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Studienfinanzierung im Überblick

Studienfinanzierung ist meist ein Mix aus mehreren Finanzierungsmöglichkeiten. Diesen Dschungel der Möglichkeiten zu durchschauen, ist nicht immer leicht.

Die Sozialberatung berät dich zu deinem ganz persönlichen Finanzierungsmix und unterstützt dich vor Beginn des Studiums, während des Studiums und wenn sich deine Lebenssituation durch Krankheit, Schwangerschaft oder andere Ereignisse verändert.

Rechtlich sind Eltern dazu verpflichtet, ihre Kinder bis zum ersten berufsqualifizierenden Abschluss zu unterstützen. Dies kann unter Umständen auch ein Studium nach einer Ausbildung sein. Ist das Einkommen der Eltern nicht ausreichend, ist meist eine Förderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) möglich. Die Oberlandesgerichte im Bundesgebiet orientieren sich an einem monatlichen Unterhaltsbedarf der Studierenden von 860 Euro zzgl. dem Beitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung und den Rückmeldegebühren. Zur Einstufung der Unterhaltshöhe wird die Düsseldorfer Tabelle zugrunde gelegt. Die tatsächliche Höhe des Unterhaltsanspruchs richtet sich jedoch nach dem Einkommen der Eltern. Eltern können Nachweise darüber verlangen, dass ihr Kind das Studium entsprechend den Vorgaben der Studienordnung durchführt.

Wir informieren dich über die rechtlichen Grundlagen der Unterhaltsverpflichtung und diskutieren mit dir gemeinsam, welche Möglichkeiten du hast, wenn deine Eltern deinen Unterhalt nicht zahlen können oder die Zahlung gar verweigern. Es kommt vor, dass Studierende mit den Eltern so zerstritten sind, dass eine Einigung über den Unterhalt nur schwer oder gar nicht erzielt werden kann. Bevor du dich für den Rechtsweg entscheiden, empfehlen wir dir, unsere Sozialberatungsstellen oder psychologischen Beratungsstellen aufzusuchen, um Rat zu bekommen. 

Ein Stipendium ist nicht nur eine sehr gute Variante der Studienfinanzierung, sondern außerdem eine ausgezeichnete Referenz für den Lebenslauf. Es ist allerdings nicht ganz einfach, Stipendiatin bzw. Stipendiat zu werden. Auf dem Weg zu einem Stipendium sind eine genaue Stiftungsrecherche, eine umfangreiche Antragsstellung und ggf. ein zeitintensives Auswahlverfahren zu meistern. Der Aufwand für eine Stiftungsbewerbung ist in etwa vergleichbar mit der Bewerbung um eine qualifizierte Arbeitsstelle, aber der Einsatz lohnt sich. Verschicke in keinem Fall Massenanschreiben und informiere dich jeweils die Stiftungen, wo du weitere Anträge gestellt hast. Nähere Informationen findest du auch in unserem Flyer: Studienförderung durch Stiftungen.

Wir möchten dich dazu ermutigen, diese Form der Studienfinanzierung auszuprobieren und geben Hinweise zur Recherche und Antragstellung. Wir beraten dicjh auch im laufenden Stipendienbezug, beispielsweise in Bezug auf die Anrechnung deiner Stiftungsgelder bei Wohngeld oder Arbeitslosengeld II.

Downloads: Studienförderung durch Stiftungen

Auch für Studierende gibt es unter bestimmten Voraussetzungen neben dem BAföG weitere staatliche Sozialleistungen, die sie beantragen können.

Musst du beispielsweise aufgrund von Schwangerschaft ein Urlaubssemester nehmen, ist es möglich in dieser Zeit Arbeitslosengeld II zu beziehen. Auch das staatliche Wohngeld ist für viele Studierende eine gute Option einen Teil der Miete zu finanzieren.

Wir bieten dir einen Überblick über die möglichen sozialrechtlichen Ansprüche, erläutern die Voraussetzungen für Anträge auf Wohngeld, die Befreiung vom Rundfunkbeitrag und informieren über den Bezug von Kindergeld und Elterngeld. Außerdem bieten wir eine ausführliche Beratung für schwangere Studentinnen und für Studierende mit Kind an. Ob Voll- oder Teilzeitstudium oder eine Studienpause im Urlaubssemster - wir prüfen mit dir gemeinsam, welches für dich ganz persönlich die beste Option in Zeiten von Schwangerschaft und Kindererziehung sein könnte. Auch Anträge für die Stiftung Hilfe für die Familie kannst du bei uns stellen.

Zwei Drittel aller Studierenden finanzieren ihren Lebensunterhalt zu einem Teil oder vollständig mit eigener Arbeit – ob als Mini- oder Midijob, selbständig, auf Honorarbasis oder als studentische Hilfskraft.

