09.11.2016

Der Honig – so viel mehr, als ein süßer Brotaufstrich

Wir alle kennen und die meisten lieben ihn – wegen seines goldgelben Aussehens und wegen des fantastischen Geschmacks, der doch so unterschiedlich sein kann. Dass er gesund ist, ist auch bekannt, aber was macht den Honig so einzigartig?

Ungefähr vier Millionen Blüten fliegt unsere heimische Honigbiene an, um aus dem Nektar dieser Blüten ein Kilogramm Honig zu produzieren. In schlechten Jahren können es auch schon mal doppelt so viele sein. Und diese eine Honigbiene macht natürlich die Arbeit nicht allein. Ganze Schwärme von Sammlerbienen saugen den Nektar der Blüten mit ihrem Rüssel auf, der in den Honigmägen dieser Sammlerinnen durch Enzyme in Frucht- und Traubenzucker aufgespaltet wird.

Wieder im Stock angekommen, würgt die Sammlerin den Honig, der jetzt mit ihren körpereigenen Stoffen angereichert und  vermengt ist, wieder aus. Nun sind die Arbeiterbienen an der Reihe und der Vorgang des Aufsaugens und Anreicherns wiederholt sich mehrere Male. Das verdickt den Honig, verändert den Zuckergehalt und lässt Wirkstoffe entstehen, die das Wachstum von Keimen verhindern. Durch viele Flügelbewegungen der Bienen wird dieser Honig so lange belüftet, bis der Wassergehalt niedrig genug ist, die Wabenzelle zu verschließen.

An dieser Stelle wird nun der Imker aktiv. Er befreit den Honig durch Schleudern aus den Waben und macht ihn somit für uns Menschen verzehrfertig – denn eigentlich dient er ja der Nahrungsversorgung der Bienen.

Der nun entstandene Honig ist reich an gesunden Inhaltsstoffen. Im Mittel verfügt er über 40% reinen Fruchtzucker und 30% Traubenzucker. Außerdem finden wir in ihm wichtige Mineralstoffe, viele Vitamine und Aminosäuren, aber auch Proteine und Enzyme. Hauptwirkstoff im Honig ist jedoch Wasserstoffperoxyd, welches durch ein von den Bienen hinzugefügtes Enzym entsteht. Dieses Wasserstoffperoxyd hat eine antiseptische Wirkung und trägt dazu bei, Wundbakterien abzutöten.

Uns schmeckt er aber vor allem und wir genießen ihn in ganz verschiedenen Geschmacksrichtungen. Diese sind natürlich abhängig vom jeweiligen Blütennektar oder aber vom Honigtau, der ebenfalls von den Bienen aufgenommen und zu Honig verarbeitet wird. Honigtau findet sich dort, wo Rinden- oder Schildläuse beheimatet sind.

Ein ganz besonderer Honig ist der Manuka-Honig. Er stammt aus dem Blüten-Nektar des neuseeländischen Manuka-Strauches, einem Verwandten des australischen Tee Baums. Seine Heilkraft übertrifft die aller anderen Honige um ein Vielfaches. Seit Jahrhunderten schon wird er von den Maori, den Ureinwohnern Neuseelands sowohl innerlich als auch äußerlich als Medizin eingesetzt, vor allem bei Problemen im Magen-Darm Bereich und Infektionen der Atemwege sowie in der Wundheilung.

Bei Erkältungen, Halsschmerzen, Husten und anderen Infektionen der Atemwege kann er dreimal am Tag in heißen Tee gerührt werden oder man lässt ihn pur langsam auf der Zunge zergehen. Er wirkt antimykotisch und schützt trotz  seiner Süße und Klebrigkeit die Zähne vor Zahnbelag. Bei Schnupfen kann man ihn vor dem Schlafengehen direkt innen auf die Schleimhäute auftragen.

Eine gute deutsche Qualität des Manuka-Honigs erkennt man an der Angabe des MGO (Methylglyoxalkonzentration)-Gehalts auf dem Glas. In Neuseeland hingegen wird die Qualität des Manuka-Honigs mit dem sog. UMF (Unique Manuka Faktor) angegeben.

Die Bezugswerte zwischen UMF und MGO lauten wie folgt:

       UMF 10 = MGO 100, UMF 15 = MGO 250, UMF 20 = MGO 400, UMF 25 = MGO 550

Ein MGO von über 400 bezeichnet dabei schon Spitzenqualität.

Auch bei der Behandlung von Wunden, Verbrennungen und anderen Hautproblemen ist das Auftragen von Manuka Honig eine gute natürliche Behandlung.

Diabetiker sollten mit der Einnahme von Manuka-Honig und von Honig allgemein vorsichtig sein, da in deren Blut bereits erhöhte MGO-Werte zu finden sind. Eine äußerliche Anwendung ist jedoch unbedenklich.

Grundsätzlich müssen auch  Pollenallergiker Vorsicht beim Honig-Verzehr walten lassen, denn dieser enthält sehr viele Blütenpollen. Und Babys dürfen bis zu ihrem ersten Lebensjahr gar keinen Honig zu sich nehmen!

 

Beatrice Schmidt


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