Regel monatlich Lohnsteuer abgezogen. Das gilt auch, wenn du nur für einen begrenzten Zeitraum viel verdienst. Bleibst du mit deinem Gesamteinkommen aber unter der jährlichen Freigrenze von 9.984 Euro plus Werbungskosten (Pauschalbetrag 1.000 Euro/Jahr), so kannst du dir die gezahlte Lohnsteuer über die Steuererklärung am Ende des Jahres zurückholen. Bei einem Minijob wird dir, solange du keine weiteren Jobs hast, in der Regel keine Lohnsteuer vorab abgezogen.

Ein gewisser Prozentsatz deines Verdienstes wird an die Rentenversicherung abgeführt. Dein Arbeitgebender und du zahlen dabei jeweils die Hälfte. Im Minijob kannst du dich auf Antrag vom Beitrag für die Rentenversicherung befreien lassen.

Auch als Werkstudierender oder Minijobber hast du einen Urlaubsanspruch. Dir stehen anteilig ebenso viele Urlaubstage zu, wie den anderen Arbeitnehmenden in deinem Unternehmen. In beiden Fällen hast du ebenfalls Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Fällst du allerdings länger als 6 Wochen aus, hast du leider keinen Anspruch auf Krankengeld von der Krankenkasse.

Anders als regulär angestellte Personen, hast du bei Jobverlust keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld I. Schließlich hast du als Werkstudierender oder Minijobber keine Beiträge dafür eingezahlt. Auch nach Beendigung deines Studiums kannst du dementsprechend kein Arbeitslosengeld I beziehen.