Bis zu einem Verdienst von 450 Euro pro Monat fallen keine Steuern oder Sozialabgaben an. Studierende können während der Vorlesungszeit bis zu 20 Wochenstunden weitgehend versicherungsfrei arbeiten. In den Semesterferien dürfen sie dagegen deutlich mehr jobben. Maßgeblich ist, dass die Zeit und Arbeitskraft überwiegend durch das Studium in Anspruch genommen wird. Die Höhe der Verdienste hat jedoch Auswirkungen auf das BAföG und unter Umständen auch auf die Höhe des Krankenversicherungsbeitrags.

Wir erläutern dir die Bedingungen rund um das studienorientierte Jobben und prüfen mit dir gemeinsam die Auswirkungen auf Sozialversicherungen, Kindergeld, Stipendien oder BAfög. Wir beraten dich in der Schwangerschaft in Bezug auf Schutzvorschriften im Arbeitsrecht, Mutterschaftsgeld und Elternzeit sowie zu verschiedenen Themen rund um das Arbeiten und Studieren.

Du findest Zugang zu einer Jobdatenbank sowie kostenlosen Trainings rund um das Thema Jobben hier.

Es gibt mittlerweile eine Vielzahl von unterschiedlichen Kreditangeboten, die sich speziell an Studierende richten und demnach günstiger sind, als andere Kredite. Bevor du dich für einen Kredit entscheidest, prüfe vorweg alle anderen Finanzierungsmöglichkeiten – gemeinsam mit der Sozialberatung. Auf einen Kredit solltest du nur zurückgreifen, wenn du keine andere Möglichkeit hast. Neben dem BAföG-Bankdarlehen, den Studienkrediten der KfW oder dem Studienkredit der Studentischen Darlehenskasse, vergibt auch das studierendenWERK finanzielle Hilfen.

Um ein Gefühl für die anfallenden Kosten zu erhalten, empfehlen wir, mithilfe eines Tilgungsrechners ein Rechenbeispiel für Ihre Vorstellungen zu erstellen. Zur Berechnung der Gesamtverschuldung, Zinsen, monatlichen Rückzahlungsraten gibt es hier einen Tilgungsrechner.

Die KfW-Förderbank bietet ebenfalls einen Tilgungsrechner für den KfW-Studienkredit sowie einen Tilgungsrechner für den Bildungskredit an.

Weiterhin stellt auch die Studentische Darlehnskasse e.V. dir einen Studienkreditrechner zur Verfügung, so dass du basierend auf den Darlehensbedingungen deinen Effektivsatz, die Auszahlungs- und Rückzahlungsmodalitäten erfahren kannst.

Wir helfen dir dabei, kritische Fragen vor dem Kreditabschluss zu klären, weisen auf Schuldenfallen hin und prüfen mit dir gemeinsam alle Alternativen zur Kreditaufnahme. Wir informieren über die Konditionen von öffentlich geförderten Studienkrediten, deren Vergabe- und Rückzahlungsmodalitäten. Nähere Informationen findest du auch in unserem Flyer: Studienkredite Richtig geplant.

Aktuell können wir leider keine Beratungen zum KfW-Kredit anbieten.

Anträge auf KfW-Studienkredite können auch beim studierendenWERK BERLIN gestellt werden.
Die KfW-Beratung befindet sich in der Hardenbergstraße 34, Verwaltungsgebäude Erdgeschoss.
Du hast die Möglichkeit, einen Termin telefonisch oder per Mail zu vereinbaren, oder du kommst in die offenen Sprechstunden. Die Semesterverlängerungen sind nur in den Sprechstunden möglich.

Öffnungs- bzw. Sprechzeiten:
Aufgrund der aktuellen Corona-Situation sind persönliche Beratungen derzeit nicht möglich.
Wir bieten gerne telefonische Beratung an!

E-Mail: KfW-Studienkredit@stw.berlin

Tel.: (030) 93939-9065

Zum Vertragsabschluss bringe bitte ein ausgedrucktes Vertragsangebot mit.
Dies findest du auf der Webseite der KfW.

Vorweg empfehlen wir dringend eine Beratung bei der Sozialberatung, um alternative Finanzierungsmöglichkeiten zu prüfen und mehr über die Vergabe und Rückzahlungsmodalitäten von Krediten zu erfahren.

Das studierendenWERK Berlin hatte für akute Notfälle Hilfen aus seinem Notfonds bereitgestellt. Hier wird nach entsprechendem Bedürftigkeitsnachweis eine einmalige Überbrückungshilfe gewährt. Anträge können über das Onlineformular gestellt werden: www.stw.berlin/notfonds

Kontakt zur Sozialberatung

CharlottenburgFriedrichshain und Dahlem